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Ostholstein Der Traum von Rio hat sich für Rollstuhl-Fechterin nicht erfüllt
Lokales Ostholstein Der Traum von Rio hat sich für Rollstuhl-Fechterin nicht erfüllt
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22:39 22.08.2016
Der Traum von Olympia 2016 ist für Ulrike Lotz-Lange (r.) nicht in Erfüllung gegangen. Tochter Marcela Lange trainiert für 2020 in Tokio. Quelle: cd
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Ratekau/Rio de Janeiro

Ein wenig traurig ist Ulrike Lotz-Lange schon. „Es war eine gewisse Hoffnung da“, sagt die 52-jährige Ratekauerin. Als Weltmeisterin im Rollstuhlfechten in der Kategorie C hätte sie an den Paralympics, an den Olympischen Spielen für Sportler mit Behinderung, in Rio de Janeiro teilnehmen können. Hätte – wenn ihre Klasse denn ins Wettkampfprogramm aufgenommen worden wäre. Das aber ist nicht der Fall.

Antreten werden nur Athleten in den Gruppen A und B, also Menschen, die weniger stark beeinträchtigt sind als Ulrike Lotz-Lange. Ihre Erklärung: „Dieses Fechten ist für die Fernsehübertragungen natürlich viel interessanter, weil da mehr Bewegung drin ist.“

In den vergangenen Monaten gab es Momente, in denen sie immer mal wieder hoffte, doch nach Brasilien reisen zu dürfen. Wegen ihrer guten Leistungen in der Mannschaft hätte sie nämlich auch in der Kategorie B starten dürfen.

Allerdings sei die deutsche Mannschaft dann nicht auf dem erforderlichen sechsten Platz der Weltrangliste, sondern „nur“ auf Platz 7 gelandet. Im Einzel hätte sie den 16. Platz erreichen müssen, steht derzeit aber auf Rang 27.

Trotz ihrer körperlichen Beeinträchtigung ist Ulrike Lotz-Lange, die beim Hanseatischen Fecht Club (HFC) Lübeck trainiert, eine herausragende Sportlerin. So kam sie von der Weltmeisterschaft 2015 in Ungarn als erste Weltmeisterin überhaupt im erstmals ausgetragenen Wettbewerb der Kategorie C bei den Damen zurück.

Sie sitzt seit 35 Jahren im Rollstuhl. Grund dafür ist eine Querschnittslähmung, die nach einer Krankheit auftrat. Die Ratekauerin ist von den Schultern abwärts gelähmt und kann sich kaum bewegen.

Florett und Degen werden stets mit einer Ledermanschette an ihrer rechten Hand befestigt.

Jetzt also wird Ulrike Lotz-Lange die Paralympics zu Hause am Fernseher verfolgen. Dabei drückt sie dann ihrer Sportfreundin Simone Briese-Baetke aus Rostock ganz fest die Daumen.

Sie selbst strebt als nächstes großes Ziel eine Teilnahme an den nächsten Weltmeisterschaften an. Im Herbst 2017 will sie in Hongkong ihren Titel verteidigen.

Den großen Traum „Olympia“ verliert die Ratekauerin dennoch nicht aus den Augen: Tochter Marcela (18), die ebenfalls im Rollstuhl sitzt, trainiert als Rollstuhl-Fechterin schon jetzt fleißig für die Paralympics im Jahr 2020. Die werden dann in Tokio ausgetragen.

Marcela, die seit ihrer Geburt an einer Gelenkerkrankung leidet, startet in der Kategorie B. Auch sie hat schon sensationelle Erfolge erzielt.

Paralympics in diesem Jahr mit Triathlon und Parakanu

Die Paralympics, die Olympischen Spiele für Menschen mit Behinderungen, gibt es seit 1960. Sie werden in diesem Jahr vom 7. bis zum 18. September, wie immer drei Wochen nach den Olympischen Spielen, in Rio de Janeiro ausgetragen. Die Athleten treten in 22 verschiedenen Sportarten an. Neu in diesem Jahr dazu kommen werden Triathlon und Parakanu.

 Christina Düvell-Veen

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