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Ostholstein Der „Notruf“ ist restlos ausgelastet
Lokales Ostholstein Der „Notruf“ ist restlos ausgelastet
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22:34 17.10.2016
Wiebke Schiebold und Jens Teichert (v.l.) informierten sich bei den Notruf-Mitarbeiterinnen Julia Dabelstein, Carla Schneider und Christina Zander. Quelle: Benthien

Damit sind die vier Teilzeitbeschäftigten– zwei in der Niederlassung Eutin, zwei in Neustadt – auch restlos ausgelastet. „Wir müssen leider Wartelisten führen, selbstverständlich nur, wenn die Sicherheit der betroffenen Frauen gewährleistet ist“, sagt Psychologin Carla Schneider.

Die in den vergangenen Jahren häufig angespannte finanzielle Lage des Vereins habe sich geringfügig verbessert, erläuterte gestern Schatzmeisterin Christina Zander. Der Zuschuss des Landes sei im laufenden Jahr um drei Prozent auf jetzt 71150 Euro erhöht worden. „Damit konnten wir unseren Mitarbeiterinnen erstmals seit über zehn Jahren eine kleine Gehaltserhöhung zahlen.“

Einen ihm sehr zugetanen Unterstützer hat der Verein seit Jahren in der Bürger-Stiftung Ostholstein, die für 2016 erneut 2000 Euro überwiesen hat. Dessen Vertreter Jens Teichert (Vorstand) und Wiebke Schiebold (Geschäftsführerin) informierten sich gestern vor Ort über die Hilfsangebote des Notrufs und versicherten: „Sie sind weiterhin auf unserer Liste.“ Er vermute, so Teichert, dass die Zahl der Beratungen in den kommenden Jahren weiter ansteigen werde, wenn sich auch Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund zu melden trauten. „Diese Gruppe ist bei uns schon vertreten, und die Kurve geht nach oben. Wir erwarten weiteren Zuwachs, wenn die Frauen hier richtig angekommen sind“, bestätigte Carla Schneider. 23 Frauen seien im vergangenen Jahr bereits in den Beratungsstellen vorstellig geworden. „Es ist für uns wichtig, zunächst die Betreuer von Flüchtlingsfamilien als Multiplikatoren zu informieren, denn über sie finden die Frauen den Weg zu uns.“

Der Haushalt des Notrufs Ostholstein beträgt im laufenden Jahr rund 190000 Euro, die Personalkosten machen allein 162000 Euro aus. Mit den 2000 Euro der Bürgerstiftung soll die Internet-Seite des Vereins in leichte Sprache übersetzt werden, damit auch diese Zielgruppe die Angebote finden und nutzen könne, erläuterte Carla Schneider. Denn während statistisch betrachtet jede vierte Frau in Deutschland einmal in ihrem Leben Gewalt erlebe, sei die Quote bei Frauen und Mädchen mit Einschränkungen doppelt so hoch.

Der Notruf Ostholstein ist erreichbar unter Telefon 04521/73043 und 04561/9197 oder per E-Mail an frauennotruf-oh@t-online.de. Im Internet ist er zu finden unter www.frauennotruf-oh.de.

 ben

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