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Ostholstein Die Gilde feiert: Rosige Zeiten in Oldenburg
Lokales Ostholstein Die Gilde feiert: Rosige Zeiten in Oldenburg
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10:18 21.06.2016
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Oldenburg

Für alle anderen sind es die „Tage der Rosen“. Für Klaus Kasper ist es diesmal zusätzlich die wohl größte Geburtstagsparty der Welt. Das Mitglied der Oldenburger St. Johannis-Gilde von 1192 hat gestern doppelten Grund zum Feiern: Das Gildefest fällt in diesem Jahr mit seinem 70. Ehrentag zusammen.

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Gestern großer Festumzug durch die Stadt – Vogelschießen geht heute weiter – Königsschuss wird zwischen 19 und 20 Uhr erwartet.

Ein Grund allein tut’s allerdings auch, wie das übrige Oldenburg beweist. Beim großen Festumzug ist vormittags die ganze Stadt auf den Beinen. Wer nicht selbst mitmarschiert, beobachtet, bejubelt – und betätigt mit Feuereifer den Auslöser an Kamera oder Handy. „Immer schön lächeln“, ermahnt denn auch scherzhaft ein Gildebruder den anderen. An anderer Stelle sind solche Aufforderungen offenbar überflüssig: „Die Rose ist das Erkennungszeichen für gute Laune“, heißt es dort.

Ein Besuch in der Zeltrunde untermauert diese Theorie. Die Stimmung ist fröhlich, vielerorts auch feuchtfröhlich. Witze und lustige Anekdoten wechseln den Erzähler, gemeinsame Erinnerungen werden aufgefrischt. Olaf Kroll stößt gut gelaunt mit Ehefrau Karen an. Bei der Hochzeit habe der Pastor sie Karin genannt. Falscher Name – aber Hauptsache, die richtige Frau, sagt er grinsend.

Nebenan auf dem Schützenplatz versammeln sich derweil schon die ersten Zuschauer, während Stefan Tuschmann und Ecki Kasten noch die letzten Vorbereitungen für das Vogelschießen treffen. Einen vorsichtigen Versuch von Gildebote Ole Landt, das Schießen zu eröffnen, unterbinden die beiden knapp („Wir sind noch nicht fertig!“), bevor sie sich wieder der Ausrichtung der Gewehre widmen. „Damit kommt man nicht hoch genug“, stellt Stefan Tuschmann fest, als er probehalber auf den Holzvogel zielt. Die Reaktion seines Kollegen ist ein Augenrollen – und ein Griff in den Werkzeugkasten.

Die Mühe hat sich offenbar gelohnt: Als schließlich alles bereit ist, geht es plötzlich ganz schnell; gleich der erste Schuss ist ein Treffer. Hendrik Möller holt prompt den „Reichsapfel“ als ersten Silberpreis vom Himmel. Für die folgenden Schützen gibt es aber noch genug zu holen, wie ein Blick auf die Liste vom 2. Ältermann Helmut Schwarze verrät.

Auch Geburtstagskind Klaus Kasper will noch sein Glück versuchen. Um die Königswürde will er aber nicht mitschießen – „ich will nicht meinen eigenen Vogel herunterholen“, sagt der Spender des Tiers.

Wer diese Herausforderung meistert, soll sich heute Abend entscheiden.

 jen

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