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Ostholstein Dickes Minus im Insel-Haushalt 2016
Lokales Ostholstein Dickes Minus im Insel-Haushalt 2016
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20:23 14.12.2015
Keine Mehrheit gibt es für das geplante neue große Verwaltungsgebäude in der Bahnhofstraße mit dem alten Amtsgebäude (l.) und der Kult-Kneipe „Mopsy“ (r.). Quelle: Fotos: Schwennsen

Drei Anläufe hat der Finanzausschuss Fehmarn gemacht. Verteilt auf drei Wochen war das ein stundenlanger Sitzungsmarathon, auf dem um (fast) jeden Euro hart gerungen wurde. Trotzdem sind für morgen, 16. Dezember, in der Stadtvertretung Fehmarn (19 Uhr, Senator-Thomsen-Haus) keine schwarzen Zahlen in Sicht.

Im Gegenteil: Das Minus, das im Haushaltsplan für 2016 abgesegnet werden soll, liegt inzwischen zwar unter der empfindlichen Schmerzgrenze von drei Millionen Euro. Aber nur knapp: 2,8 bis 2,9 Millionen Minus, rechnete Kämmerer Mario Markmann das Defizit hoch — trotz des Streichkonzertes. Dazu kommt ein Kreditbedarf von 7,5 Millionen Euro. Ausschuss-Vorsitzender Carsten Mackeprang (FWV) macht sich erhebliche Sorgen, ob die Kommunalaufsicht des Kreises Ostholstein das mitträgt.

Den stärksten Dämpfer gab es ohnehin schon für die Verwaltung. Zusammen mit dem Tourismus-Service Fehmarn liebäugelte sie damit, in der Bahnhofstraße gleich neben dem Burger Verwaltungsgebäude (ehemals Amt Fehmarn) die Kult-Kneipe „Mopsy“ mit Nebengebäuden zu kaufen und dort eine zentrale Anlaufstelle neu zu bauen. Eine Lösung mit „Synergieeffekten“, so der stellvertretende Fachbereichsleiter Benjamin May — aber auch eine teure. Bei 1,2 Millionen Euro (2016) für den Grundstückserwerb und weiteren geschätzt 2,6 Millionen Euro Investions- und Folgekosten (2017) war das zu viel für die Mehrheit im Ausschuss: Die Pläne wurden endgültig abgelehnt.

Nur die SPD stimmte dafür. Die CDU favorisiert dagegen — so Fraktionssprecher Werner Ehlers — weiterhin eine Neubaulösung im Burger Stadtpark, den die SPD — so Andreas Herkommer — aber „nicht zubetonieren“ möchte.

Jetzt muss die Verwaltung erst einmal weiter mit mehreren Gebäuden in der Stadt klarkommen. Für Ehlers ist das keine Katastrophe: „Wir sind alle vernetzt. Und wer zu Fuß läuft, kriegt auch frische Luft.“ Herkommer konterte: „Ja, in der frischen Luft kann man sich wohlfühlen, aber für eine Verwaltung ist das nicht effizient.“ Zudem bedauerte er, dass die Stadt zwei ehemalige Schulen unter Wert verkauft habe, die sie jetzt dringend gebrauchen könnte.

Ein weiterer Knackpunkt sind die Personalkosten. Binnen zwei Jahren hat es eine Steigerung um 750 000 Euro gegeben. Gunnar Mehnert (WUW) zürnte: „Welcher Betrieb kann sich solche Exzesse leisten, ohne dass sofort ein Personalberater kommt? Das ist nicht tragbar.“ Herkommer sprang Bürgermeister Jörg Weber (SPD) zur Seite: „Die Mitarbeiter der Verwaltung schieben schon jetzt 8000 Überstunden vor sich her. Ein Unternehmen müsste sie ausbezahlen.“

Verteilt wurde eine Liste über Zuschüsse und freiwillige Leistungen von fast zwei Millionen Euro. „Das ist der Zettel, der weh tut, wenn wir unsere Vorsätze der Haushaltskonsolidierung endlich umsetzen“, so Mackeprang.

„Es wird diesmal bei der Kommunal-
aufsicht schwer.“
Mario Markmann,
Kämmerer

Gerd-J. Schwennsen

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