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Der Schnürsenkel-Fall: 86-Jähriger plant keine weiteren Klettertouren

Der Schnürsenkel-Fall: 86-Jähriger plant keine weiteren Klettertouren

Es ist ein skurriles Bild, das sich am Mittwoch den Feuerwehrleuten in der Hamburger Straße in Grömitz bietet: Ein Mann liegt kopfüber auf einer Dachschräge, einen Fuß versteckt in einer Fensterluke, zwei Polizeibeamte klettern an einer Leiter z

Ostholstein. Es ist ein skurriles Bild, das sich am Mittwoch den Feuerwehrleuten in der Hamburger Straße in Grömitz bietet: Ein Mann liegt kopfüber auf einer Dachschräge, einen Fuß versteckt in einer Fensterluke, zwei Polizeibeamte klettern an einer Leiter zu ihm hinauf. Lothar Cord-Ruwisch, 86-jähriger Besitzer des Hauses, nimmt in diesem Moment die andere Perspektive ein. „Ich lag auf dem Dach, da sah ich auch noch die Feuerwehr mit Leiterwagen kommen“, erzählt er einen Tag später unversehrt in seinem Wohnzimmer. „Im Nachhinein war das eine sehr humorvolle Angelegenheit.“ Doch was war passiert?

Der Ruheständler und seine Frau Helene (85), die vor 20 Jahren aus Hamburg nach Grömitz zogen, waren beim benachbarten Arzt gewesen. Als sie zurückkommen, verwehrt ihnen ihre Haustür den Eintritt. „Das Türschloss war kaputt, wir kamen nicht rein“, erzählt Helene Cord-Ruwisch. Das sei schon einmal passiert, vor etwa 15 Jahren. Damals hatte ihr Mann sich eine Leiter genommen und war über das Vordach ins darüberliegende Badezimmer, dessen Fenster angekippt war, ins Haus gelangt. Es ist eher eine Luke, die gekippt oder richtig geöffnet werden kann. „Damals war ich noch schlanker“, merkt Lothar Cord-Ruwisch an und lacht. Der große Senior hat noch immer eine sportliche Figur, „und man fühlt sich immer noch ein bisschen jung“. Doch im Gegensatz zu damals sollte der Versuch, so ins Haus zu kommen, dieses Mal nicht glücken.

Er sei „halb dringewesen“, erzählt der 86-Jährige, habe sich dann aber für den Rückzug entscheiden müssen. Beim Aussteigen bleibt er jedoch hängen: Ein Haken, an dem das Fenster verriegelt wird, schiebt sich zwischen Ferse und Schuh, der Schnürsenkel verfängt sich ebenfalls. „Ich kam jedoch mit der Hand nicht dicht genug ran, dabei musste ich doch versuchen, meinen Fuß zu befreien“, erzählt Cord-Ruwisch. Er wird langsam müde, die Kraft verlässt ihn. „Da habe ich mich langsam nach hinten gelehnt“, kopfüber auf das Dach. „Ich hab mir dabei nicht weh getan, aber ich kam auch nicht mehr hoch.“

Seine Frau hat währenddessen alles beobachtet. Eine Nachbarin steht mit ihr vor dem Haus. Sie entscheiden, Hilfe zu holen. Zuerst ist die Polizei da. Zwei Beamte klettern die noch immer ans Haus gelehnte Leiter hinauf zu dem 86-Jährigen. Einer sichert den Mann in seiner unglücklichen Lage, der andere befreit Fuß und Schuh vom Haken, indem er den Schnürsenkel durchschneidet. In diesen Minuten kommt auch die Feuerwehr angerast. „Ich war erstaunt über die Menge an Fahrzeugen“, sagt der Rentner. Doch die große Leiter der Feuerwehr kommt nicht mehr zum Einsatz. Lothar Cord-Ruwisch ist nach etwa 30 Minuten, so schätzt er selbst, aus der misslichen Lage kopfüber auf dem Dach gerettet. Was so unbedarft begann und kurze Zeit dramatisch aussah, ist glimpflich ausgegangen. Vor dem Haus sieht es hingegen aus wie bei einem Großeinsatz: Feuerwehrwagen, Polizeiautos, der Malteser Hilfsdienst und Autofahrer, die angehalten haben, um das nicht alltägliche Geschehen zu verfolgen.

„Danach hat er zwischen den Leuten gestanden und wir haben alle darüber gelacht“, erzählt Helene Cord-Ruwisch. „Trotzdem, wir hätten einen Schlüsseldienst beauftragen sollen“, sagt sie jetzt und ihr Mann stimmt ihr zu. „Obwohl einer der Polizisten die Tür danach aufschließen konnte.“ Ein neues Schloss soll her. Denn, das hat Lothar Cord-Ruwisch für sich festgestellt: „Man wird ein bisschen zu alt für solche akrobatischen Einlagen.“

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