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Deutlich weniger Flüchtlinge auf der Zuweisungsliste

Ostholstein Deutlich weniger Flüchtlinge auf der Zuweisungsliste

Die Zahlen für 2016 sind bis zu einem Drittel niedriger als 2015. Die ersten Maßnahmen zur Unterbringung wurden verschoben. Die Bürgermeister der Gemeinden sehen aber keinen Grund zur Entwarnung.

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Der Hotelbereich des Redderkrugs in Eutin-Fissau ist die jüngste Eutiner Flüchtlingsunterkunft. Die Stadt hat einen Mietvertrag bis zum Jahr 2020 mit dem Hotelier abgeschlossen.

Quelle: vg

Ostholstein. Entspannung in der Flüchtlingsfrage? Jein. Bürgermeister berichten von deutlich geringeren Zuweisungen an neuen Flüchtlingen für das erste Quartal 2016. Bis zu einem Drittel niedriger ist die Zahl derer, die kurzfristig unterzubringen und zu betreuen sind. Der Kreis bestätigt diesen Trend, will aber keine konkreten Zahlen nennen, so Kreissprecherin Anja Sierks-Pfaff.

Den LN liegt der Verteilschlüssel vor. Danach nennt die sogenannte Sollaufnahmequote 2016 für Ostholstein 2244 Flüchtlinge, im vergangenen Jahr waren es 4000. Am Ende wird es aber wieder auf die 4000 hinauslaufen, denn aus dem Vorjahr sind noch 1756 rein rechnerisch zugewiesene Flüchtlinge nicht angekommen.

Sierks-Pfaff begründet die geringere Quote damit, dass das Land die Menschen länger in seinen Erstaufnahme-Einrichtungen behalte. Die dadurch erreichte, deutlich verringerte Zuweisung solle die Gemeinden entlasten. Diese Entlastung sieht Ahrensböks Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) nicht. „Wenn man fast überlastet ist, ist das keine Entlastung.“ Seine Gemeinde muss nicht mehr 166 Flüchtlinge wie 2015, sondern nur noch 94 aufnehmen. „Diese Zahl ist mit Vorsicht zu genießen“, sagt Zimmermann. Zum einen, weil die tatsächliche Zahl immer geringer war als prognostiziert, zum anderen wegen der genannten Überhänge aus dem Vorjahr.

Die Gemeinde Ahrensbök hat bisher 35 Liegenschaften, darunter Wohnungen und Einfamilienhäuser, angemietet, um die Menschen unterzubringen. Eine Immobilie hat die Gemeinde gekauft, über eine andere werde noch verhandelt. „Wenn sich die Zahl bestätigt, werden wir das gerade so schaffen“, sagt Zimmermann. Mietverträge würden jeweils für drei Jahre mit Verlängerungsoption abgeschlossen. Folge der großen Nachfrage durch die Kommunen: „Der Wohnungsmarkt ist dicht“, so der Bürgermeister.

Anderswo führt die Entlastung dazu, dass die geplante Unterbringung von Flüchtlingen erst einmal verschoben wird. Das gilt für die Ratekauer Dorfschaften Ovendorf und Warnsdorf, so Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos). In Ovendorf sollten 16 Flüchtlinge in einem Anbau des Feuerwehrgerätehauses untergebracht werden, der später als Fahrzeughalle genutzt werden kann. In Warnsdorf sollte das Dach des Feuerwehrhauses ausgebaut werden. Beides wird laut Keller zunächst verschoben beziehungsweise erst einmal nicht weiterverfolgt. Laut Plan hatte die Gemeinde Ratekau 2015 eine Sollaufnahmequote von 306, 2016 sind es 172 Flüchtlinge.

Eutin und Süsel müssen 2016 praktisch genauso viele Flüchtlinge wie 2015 aufnehmen. Da ist allerdings der Überhang, also die Zahl der nicht nicht angekommenen Menschen von 2015, eingerechnet. Die Sollaufnahmequote liegt ebenfalls deutlich niedriger als im Vorjahr. „Die Zuweisungen sind momentan etwas zurückgegangen, es wird aber davon ausgegangen, dass ab Mai die Zahlen wieder deutlich steigen werden“, teilte dazu Kerstin Stein-Schmidt, die Sprecherin der Verwaltungsgemeinschaft Eutin/Süsel, mit. „Auf die Wohnraumpolitik hat das insofern Einfluss, als dass wir ab Mai wieder verstärkt Wohnraum benötigen werden“, so die Sprecherin. Deshalb würden die angeschobenen Maßnahmen für die Unterbringung der Flüchtlinge fortgesetzt. So hat die Stadt Eutin gerade das Hotel Redderkrug in Eutin-Fissau bis 2020 gemietet. Die ersten drei Flüchtlinge sind inzwischen eingezogen.

Während die Gemeinden versuchen, alle ihnen zugeteilten Flüchtlinge unterzubringen und zu betreuen, baut das Land die Erstaufnahmeeinrichtungen weiter aus. Auf dem Truppenübungsplatz Putlos stehen 1440 Plätze zur Verfügung — derzeit sind aber nicht einmal 500 belegt. Landesweit sind es insgesamt 12210 Plätze in 13 Einrichtungen. Rund 55000 Flüchtlinge sind 2015 in Schleswig-Holstein eingetroffen. Bis vergangenen Montag waren es seit Jahresbeginn 2204. Ob Flüchtlinge länger als bisher in Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben, hat das Kieler Innenministerium gestern auf Anfrage nicht beantwortet. Heute ist Innenminister Stefan Studt (SPD) in Eutin zu Besuch, wo er unter anderem mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen sprechen will.

Der Verteilschlüssel

Die Sollaufnahmequote bezeichnet die Zahl der neu zugewiesenen Flüchtlinge. Ihre tatsächliche Zahl weicht zum Teil deutlich davon ab.

Eutin: 339 (2015) / 190 (2016)

Ahrensbök: 166 / 94

Bosau: 70 / 38

Malente: 211 / 119

Ratekau: 306 / 172

Scharbeutz: 217 / 122

Süsel: 107 / 59

Timmendorfer Strand: 177 / 100

Die Einwohnerzahl ist maßgeblich für die jeweilige Zuweisungsquote.

Susanne Peyronnet

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