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Ostholstein Der Naturschutz bekommt in Eutin ein neues Zentrum
Lokales Ostholstein Der Naturschutz bekommt in Eutin ein neues Zentrum
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21:13 05.04.2017
Minister Robert Habeck legt Hand an und schraubt das Schild der neuen Integrierten Station in Eutin an. Quelle: Fotos: Petersen
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Eutin

Die Idee ist alt. Schon vor mehr als zehn Jahren gab es einen Anlauf, in Eutin Naturnutzer und Naturschützer an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam die Landschaft der Holsteinischen Schweiz zu erhalten und weiterzuentwickeln. Vorbild waren die Integrierten Stationen, die damals an der Unterelbe und Westküste entstanden. Doch in Eutin klappte es nicht.

Umweltminister Habeck eröffnet Integrierte Station „Holsteinische Schweiz“.

Ein Netz aus fünf Stationen

An fünf Standorten in Schleswig-Holstein gibt es jetzt Integrierte Stationen. Neben Eutin sind das „Eider, Treene, Sorge und Westküste“ in Bergenhusen und Schlüttsiel, „Unterelbe“ in Haseldorf, „Geltinger Birk“ in Nieby und „Lauenburgische Landschaften“ in Mölln.

Angebunden sind die Stationen an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek.

Noch vor knapp einem Jahr hätte er es nicht für möglich gehalten, dass aus der alten Idee alsbald etwas werden könnte, gestand Matthias Hoppe-Kossak, Leiter des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Doch dann ging es auf einmal „im Hauruck“, wie Umweltminister Robert Habeck (Grüne) formulierte. In großem Rahmen, mit 70 Gästen im Festzelt, mit Musik und Büfett aus regionalen Produkten wurde die Station gestern Mittag eingeweiht – gut einen Monat vor der Landtagswahl. „Rocken Sie den Naturschutz in Eutin“, gab Habeck zu den Klängen der Schulband der Eutiner Wilhelm-Wisser-Schule den drei Stationsmitarbeitern mit auf den Weg. Für sie wurden unbefristete Vollzeitstellen eingerichtet.

Eingezogen ist die Station in leer stehende Räume des Finanzamtes in der Robert-Schade-Straße. Dort ist auch die Forstverwaltung untergebracht. Der Verein „Wasser, Otter, Mensch“ hat hier ebenso seinen Sitz. Der habe mit seinen lokalen Aktionen – dem Ausarbeiten von vernetzten Schutzgebieten mit allen maßgeblichen örtlichen Akteuren – die Vorarbeit für die Integrierte Station geleistet, lobte der Minister aus Kiel. Diese Arbeit werde jetzt in „gefestigte administrative Strukturen“ unter das Dach des LLUR überführt.

Carsten Burggraf von „Wasser, Otto, Mensch“ übernimmt die Leitung der Station, Lea Pietsch steht ihm weiter zur Seite. Der dritte Mitarbeiter ist Jens Rethwisch, ein Gärtnermeister. „Ich wollte etwas Neues im Bereich Natur- und Umweltschutz machen“, sagte Rethwisch, der sich über die erfolgreiche Bewerbung freute.

Schwerpunkt der Eutiner Station sollen die Wälder und Gewässer der Holsteinischen Schweiz sein, die als besonders bedeutsamer Naturraum des Landes gilt. Bei der gesetzlichen Ausgestaltung des Naturschutzes habe es in den vergangenen fünf Jahren einige Fortschritte gegeben, erläuterte Habeck. Jetzt müsse mit Leben erfüllt werden, was auf dem Papier steht. „In der Umsetzung spielt die Musik“, betonte er. Die Integrierten Stationen mit ihrem konfliktlösenden Ansatz seien dabei „ein wichtiges Pfund“.

Gedacht sind sie als bürgernahe naturschutzfachliche Informationszentren. Die Stationsmitarbeiter stoßen Projekte zum Biotop- und Artenschutz an und begleiten diese. Außerdem setzen sie praktische Naturschutzmaßnahmen um, etwa Moorrenaturierungen, Mahdarbeiten oder Gehölzschnitte. Statt gegeneinander zu arbeiten, sollen gemeinsam getragene Lösungen gefunden werden. Die Stationen pflegen dazu einen engen Austausch mit der Landwirtschaft. Burggraf lud alle Interessierten ein: „Wir sind ein offenes Haus.“

pet

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