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Ostholstein Der Traum vom neuen Surfmuseum
Lokales Ostholstein Der Traum vom neuen Surfmuseum
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22:24 25.10.2013
Manfred Charchulla hat einen großen Traum. Immer wieder verfeinert er die farbenfrohen Entwurfsskizzen. Doch noch werden Sponsoren gesucht. Quelle: Fotos: Schwennsen
Burgtiefe a. F

Es bleibt ihr großer Lebenstraum. Ein richtiges Surfmuseum. Schon jahrzehntelang begeistern die Charchulla-Twins die Szene. Als urige Surfer-Legenden und als Herzstück der Steelband „Steeltwins“, die unentwegt fröhliche karibische Musik spielt. Und als passionierte Sammler von allem, was ihren trendigen Wassersport berührt. Ohne Manfred und Jürgen Charchulla ist das Abenteuer Surfen undenkbar — und das gilt weit über Fehmarn hinaus.

Vier Jahre lang durften sie sogar mehr als nur träumen. Ein Anfang war gemacht. Bis 2011 gehörte das kleine Surfmuseum in Burg zu den touristischen Attraktionen Fehmarns. Direkt am Ortseingang, allerdings auf beengtem Raum: Viele ausstellungswürdige Exponate schlummerten deshalb weiterhin in einer Scheune in Sahrensdorf.

Doch dann expandierte in Burg der Grenzhandel weiter. Und mit der Modellbahn Fehmarn musste gleichzeitig das Surfmuseum einpacken. Aus und vorbei. Vieles wurde — wenigstens witterungssicher — in einem Container auf dem städtischen Bauhof verstaut. Welch ein Jammer. Schon gab es Abwanderungspläne, zum Beispiel nach Heiligenhafen auszuweichen. Sie zerschlugen sich.

30 Jahre gibt es jetzt den Surfmuseums-Verein. Vorsitzender ist Manfred Charchulla — wer denn sonst? Als Stellvertreter tritt sein eigener Bruder auf. Doch es ist keine Two-Men-Show. Immerhin rund weitere 100 Mitglieder gehören dem Verein an.

Bei ihnen reift plötzlich wieder ein Traum. Ein Surfmuseum, diesmal direkt am Burger Binnensee, wo Manfred Charchulla seit den 70er Jahren seine eigene Surfschule betreibt. Genau dort wird heute Abend auch das Jubiläum gefeiert. Zünftig, pardon: karibisch. Denn ab 21 Uhr spielen die Steeltwins.

Die Vision vom Museum am Binnensee — allerdings am anderen Ende der Halbinsel — gab es übrigens schon einmal, mit ersten Entwürfen des Dänschendorfer Architekten Rüdiger Noller. Doch das Millionen-Projekt war, so Manfred Charchulla heute, den Twins dann doch eine Nummer zu groß.

Kaum zu glauben, aber im Januar werden beide 75. Und sprühen vor lauter Energie. Der Traum vom Surfmuseum beflügelt in diesen Tagen Manfred Charchulla. Er sitzt in der Werkstatt, auf dem Tisch liegen erste farbenfrohe Entwürfe, die er nochmals verfeinert. „Surf + Kite“ ist über der Eingangstür zu lesen, er ergänzt den Schriftzug „Museum“ und zeichnet ein Vordach hinzu: „Noch ein paar Grüntöne.

Und hier ein bisschen rot und blau.“ Eine aktuelle Zeichnung, die er eigens für die LN anfertigt.

Mindestens 25 bis 30 Meter lang soll das zweigeschossige Museum werden, um wirklich alles zeigen zu können. Von der eigenen legendären Ärmelkanal- und Skagerrak-Querung, dem 15 Jahre durchgehaltenen Event „Round Fehmarn“ bis zur spektakulären Beltquerung mit dem Fehmarn-Achter. Aber auch die Erlebnisse mit Surfergrößen (und Fürsprecher) wie Robby Naish oder Björn Dunkerbeck. Eine beeindruckende Historie rund um den Surfsport.

Damit es diesmal klappt, dürften auch Surf-Unternehmen ihr Material ausstellen. Vielleicht hilft sogar die EU. Und aufs Dach sollen Solar-Kollektoren rauf. Die Ideenkiste sprudelt. Denn der große Traum ist längst noch nicht ausgeträumt.

Post für Angela Merkel
Kein Seemannsgarn: Locken die Charchulla-Twins Bundeskanzlerin Merkel nach Fehmarn? In einer Show mit Inka Bause, die soeben eingestellt wurde, luden sie kürzlich „Angie“ zum Surf-Kursus ein. Leider schnitt das ZDF die Sequenz raus. „Zensur!“ zürnten beide.


Per Postkarte erinnerten sie „Angie“ daran. Ersatzweise dürfe sie vom Katamaran aus die wunderschöne Insel genießen. „Es ist ein Geschenk des Himmels, auch für Sie“, grüßen sie mit „Happy Surfing“. Egal wie die Antwort ausfällt: Es ist ein Museumsstück.

„30 Jahre kämpft der Verein fürs Surfmuseum. Heute Abend wird gefeiert.“
Manfred Charchulla, Surf-Pionier

Gerd-J. Schwennsen

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