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Ostholstein Die Alles-Könner von der Rettungswache
Lokales Ostholstein Die Alles-Könner von der Rettungswache
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21:13 12.09.2016
Mitte Mai bis Mitte September ist Saison. Nun freuen sich Dr. Michael Schaal (l.) und Dirk Kraus darauf, durchatmen zu können. Quelle: Fotos: Jhw
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Timmendorfer Strand

Sie werden bepöbelt, angegriffen und bekommen oft längst nicht die Anerkennung, die sie verdienen. Das Deeskalation-Training gehört heute zur Ausbildung. „Die renitenten Patienten nehmen zu“, sagt Dr. Michael Schaal. Achtung und Wertschätzung hingegen würden weniger. „Sie müssen Menschen schon lieben, um diesen Beruf ausüben zu können.“ Und dennoch kommt der Anästhesist aus Köln seit vielen Jahren im Sommer an die Ostsee, um während der Saison das Team der Malteser in der Wache an der B 76 in Timmendorfer Strand als Notarzt zu verstärken. „Da hören die Urlauber aus Nordrhein-Westfalen gleich einen vertrauten Tonfall, das kommt beim Einsatz gut an.“

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Von der Lebensrettung bis zum vegetarischen Kochen: Anstrengende Saison für die Timmendorfer Malteser.

24 Stunden sind die Rettungswagen-Besatzungen während der Saison in Bereitschaft, die jetzt mit dem Finale der Beachvolleyball-Meisterschaften endete, danach reduziert sich die Stundenzahl.

„6500 Einsätze waren es im vergangenen Jahr insgesamt“, ergänzt Dirk Kraus, Chef der Malteser-Rettungswache. Die Tendenz sei steigend. Denn auch in diesem Sommer waren die Malteser ständig gefordert.

Zwar gab es wegen des unbeständigen Wetters weniger Badeunfälle und Wespenstiche, „doch die Auslastung ist dennoch hoch“, ergänzt Matthias Glaese, stellvertretender Kreisbeauftragter der Malteser in Ostholstein.

Was vielen nicht bekannt sei, während der Sommermonate aber ebenfalls einen Großteil der Kapazitäten binde, sei die Versorgung pflegebedürftiger Urlauber. „Viele haben hier seit Jahren eine Ferienwohnung, brauchen nun im Alter beispielsweise Hilfe bei der Medikamenten-Gabe.“ Für die Familien sei es beruhigend, dass ihre pflegebedürftigen Angehörigen dennoch Urlaub machen könnten und dementsprechend betreut würden.

Belastend sind für alle die Einsätze bei schweren Unfällen. „An An- und Abreisetagen gibt es die größten Unfallchancen“, so Michael Schaal. Einerseits seien die Leute of nicht so konzentriert, andererseits ist das Verkehrsaufkommen einfach viel höher. Auch Wettrennen junger Autofahrer führten immer wieder zu teils schlimmen Unfällen. Zudem würden die Malteser gerufen, da immer mehr Wissen verloren gehe. „Früher wusste man von den Eltern oder Großeltern, was bei hohem Fieber zu tun ist“, so die Retter. „Heute kommen wir und machen die Wadenwickel.“

Während des Beachvolleyball- Wochenendes stand nicht nur die medizinische Versorgung auf der Agenda, „wir verpflegen die Teams auch“, sagt Matthias Glaese. „Wir machen alles, sogar vegetarisches Chili con Carne.“

Martina Janke-Hansen

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