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Ostholstein Die Feuerwehr wird rot
Lokales Ostholstein Die Feuerwehr wird rot
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21:50 02.12.2017
Signalfarbe Rot: Die Feuerwehrleute in Scharbeutz bekommen ein solches Outfit. Quelle: Foto: Raik Mielke
Scharbeutz

Es geht in die heiße Phase. Nach langen Sitzungen der Feuerwehren mit dem Finanzausschuss ist nun klar: Sollte die Gemeindevertretung Mitte Dezember nicht überraschend anders entscheiden, bekommen die Wehren ab 2018 eine Frischzellenkur verpasst.

„Das meiste Geld fließt in den Neubau eines Gerätehauses in Schürsdorf“, sagt Gemeindewehrführer Patrick Bönig. Das soll dann zugleich als Gemeinschaftshaus fungieren. Ortswehrführer Henrik Nitz wartet schon lange auf den Neubau. Seit 2009 beantragte er erfolglos Gelder. „Wir müssen immer erst das Löschfahrzeug aus der Garage rollen, wenn wir in die Umkleiden wollen.“ Und die sind sanierungsbedürftig: Es gibt keine Duschen und getrennten Toiletten, obwohl fünf der 21 Brandschützer Frauen sind.

Nitz freut sich: „Jetzt werden die Feuerwehr mehr in den Fokus gerückt und das gemeinsame Dorfleben gefördert.“ Für das Gebäude stellt die Politik zwei Millionen Euro zur Verfügung. Wann genau der Bau beginnt, ist noch unklar.

Drei neue Fahrzeuge gibt es für die Feuerwehren: Den Anfang macht die Feuerwehr Pönitz. 320000 Euro kostet ein modernes Löschgruppenfahrzeug. Ab 2018 soll es in der Garage stehen. Das Geld dafür stammt noch aus einem Bewilligungsverfahren des Vorjahres. Auch Scharbeutz bekommt ein neues Löschfahrzeug für dieselbe Summe. „Das kann wegen Problemen bei der Ausschreibung aber erst 2019 geliefert werden“, sagt Volker Bensch, Kämmerer der Gemeinde Scharbeutz. Und die Scharbeutzer Jugendfeuerwehr bekommt für 40 000 Euro einen Mannschaftstransportwagen.

Sichtbarste Veränderung: Die Feuerwehrhelfer bekommen bis 2019 ein neues Outfit. Ihre Schutzanzüge werden künftig rot sein, nicht wie bisher schwarz. Das hat praktische Gründe: „Wir sind viel auf der Straße unterwegs und leisten dort Hilfe“, sagt Bönig, „da sieht man uns dann besser.“ Die Ausrüstung soll sicherer werden. „Durch einen Brustgurt mit Karabiner in der Jacke können wir einfacher aus einer Gefahrenlage gerettet werden“, erklärt der Gemeindewehrführer.

Und zu guter Letzt: Neben den Neuanschaffungen entschied der Finanzausschuss über eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung für die Ortswehrführer ab Januar kommenden Jahres. Sie machen ihre Arbeit ehrenamtlich. „Wir haben eine große Verantwortung und sind mindestens zwei Stunden am Tag damit beschäftigt“, sagt Bönig. Zudem gebe es in Scharbeutz andere Belastungen als in anderen Orten: Viele Urlauber, höhere Gefahren, Verantwortung für mehrere Fahrzeuge. Bisher bekamen die Scharbeutzer Ortswehrführer dafür 63 Euro im Monat ausgezahlt, in Zukunft sollen es 93 Euro sein.

„Die Politik hat allen Anträgen im Wesentlichen stattgegeben“, sagt Bönig. Wenn auch die Feuerwehr ursprünglich mehr Geld erwartet hatte. Bönig ist jedoch überzeugt, dass auch mit der jetzigen Summe viel erreicht werden könne. So werde das Leben der Feuerwehrleute einfacher und sicherer.

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 Von Saskia Bücker

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