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Ostholstein Der längste Hochsprunganlauf der Welt in Heiligenhafen
Lokales Ostholstein Der längste Hochsprunganlauf der Welt in Heiligenhafen
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18:13 30.04.2016
Günter Roden möchte mit den 60 Leichtathleten seines TSH Heiligenhafen hoch hinaus. Quelle: Peter Mantik

Der Mann hat Geduld und Ausdauer zugleich: Günter Roden ist beim TSV Heiligenhafen der Herr der Leichtathleten. Als vor einigen Tagen eine 340 Kilogramm schwere XXL-Packung per Lkw angeliefert wurde, da war das sicher einer der bewegendsten Momente in seiner Zeit als Sportförderer. Denn nach 27 Jahren wurde endlich die ersehnte neue Hochsprunganlage geliefert.

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Mit dem Mitternachtslauf begann das Projekt, eine Hochsprunganlage zu finanzieren — Jetzt, nach 27 Jahren, hat es geklappt — Gefeiert wird dies mit einem Sportfest.

„Ich habe die Hoffnung nie verloren, habe immer daran geglaubt.“ Günter Roden, TSV Heiligenhafen

„Als wir 1989 mit dem Mitternachtslauf starteten, war unsere Intention, aus den Erlösen mittelfristig eine Hochsprunganlage zu finanzieren.“ Mittelfristig ist in diesem Fall ein sehr dehnbarer Begriff geworden. Lange sah es danach aus, als würde das Projekt floppen. „Der Mitternachtslauf entwickelte sich besser als angenommen. Die ganze Stadt hilft mit. Da war es ja auch logisch, dass wir die Erlöse nicht allein für die Leichtathletik nutzen konnten“, erzählt Roden.

Mit dem Bau der Warderschule erhielt der TSV indirekt eine Anlage. Indirekt, weil diese nicht den Statuten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes entsprach und somit nicht wettbewerbstauglich war.

Außerdem sparte die Stadt an einer sinnvollen Aluminiumabdeckung zum Schutz der Matte, so dass diese 2008 ausrangiert werden musste. Roden organisierte eine gebrauchte Anlage vom PSV Eutin, doch auch diese hatte im Herbst 2014 ausgedient.

Im Dezember 2014 riss bei Günter Roden der Geduldsfaden: „Ich habe dem Verein vorgerechnet, wie viel Geld alleine vom Mitternachtslauf auf den Vereinskonten sein musste.“ Und siehe da, der Verein beteiligte sich an der neuen Anlage mit knapp 8000 Euro. Roden nutzte das 125-jährige Jubiläum zum Klinkenputzen. Der Landessportverband machte 2050 Euro locker, die Sparkassenstiftung beteiligte sich mit 1500 Euro, 750 Euro kamen von der Sparkasse Holstein dazu, und auch die Stadt beteiligte sich mit 1500 Euro. Mit einem Mal nahm das Projekt aus grauer Vorzeit Tempo auf.

Roden sagt mit einem schelmischen Lächeln: „Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben. Geduld zahlt sich doch am Ende aus.“

Die Leichtathletik-Abteilung blickt wieder nach vorn, möchte hoch hinaus. Und feiert den Erfolg mit dem ersten Hochsprung-Meeting Schleswig-Holsteins und vielen Gästen am Sonnabend, 21. Mai.

Teilnehmen sollen von der U12 bis zu den Senioren Hochspringer aller Altersklassen. Auch Landeskaderathleten sollen dabei sein. Irgendwann, so hofft Roden, soll aus der Premiere eine Serie werden.

„Als wir einst den Mitternachtslauf initiierten, waren wir mit diesem Konzept die Ersten. Jetzt sind wir es landesweit mit dem Hochsprung-Meeting wieder.“ Wer Roden und sein Tun kennt, der weiß: Was er anpackt, macht er ganz oder gar nicht. Der Erfolg wird ihm auch dieses Mal Recht geben, ganz sicher. Ob es künftig in Heiligenhafen neue Höhenrekorde geben wird, wird sich aber erst zeigen. In jedem Fall ist ein Gedulds-Rekord gefallen. So wie die Mauer in Berlin, als in Heiligenhafen beim TSV alles anfing.

Von Peter Mantik

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