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Ostholstein Der Schrecken von Malente muss ins Gefängnis
Lokales Ostholstein Der Schrecken von Malente muss ins Gefängnis
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21:13 25.10.2017
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Eutin/Malente

Eine Sache beherrscht Torben B. (Name geändert) aus dem Effeff: Der Malenter hinterlässt bei Mitbürgern und Staatsbediensteten einen bleibenden Eindruck – auf denkbar negative Weise. „Ich mache diese Arbeit seit 38 Jahren, aber so etwas habe ich selten erlebt“, erklärte Richter Otto Witt. Drei Jahre und vier Monate Haft lautet das gestrige Urteil des Schöffengerichtes Eutin gegen den 33-jährigen Ostholsteiner, dem eine Reihe von Delikten zur Last gelegt wurden: gefährliche Körperverletzung, versuchte räuberische Erpressung, Nötigung, Beleidigung, Bedrohung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte – allesamt begangen im Frühjahr 2017 in Malente, wobei sich Torben B. meist ältere Opfer suchte.

„Wes Geistes Kind muss jemand sein, der so etwas tut?“Richter Otto Witt

So brachte er nach einem Trinkgelage einen 56-Jährigen auf offener Straße mit einem Faustschlag zu Boden, trat mehrfach gegen den Kopf des Mannes und rief dabei: „Gib mir dein Geld, sonst schlag ich dich tot.“ Fünf Polizisten, die ihn daraufhin in Gewahrsam nahmen, beschimpfte er mit Ausdrücken wie „Kasper“, „Spacken“ und „Schwuchtel“. Torben B. versuchte, die Beamten zu bespucken und eine Dose Pfefferspray an sich zu reißen, wehrte sich gegen die Handschellen, zog die Knie an, um die Polizisten damit zu treffen und drohte, sie „aufzuschlitzen“ und ihren Familien etwas anzutun.

Einige Wochen später sprang er einer 62-jährigen Radfahrerin nahe des Lenter Platzes in den Weg und schrie: „Du alte Hure, du blöde Nutte, warum fährst du mit deinem beknackten Fahrrad auf dem Gehweg?“ Die Frau informierte ihren Mann, einen 65-jährigen pensionierten Polizisten, der Torben B. zur Rede stellte, woraufhin dieser verkündete, er werde dem Mann „den Hals durchschneiden“. Brutal gestaltete sich zudem die Attacke auf eine 79 Jahre alte Frau, die gerade in ihrer Garage den Kofferraum ihres Autos öffnete. Die Seniorin wurde aus dem Nichts vom Angeklagten als „Hure“ bepöbelt.

Torben B. schlug ihr mit der Faust ins Gesicht, die Frau ging zu Boden, ihre Lippe platzte auf, und sie schleppte sich blutüberströmt auf allen Vieren zu einem Nachbarn.

„Das wird wohl so gewesen sein“, erklärte der 33-Jährige zu den meisten Vorwürfen, er könne sich aber nicht an alles erinnern. Er habe ein Alkoholproblem, sein Verhalten finde er selbst „völlig asozial“, und er werde sich „fachliche Hilfe“ holen, sagte der äußerlich unauffällige, mittelgroße, schlanke Mann, der weder eine Berufsausbildung noch Arbeit hat. Torben B. ist insgesamt 24-mal vorbestraft. Erst im September 2016 war er wegen des Angriffs auf einen Kommunalpolitiker in Malente und des Widerstands bei seiner Festnahme, bei der er unter anderem einem Polizisten ins Gesicht spuckte, zu 14 Monaten Haft verurteilt worden. Ohne Bewährung – allerdings hat er die Berufung gegen dieses Urteil erst vor zwei Wochen zurückgezogen.

„Sie nehmen unsere Rechtsordnung nicht ernst, und Sie erkennen die Rechte anderer nicht an“, hielt ihm Staatsanwalt Felix Schwetzko vor. Die Verteidigerin Beate Kolar verwies zwar auf mehrere Therapiemöglichkeiten für ihren Mandanten, wollte aber „keine Entschuldigungen vortragen“. Richter Otto Witt wurde ebenfalls deutlich. „Sie scheren sich einen Dreck um die körperliche Unversehrtheit anderer Menschen“, meinte er, „und suchen sich ältere Opfer, denen Sie überlegen sind.“ Das Urteil vom September 2016 ist mit den Einzelstrafen für die Taten aus diesem Frühjahr zu einer Gesamtstrafe zusammengerechnet worden. Unter Umständen muss Torben B. allerdings für noch längere Zeit ins Gefängnis: Mehrere offene Bewährungen wegen anderer Straftaten können jetzt aufgehoben werden.

Von Sabine Latzel

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