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Ostholstein Die CDU und der Küstenschutz
Lokales Ostholstein Die CDU und der Küstenschutz
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22:13 07.04.2017

Wahlkampf findet manchmal im fast stillen Kämmerlein statt. Als der im Wiederwahlkampf steckende CDU-Landtagsabgeordnete Hartmut Hamerich am Donnerstagabend nach Niendorf kam, um über Bebauung an der Küste zu sprechen, hörten gerade mal zwölf Leute zu, so gut wie alle von der eigenen Couleur. Hamerichs Thema war das neue Landesnaturschutzgesetz, das entlang von Nord- und Ostsee einen Küstenschutzstreifen bis zur nächsten Bebauung von 150 Metern festlegt. Dieser Schutz gelte aber nicht, wo es gültige Bebauungspläne gebe. „Wenn ihr hier in der Gemeinde Timmendorfer Strand alles über Bebauungspläne geregelt habt, sitzt ihr in der Laube“, sagte Hamerich. Im Klartext: Niemand müsse sich Sorgen machen. Allerdings gelte das nicht fürs Maritim-Seehotel.

Hartmut Hamerich.

Wolle die Kommune innerhalb einer Übergangsphase vorsorglich noch einen Bebauungsplan aufstellen, müssten die Kommunalpolitiker Hellseher sein. „Ihr müsst wissen, was der Investor in zehn Jahren vorhat. Das ist schwierig. Ihr könnt völlig daneben liegen.“ Es ging dann noch um ein paar Details, etwa für welche Bauten es Ausnahmen gebe, wozu nicht nur Stege und Strandkorbvermieter-Buden gehören, sondern auch Bauten für den Rettungsdienst.

Hamerich geißelte das von der schleswig-holsteinischen Küstenkoalition aus dem Bundesnaturschutzgesetz übernommene Abstandsgebot von 150 Metern an den Küsten als investorenfeindlich und feindlich für die Region. „Wir hätten es auch anders hinkriegen können. Haben wir aber nicht.“ Hätte das Landesnaturschutzgesetz vor drei Jahren bereits gegolten, gäbe es zum Beispiel den Fischereihof Hemmelsdorf nicht. Denn auch an großen Binnenseen gibt es einen Schutzstreifen, der ist allerdings 50 Meter breit.

Hamerichs Fazit: „Wir brauchen die vielen Regularien nicht. Wir brauchen erlebbaren Tourismus.“ Der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Christian Freitag fügte hinzu: „Niemand kommt doch auf die Idee, die ganze Küstenseite vollzubauen. Wir tun das doch alles für die Investoren, und gute Investoren brauchen wir.“

sas

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