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Ostholstein Der Taubenmann von Pönitz
Lokales Ostholstein Der Taubenmann von Pönitz
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21:21 11.01.2018
Ingo Liedtke mit einem seiner Strasser-Täuberiche. Er züchtet Tiere mit gelbfahler Zeichnung. Quelle: Fotos: Peyronnet
Pönitz am See/Ahrensbök

Ein paar Hühner halten, um täglich frische Eier zu haben, das möchten viele. Geflügel zu züchten, ist jedoch ein intensives Hobby, dem sich im Ahrensböker Verein um die 30 Mitglieder widmen. Sie kommen beileibe nicht nur aus Ahrensbök, sondern aus dem Kreis Segeberg, aus dem Lübecker Umland und natürlich aus Ostholstein. Die meisten von ihnen haben sich auf Hühner oder auf Tauben verlegt.

In Ahrensbök kräht und gurrt es am Wochenende. Der Rassegeflügelzuchtverein von 1897 veranstaltet seine Vereins- und Ortsschau. Mit dabei ist der Vorsitzende Ingo Liedtke aus Pönitz am See, der von sich sagt: „Ich bin ein Taubenmann.“ Liedtke züchtet Strasser.

Enten und Gänse sind Raritäten. Liedtke hat sein Herz an Strassertauben in den Farbschlägen gelbfahl mit Binden und gelbfahl gehämmert verloren.

„Tauben sind leise“ erklärt er, warum er anders als manche Hühnerhalter keine Probleme mit Nachbarn fürchten muss. Liedtkes Tauben fliegen nie ins Freie, sie werden ausschließlich in großen Volieren gehalten. Aber es gibt noch etwas, was für den Pönitzer für die Taubenzucht als Freizeitbeschäftigung spricht, zumal, wenn die Voliere im eigenen Garten steht: „Das Hobby ist Zuhause. Und man hat viel Kontakt zu anderen Leuten.“ Liedtke trifft Züchter auf den Schauen, er zeigt seine Tiere in der Region und bei der Bundesschau der Strasserzüchter. Dafür fährt er schon mal quer durch Deutschland. „Es wird getauscht und verkauft, im In- und Ausland. Dieses Jahr sind Tiere nach Österreich gegangen“, berichtet Liedtke.

Von seinen Zuchtpaaren bekommt er etwa 40 bis 50 Junge pro Jahr, von denen etwa die Hälfte „ausstellungsfähig“ ist. Sie entsprechen dem Zuchtstandard, den der Zuchtausschuss des Bundes deutscher Rassegeflügelzüchter und der Sonderverein der Strassertaubenzüchter Deutschlands festgelegt haben. Auf Schönheit kommt es an, auf mehr nicht. „Tauben sind nur zum Angucken“, sagt Liedtke und schwärmt über die Strasser: „Die Rasse zeigt was her. Die sind großrahmig und haben ein schönes Erscheinungsbild.“ Er sei ein Freund von größeren Rassen. Eine Strassertaube wiegt 700 bis 800 Gramm, die Täuber zwischen 1000 und 1100 Gramm, die Tiere sind fast so groß wie ein Zwerghuhn.

Es sind nicht allein Körperbau und Farben, die Liedtke begeistern. Er hat ein inniges Verhältnis zu seinen Tauben. Neben der Damenvoliere – außerhalb der Brutzeit sind Männlein und Weiblein getrennt – steht ein Gartenstuhl. Dort sitzt der Züchter oft und guckt seinen Tauben einfach nur zu. Aus purer Freude an ihnen.

Er weiß viel über die Tiere. Zum Beispiel, dass sie vier Mal mehr Luft zum Atmen brauchen als Menschen. Liedtke kann genau erklären, wie es mit der Brutpflege vor sich geht. Im März ist „Anpaarungszeit“, anschließend wird in Liedtkes Volieren auf vier bis fünf Gelegen mit jeweils zwei Eiern 17 bis 19 Tage lang gebrütet. Sind die Jungen nach dem Schlüpfen zwölf bis 14 Tage alt, legen die Tauben erneut Eier. So geht das bis zum September. Dann werden die Pärchen getrennt, die ruhige Winterzeit beginnt.

Ruhig ist es bei den Tauben allerdings nur, bis sie Liedtke sehen. Er bringt ihnen Salat, Körner, Vitamine und Mineralien. Dafür lieben sie ihn so, wie er seine Tauben liebt.

Ausstellung

Die große Vereins- und Ortsschau des Rassegeflügelzuchtvereins Ahrensbök von 1897 findet am morgigen Sonnabend, 13. Januar, von 9 bis 17 Uhr, und am Sonntag, 14. Januar, von 9 bis 16 Uhr, in der Halle des Kaninchenzuchtvereins U 102 in Ahrensbök, Reeperbahn 2, statt. Offizielle Eröffnung der Schau ist morgen um 10 Uhr.

Mehr als 300 Tiere werden gezeigt, darunter Groß- und Zwerghühner, Tauben und die Tiere der Jungzüchter.

Susanne Peyronnet

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