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Dicke Luft wegen der westlichen Peterstraße

Eutin Dicke Luft wegen der westlichen Peterstraße

Die Bauabnahme ist noch nicht erfolgt, denn die Arbeiten laufen, aber schon jetzt hagelt es Reklamationen zur Ausführung der Pflasterarbeiten in der westlichen Peterstraße ...

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Schlecht verlegt? Rinne zu tief? In der westlichen Peterstraße liegen die Steine des Anstoßes.

Quelle: aj

Eutin. Die Bauabnahme ist noch nicht erfolgt, denn die Arbeiten laufen, aber schon jetzt hagelt es Reklamationen zur Ausführung der Pflasterarbeiten in der westlichen Peterstraße und zur Umsetzung der geforderten Barrierefreiheit. Fast unisono bemängelten die Bauausschussmitglieder die Qualität des neu verlegten Verbindungsweges zwischen Fußgängerzone und Bahnhof:

„Wenn wir die Peterstraße so weiterbauen, ist das schlechter als vorher“, schimpfte Jacqueline Meyer (FDP), und Olaf Schmidt (CDU) war sich sicher: „Das hätte mein Urgroßvater so bauen können.“ Dabei ging es zum einen um die Oberflächenbeschaffenheit: Verlegt worden ist gesägter Naturstein: „Das war so gewünscht und ist so beschlossen worden“, erinnerte Bauamtsleiter Bernd Rubelt. „Man kann auch Naturstein gut verlegen, das muss keine Holperstraße werden“, hielt Bernd Dittscher (CDU) dem entgegen. Und auch Klaus Kibbel (SPD) war nicht zufrieden: „Der Vertrauensvorschuss an den Planer ist verpufft“, erklärte er. Darüber hinaus stolperten die Politiker über die Entwässerungsrinnen links und rechts der Wegführung. Die Fahrradinitiative hatte darauf mit entsprechendem Bildmaterial aufmerksam gemacht. Monika Obieray (Grüne) regte an, eine optische Lenkung einzubringen, um zu verhindern, dass jemand in die Rinnen gerate.

Alexander Bauer, der Vorsitzende des Mobilitätsbeirates, bezog auf LN-Nachfrage ebenfalls Stellung. Nach Rückmeldung von Pro-Talis-Bewohnern und aus eigenen Versuchen teilte er folgende Beobachtung mit: Das Überfahren der seitlichen Muldenrinnen im 90-Grad-Winkel mit Rollstühlen führe zum Aufsetzen der Fußstützen, in anderen Winkeln hingegen zu teilweise erheblichen Kipp- und Schlingerbewegungen des Rollstuhls. Dies scheine an der Tiefe der Muldenrinnen zu liegen und an der baulichen Ausführung. Zudem hätten eigene Messungen ergeben, dass die Muldenrinne eine Breite von 48-51 Zentimetern habe. Dies würde bedeuten, dass die Rinne maximal 16-17 Millimeter tief sein dürfte. Die neu gebaute Rillentiefe liege jedoch bei 35-40 Millimetern. In einer Stellungnahme des Planungsbüros RMP heißt es dazu: „Die von unserem Büro gewählte Tiefe von drei Zentimetern ist die Mindesttiefe, die die nötige Entwässerungsleistung, das am Markt verfügbare Material und eine leichte Zugänglichkeit kombiniert. In den Eingangsbereichen verringern wir die Tiefe auf 1,7 Zentimeter, um die Zugänglichkeit für Menschen mit einem Handicap zu erleichtern.“

Die insgesamt sieben Bauarbeiter, die auch am Donnerstag Steine verlegten, ließen sich indes zu keinem Kommentar hinreißen. Der Schachtmeister erklärte, die Bauweise sei keineswegs ungewöhnlich und verwies ebenfalls auf die Eigenschaften von Naturstein.

Planer Philip Haggeney vom Büro RMP erklärte gegenüber den LN, das Volumen einer Rinne müsse so bemessen sein, dass bei Niederschlag das Wasser abfließen könne. Alternativen zur jetzigen Bauweise seien eine Schlitzrinne oder eine klassische Entwässerungsrinne mit Abdeckgitter — beides sei für den Standort weder geeignet noch gewünscht gewesen. Haggeney wird am 3. März zu einer Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses anwesend ein und kommt auch am 10. März zur nächsten Zusammenkunft des Bauausschusses.

Rubelts Einladung zu einem Ortstermin, bei dem der Zustand von neuer und alter Pflasterung verglichen werden könne und der Planer Gelegenheit habe, Hintergründe zu erklären, schlugen die Bauausschussmitglieder übrigens aus: Sie hatten sich, so schien es, ihre Meinung bereits gebildet. aj

LN

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