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Ostholstein Dicke Luft zwischen Süseler Wehr und Politik
Lokales Ostholstein Dicke Luft zwischen Süseler Wehr und Politik
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20:18 17.09.2013

22 Tagesordnungspunkte und damit viel Arbeit hatte der Süseler Finanzausschuss auf seiner Sitzung am Dienstagabend zu bewältigen. Darunter Themen, die die finanzschwache Gemeinde vor Probleme stellen — wie die zusätzlichen 45 000 Euro, die für die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges mit Wasser (TSF-W) für die Feuerwehr Fassensdorf bereitgestellt werden sollten.

Bereits im Haushalt vorgesehen ist dafür ein Betrag von 100 000 Euro, und dabei blieb es am Ende auch nach einstimmigem Beschluss bei einer Enthaltung. Zu wenig für einen 8,8-Tonner, wie nach Angaben aus der Verwaltung erste Angebote ergeben hatten. Mehr allerdings will keine der Fraktionen investieren, zumal die Förderobergrenze des Kreises bei 94 000 Euro liegt.

Ab einem gewissen Punkt der Diskussion ging es dann aber nicht mehr nur darum, ob das wasserführende Tanklöschfahrzeug für die Fassensdorfer Feuerwehr eine Größe von 6,3 Tonnen oder die von der Gemeindewehrführung mittelfristig für sinnvoller erachteten 8,8 Tonnen haben soll sowie die damit verbundenen Kosten — gestritten wurde um das große Ganze. „Wir haben hier die vergangenen fünf Jahre nur rumgeeiert. So geht es nicht weiter“, sagte Adrianus Boonekamp (CDU) und forderte, einen externen Gutachter mit der Erstellung eines Konzeptes zu beauftragen: „Da muss man mal den Hebel ansetzen und sagen: Nein! Es gibt keine neuen Investitionen, bevor das nicht geklärt ist.“ Sein Parteikollege Claus Ehlers sah in der Haltung des Gemeindewehrführers Kai Nagel einen Grund für die problematische Situation: „Ich erwarte vom Gemeindewehrführer allemal mehr Ideen, die er einbringt, als Wahlkampfreden wie eben“, kommentierte Ehlers Nagels Ausführungen zu den Anforderungen an ein TSF-W.

Nagel ging angesichts dieser Vorwürfe und der zögerlichen Haltung, was die Freigabe von Haushaltsmitteln für den Feuerwehrbedarf angeht, seinerseits in die Offensive: „Es ist eine Grenze erreicht!

Die Motivation der Feuerwehren ist nach den vergangenen Sitzungen im Keller. Wir machen das hier ehrenamtlich. Wenn das nicht mehr gewollt ist, soll die Politik das sagen.“ In jeder Wehr werde aus eigenen Mitteln zugebuttert, so Nagel weiter.

Edwin Schultz, Ortswehrführer in Fassensdorf, erinnerte daran, dass die Feuerwehr zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde gehöre. Damit verbunden sei nicht nur die Erhaltung, sondern auch die Werbung für Wehren. Stattdessen werde „gegen die Feuerwehr geschossen“, so Schultz und stellte die Frage nach der Verlässlichkeit der Gemeinde gegenüber der Feuerwehr.

Albrecht Dudy (SPD) setzte auf Dialogbereitschaft und formulierte entsprechend einen Vorschlag von Swantje Meininghaus (SPD) als Beschlussvorlage: Danach soll die Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplanes, die für 2014 ohnehin ansteht, von der Feuerwehrschule begleitet und mit allen Beteiligten an einem runden Tisch vorgenommen werden. Darauf einigte man sich einstimmig.

Die Beschaffung eines hydraulischen Rettungssatzes für die Freiwillige Feuerwehr Süsel wurde unterdessen gegen die SPD-Stimmen von CDU und Freien Wähler abgelehnt. Und auch die anstehenden Arbeiten an der sogenannten Leichtflüssigkeitsabscheideanlage am Feuerwehrgeräthaus in Süsel bergen weiteren Diskussionsstoff hinsichtlich der Finanzierung. Ob die dafür vorgesehene Summe von 20 000 Euro angemessen ist, soll bei einem Ortstermin überprüft werden.

Astrid Jabs

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