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Ostholstein Deutschlands jüngste Altenpflegerin
Lokales Ostholstein Deutschlands jüngste Altenpflegerin
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20:41 19.09.2017
Jette Petersen feiert im Dezember ihren 19. Geburtstag. Rechts Sabine Knipke vom Pflegedienst „Die Biene“ in Heiligenhafen. Quelle: MANTIK
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Heiligenhafen

Jette Petersen hatte ihren Hauptschulabschluss mit 15 in der Tasche, startete direkt in die dreijährige Ausbildung. „Ich wusste schon immer, was ich beruflich machen wollte“, sagt sie und lacht dabei. Daher sei sie wahrscheinlich die jüngste Altenpflegerin in Deutschland. Denn normalerweise starten die meisten erst mit 16 in die Ausbildung. Jette Petersen feiert erst im Dezember ihren 19. Geburtstag.

Sabine Knipke vom Pflegedienst „Die Biene“ in Heiligenhafen lässt Jette Petersen mit einem lachenden und einem weinenden Auge ziehen. „Die Zusammenarbeit war ganz toll, ich bin sehr stolz auf Jette“, sagt Sabine Knipke. Sie sei ein gutes Beispiel für die gesamte Branche. Knipke: „Die öffentliche Wahrnehmung der Pflege ist zu negativ. Der Beruf ist aufregend, interessant und unbedingt erstrebenswert.“ Jette Petersen ergänzt: „Man muss aber für diesen Job geboren sein.“ So habe sie persönlich auch keine Probleme damit, mit den Pflegebedürftigen verbal und körperlich Kontakt aufzunehmen.

„Bei mir fällt die Hemmschwelle schnell.“ Der körperliche und mentale Aufwand sei riesig, aber die Dankbarkeit der Senioren mehr Lohn als das Gehalt am Monatsende. Knipke und Petersen sind bei ihrer Einstellung zum Job Seelenverwandte. Die positive Ausstrahlung führt auch dazu, dass die „Biene“ in Heiligenhafen keinen Fachpersonalmangel habe. „Ich habe 23 Mitarbeiter, bin hervorragend aufgestellt“, sagt Knipke. „Holzklopfen, dass das so bleibt“.

Jette Petersen wird von der Seniorenresidenz am Kai in Großenbrode als Altenpflegerin im stationären Bereich übernommen. Sie wird sich dort – wie auch während der Ausbildung – mit einem unausweichlichen Thema trotz ihrer Jugend auseinandersetzen müssen: dem Tod. Aber auch hier sind Jette Petersen und Sabine Knipke einer Meinung. „Es ist doch eine Ehre, die Menschen auf den letzten Metern ihres Lebens zu begleiten“, sagt Sabine Knipke. „Wichtig ist“, ergänzt Petersen, „dass es kein Tabuthema ist und wir uns über all unsere Gefühle austauschen“. Dies sei ein zentraler Punkt bei alledem, damit der Job nicht auch die Freizeit bestimme. Knipke und Petersen sind sehr kommunikative Menschen, die auch den dunklen Momenten des Lebens immer etwas Helles und Positives abgewinnen.

Jette Petersen sagt: „Mein Ziel ist es, den Menschen bis zuletzt Freude am Leben zu vermitteln.“

 Von Peter Mantik

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