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Ostholstein Der große Auftritt von Svend Stensgaard
Lokales Ostholstein Der große Auftritt von Svend Stensgaard
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18:20 10.09.2016
Viele Teilnehmer waren begeistert beim Sportabzeichen dabei – und schauten immer wieder gespannt in die Listen. Quelle: Fotos: Schwennsen
Burg a. F

Olympia in Hamburg oder Kiel ist perdu, der Norden setzt verstärkt auf den Breitensport. Der Kreissportverband Ostholstein (KSV) nutzt dabei die Nähe zu Dänemark. Gestern fand in Burg auf Fehmarn der erste „Deutsch-Dänische Sportabzeichentag“ statt – mit Förderung durch das Interreg-Projekt „kultKIT“.

Premiere beim Deutsch-Dänischen Sportabzeichentag: 93-jähriger Däne schafft auf Fehmarn Bronze.

Die vom KSV-Vorsitzenden Rolf Röhling gepushte Breitensport-Offensive ging gestern bei der Premiere auf. Allerdings wurde die erhoffte Teilnehmerzahl von 200 mit 98, darunter allein 43 Dänen, bei weitem nicht erreicht.

Aber es gab eine kleine Sensation: Star des Tages war ein fast 94-Jähriger. Denn Svend Stensgaard aus Rødby, manch altem Fehmaraner noch gut bekannt als früherer Leitender Zollbeamter auf Lolland, zeigte sich sportlich voll gut drauf.

„Ich bin gar nicht zufrieden mit mir“, klagte er zwar nach dem Kugelstoßen. Doch seine tatsächlichen Weiten waren (fast) zweitrangig. In Erstaunen versetzte er Veranstalter, Teilnehmer und Publikum jedoch mit seiner verblüffenden Fitness. Seit 1969 macht der 93-Jährige, der im Oktober schon 94 wird, jährlich sein Sportabzeichen – bislang waren es bereits 46. Gestern gab es das 47. und zugleich das erste auf einen deutschen Sportplatz. Übrigens auch erfolgreich: Er schaffte tatsächlich das Sportabzeichen in Bronze.

Bei Stensgaard verschwimmen allerdings ein wenig die Grenzen zwischen Breiten- und Leistungssport. Denn es gibt eine Disziplin, da ist er sogar Spitze: nämlich im Gewichtheben. Im vergangenen Jahr ist er im Stoßen in Tschechien Vize-Europameister geworden. Wohlgemerkt: Silber in seiner Altersklasse „über 70“. Noch älter gibt es gar nicht. Stensgaard, der demnächst in einer dänischen TV-Talentshow-Serie mitspielt, sprengt alle Grenzen.

Für Günter Frentz vom KSV Ostholstein und Bjarne Sørensen vom Sportsrad Lolland ist der 93-Jährige zugleich ein Paradebeispiel dafür, dass Breitensport und Fitness bis ins hohe Alter erheblich zur Gesundheit der Menschen beitragen. Svend Stensgaard erzählt es den LN selbst: „Vor fünf Jahren war ich nach einem Herzinfarkt minutenlang schon so gut wie tot, war zwei Tage ohne Bewusststein – doch mein Körper hat das überstanden.“

Ob Laufen, Seilspringen, oder Hoch- und Weitsprung, ob Laufen oder Schwimmen: Gestern gab es für die Teilnehmer reichlich Gelegenheit, das Sportabzeichen zu erringen. Frentz, seit 2009 beim KSV hierfür ehrenamtlich tätig: „Bronze ist für normal gesunde Menschen keine Hürde. Für Silber oder Gold muss man schon ein bisschen trainiert haben.“

Junge Teilnehmer, aber auch einige Familien, nutzten gestern die Sportanlagen am Gahlendorfer Weg oder das Erlebnisbad FehMare – mit der Besonderheit, dass beim stündlichen Wellengang eine Pause eingelegt werden musste. Röhling und Frentz dankten der Stadt, dem SV Fehmarn und den Sponsoren. Dabei war die Jens-Stiftung, die seit langem den Fehmarn-Lauf unterstützt, der 2016 aber ausgefallen ist.

Daten und Fakten

46 Teilnehmer haben gestern ihr Sportabzeichen bestanden – auf deutscher Seite 30, bei den Dänen 16 Teilnehmer, darunter Svend Stensgaard.

2579 Sportabzeichen wurden 2015 kreisweit vergeben. Für 2016 hofft Günter Frentz durch Aktionen wie in Burg die 3000-er-Marke zu knacken.

Interreg-Projekt „kultKIT“: Ziel ist es, das gegenseitige Sprach- und Kulturverständnis zu verbessern (KIT = Kompetenz, Interaktion, Verständnis).

Gerd-J. Schwennsen

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