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Ostholstein „Die Gesundheitswirtschaft soll gestärkt werden“
Lokales Ostholstein „Die Gesundheitswirtschaft soll gestärkt werden“
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15:22 21.09.2017
Axel Gehrke möchte für die AfD in den Bundestag einziehen und dort den Wahlkreis 9 vertreten. Quelle: Julia Konerding
Reinfeld/Lübeck

Als Kandidat in den Bundestag - das war für Prof. Dr. Axel Gehrke eigentlich nie ein Thema. Er war zwar politisch interessiert, aber kein Mitglied einer Partei. Bis 2013. Aus Prostest trat er in die AfD ein. Jetzt kandidiert er schon das zweite Mal als Direktkandidat, diesmal für den Wahlkreis 9 (Ostholstein/Nordstormarn). 

„Ich habe mich über die Rechtsbrüche der Merkel-Regierung geärgert“, erzählt der Arzt und Hochschullehrer aus Grönwohld (Stormarn). „Es wurde mehrfach gegen internationale Verträge verstoßen.“

So habe es nicht weitergehen dürfen. „Ich habe auch Verantwortung für meine Kinder.“ Der dreifache Vater ist sich bewusst, dass er gegen die etablierten Kandidaten von SPD und CDU nur geringe Chancen hat, als Zweiter auf der Landesliste könnte er es jedoch durchaus in den Bundestag schaffen. „Es sieht momentan ganz gut aus“, sagt der 75-Jährige vorsichtig.

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Dem Mediziner liegen vor allem soziale Themen am Herzen, die zunehmende soziale Spaltung treibt ihn um. Nur ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung besitze ein Großteil des Volksvermögens, sagt Gehrke und führt weiter aus: Es gebe eine hohe Kinderarmut, eine drohende Rentnerarmut und immer mehr prekäre Arbeitsverhältnisse. „Allein in Schleswig-Holstein sind 42 Prozent der Verträge zeitlich befristet.“ Das möchte der Stormarner ändern. „Es darf in Betrieben maximal 15 Prozent Zeitverträge geben.“

Auch für seinen Wahlkreis hat er schon genaue Vorstellungen. „Ich möchte die Gesundheitswirtschaft stärken“, kündigt er an. Das sei der kommende Wirtschaftsmotor. „Der Tourismus und das Gesundheitswesen sollen verbunden werden.“ Auf Wahlplakaten kann Gehrke für diese Aussagen nicht um Zustimmung werben. „Das hat keinen Zweck“, sagt er resigniert. „Die werden sofort abgerissen.“

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Trat er im Wahlkampf 2013 noch öffentlich auf, sei dies jetzt nicht mehr möglich. Auch in seinem persönlichen Umfeld machte Gehrke wegen seiner Parteizugehörigkeit negative Erfahrungen. „Einige Freunde haben sich abgewandt.“ Ein Austritt sei für ihn jedoch nie ein Thema gewesen. „Es ist Zeit für eine neue und frische Opposition.“ Am 24. September wird Gehrke wie seine Parteikollegen ein Wahllokal besuchen - und die Auszählung genau beobachten.

Die Direktkandidaten

Die Bundestagswahl ist am 24. September.

Im Wahlkreis 9 (Ostholstein/Nordstormarn) treten acht Parteien an.

Die Mitbewerber von Prof. Dr. Axel Gehrke sind Bettina Hagedorn (SPD), Ingo Gädechens (CDU), Joachim Rinke (FDP), Jakob Brunken (Linke), Klaus Eickmeyer (Linke), Stephanie Lubnow (Freie Wähler) und Thomas Vollbracht (Familie).

Mit der Wahlbenachrichtigung können Sie persönlich Ihre Stimme in dem zugewiesenen Wahlraum abgeben. Alternativ können Sie per Briefwahl wählen. Dann müssen Sie einen Wahlschein beantragen.

181577 Menschen sind im Wahlkreis 9 wahlberechtigt.

Von Julia Konerding

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