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Ostholstein Diagnose Blutkrebs: Mike (17) braucht einen Spender
Lokales Ostholstein Diagnose Blutkrebs: Mike (17) braucht einen Spender
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23:41 04.03.2016
Mike (17, 2.v.r.) wünscht sich so viel Normalität wie möglich. Da sind Spiele mit Eltern und Geschwistern genau das Richtige. Quelle: Jennifer Binder
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Wangels

Blutkrebs. Acht Wochen ist es her, dass die Diagnose Mikes Leben umgekrempelt hat. Krankenhaus-Aufenthalte, Untersuchungen, Chemotherapie — das sind plötzlich die Dinge, die den Alltag des 17-jährigen Hansühners bestimmen. Die Ausbildung zum Kfz- Mechatroniker liegt auf Eis, auch die für den 18. Geburtstag in zwei Wochen ersehnte Spritztour im eigenen Wagen muss wegen der Medikamente noch warten. Mikes Chance auf die Rückkehr in ein unbeschwertes Leben ist eine Knochenmark-Spende. Eine Typisierungsaktion unter dem Motto „Eine Stunde für Mike“ soll nun die Suche nach einem genetischen Zwilling unterstützen (siehe Infotext).

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Blutkrebs. Acht Wochen ist es her, dass die Diagnose Mikes Leben umgekrempelt hat.

Als die Ärzte am 11. Januar von „lymphatischer Leukämie“ sprachen, war es für die ganze Familie ein Schock. „Damit rechnet man nicht“, sagt Mutter Simone Strehl (45). Mit einem hartnäckigen Husten fing es an, dann schwoll plötzlich Mikes linke Hand an. „Das war ein großes Glück“, betont die Mama. Dadurch habe ihr Sohn nicht mehr arbeiten können und sei deshalb gezwungen gewesen, das Ganze ernst zu nehmen und zum Arzt zu gehen. Offenbar gerade noch rechtzeitig, wie die Mediziner gesagt hätten.

„Jetzt heißt es, mit voller Kraft gegenan“, sagt Mike. Die Spuren der Chemotherapie sind unverkennbar, doch der junge Mann wirkt entschlossen, stark. Es ist offensichtlich, dass er nicht den Krebs über sein Leben bestimmen lassen will. Dazu passt auch, was er sich von den Menschen in seiner Umgebung wünscht: „Ich möchte, dass sie ganz normal mit mir umgehen — so wie vorher.“

Sein bester Kumpel habe ihm eine SMS geschickt, nachdem er von der Krankheit erfahren habe: „Scheiße ist das!“ Danach hätten sie über andere Dinge gesprochen. „Das fand ich total gut“, sagt Mike. Er wolle jetzt nicht anders behandelt werden, weil er Leukämie habe. Allerdings könne er schon auch verstehen, dass viele Menschen nicht sicher seien, wie sie mit dem Wissen um die Krankheit umgehen sollten. „Es ist ein Tabuthema“, sagt Mike, „ich kann das nachvollziehen.“ Trotzdem sei es schade, „wenn man von einigen Leuten plötzlich viel weniger hört“.

Sein Chef zumindest — er hat sich schon zur Typisierungsaktion angekündigt — habe aber großartig reagiert, erzählt der 17-Jährige. Sein zweites Lehrjahr in einer Neustädter Werkstatt war schon angebrochen, als er die Ausbildung für die Behandlung vorerst abbrechen musste. Er könne dort aber sofort wieder anfangen, wenn es ihm besser gehe.

Mikes Berufswunsch habe immer festgestanden: Schon als kleiner Junge habe er bei seinem Vater in der Werkstatt gestanden und verkündet, dass er später selbst an Autos schrauben wolle, erinnert sich seine Mutter. „Wir haben alles versucht, damit er noch vernünftig wird, aber er war nicht davon abzubringen“, fügt der Papa schmunzelnd hinzu.

Auch Mike grinst. Die Leidenschaft für Autos wurde ihm ja sozusagen vererbt. Zwar sei ihm in den vergangenen Wochen bewusst geworden, „dass der Job nicht alles ist“. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz hätte jedoch eine viel tiefere Bedeutung. Es wäre die Rückkehr in ein Leben ohne Krankheit.

Typisierungs-Aktion: „Eine Stunde für Mike“

Ein passender Knochenmark-Spender für Mike wird gesucht. Sonja Otte (49), eine Freundin der Familie, organisiert für den 15. April eine Typisierungsaktion in Bad Segeberg.

Freiwillige zwischen 18 und 55 Jahren können zwischen 13 und 18 Uhr im „Ergon“ (Marienstraße) vorbeikommen. Ihnen wird Blut abgenommen, um zu prüfen, ob sie als Spender infrage kommen — für Mike oder auch für einen anderen Blutkrebs-Patienten.

Wer von vornherein als Spender ausscheidet und trotzdem helfen möchte, kann sich finanziell an der Aktion beteiligen. Jede Typisierung kostet 50 Euro. Auch freiwillige Helfer werden noch gesucht — sowohl medizinisches Personal als auch für das Rahmenprogramm mit Kuchenbasar und Tombola. Alle Infos gibt es im Internet unter www.uksh.de /gutestun/Spenden+/Eigene+Spendenaktion.html?eine-stunde-fuer-mike/

Als Spender registrieren lassen kann man sich auch von Zuhause aus: Unter www.dkms.de kann (kostenfrei oder gegen eine freiwillige Spende) ein Set für eine Speichelprobe bestellt werden.

Von Jennifer Binder

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