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Ostholstein Die Gilde von A(pfel) bis Z(eltgemeinschaft)
Lokales Ostholstein Die Gilde von A(pfel) bis Z(eltgemeinschaft)
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18:21 15.04.2017

Apfel: Der „Goldene Apfel“, ein Trinkbecher, ist einer der größten Schätze der Gilde. Er wurde ihr 1732 von Herzog Karl Friedrich gestiftet. Im Gildemuseum auf dem Gelände des Wallmuseums ist eine Nachbildung ausgestellt; das Original steht im Tresor.

Das große Gilde-Abc: Hier werden wichtige Eckdaten der Oldenburger St. Johannisgilde kurz zusammengefasst und erläutert.

Beliebung: Neben der Satzung ist sie das Schriftstück, in dem Aufgaben und Traditionen der Gilde aufgeführt sind.

Chronik: Oberstudiendirektor i.R. Erich Koglin hat die große Gilde-Chronik verfasst, die die Geschichte der Gilde bis zu ihrem 800. Jubiläum erzählt. Zum 825-jährigen Bestehen soll nun zusätzlich eine Festschrift erscheinen.

Draußen: „Zum Gildefest scheint immer die Sonne“ – so erzählt man es sich in Oldenburg. Draußen gefeiert würde sonst auch bei schlechtem Wetter – aber das ist ja zum Glück nie nötig.

Erst Öllst: Der 1. Ältermann ist sozusagen der Vorsitzende der Gilde. Das Amt wird jedes Jahr weitergegeben.

Fahnen: Drei eigene Fahnen hat die Gilde. Beim Festumzug wird zudem die Stadtfahne mitgetragen.

Gemeinschaft: Die Gilde entstand einst als Kalandsbruderschaft – gegründet, um Gutes zu tun. Noch heute sieht die Gilde es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben an, Mitgliedern in Notsituationen beizustehen.

Hauptlade: Sie beherbergt grundlegende Elemente aus dem Gildeschatz – wie das Klopfholz, das eine ähnliche Funktion hat wie der Hammer vor Gericht, und regelmäßig zu Versammlungen hervorgeholt wird.

Internet: Informationen rund um die Gilde veröffentlichen die Mitglieder auf ihrer Homepage: www.johannisgilde.com Johanni: Am Johannistag 1688 entstand aus der bisherigen Katharinen- die Johannisgilde. Die Tage der Rosen, das große Gildefest, werden jedes Jahr um Johanni herum gefeiert.

König: Zur Majestät wird, wer beim Vogelschießen im Juni den entscheidenden Treffer landet. Anders als in anderen Gilden kommen auf den Oldenburger König keinerlei finanzielle Ausgaben zu, weshalb es hier auch schon häufiger sehr junge Majestäten gab.

Löffel: Die Silberlöffel – die auch beim Festumzug vorneweg getragen werden – bilden die Preise für die erfolgreichen Schützen beim Vogelschießen.

Melkpause: Früher wurde das Vogelschießen unterbrochen, damit die Landwirte auf einer benachbarten Weide ihre Kühe melken konnten. Symbolisch wird die Pause noch immer eingehalten.

Nicht-Mitglieder: Auch sie sind eingeladen, an den Tagen der Rosen mitzufeiern. In der Regel ist die ganze Stadt auf den Beinen.

Oldenburg: Hier ist die älteste Gilde Deutschlands ansässig. Die Mitglieder kommen aber auch aus Nachbarorten. Einige von ihnen sind mittlerweile sogar ganz weggezogen, der Gilde aber treu geblieben. Deshalb gibt es beispielsweise auch Mitglieder aus dem Rheinland.

Plattdeutsch: Die Gilde hat sich die Bewahrung der Sprache auf die Fahnen geschrieben. In den eigenen Reihen wird nur Platt gesprochen.

Querschläger: Damit es die beim Vogelschießen nicht gibt, sichert die Gilde das Holztier mit einer modernen Schutzanlage.

Rose: Sie ist das Sym-

bol der Johannis-

gilde und beim

großen Fest im

Sommer sehr präsent.

Alle Gildebrüder tra-

gen sie im Knopfloch,

in der Stadt blüht es,

und überall wird in

dieser Zeit mit

Rosen ge-

schmückt.

Ständchen: Der Festumzug beim Gildefest macht jedes Jahr Halt an einem Seniorenheim, um die Bewohner mit einigen Liedern zu unterhalten.

Tanz: Mit dem Fastl-Avend- Ball wird nach der Ältermannübergabe das neue Gildejahr eingeläutet.

Umzug: Der große Festumzug ist einer der Höhepunkte bei den Tagen der Rosen. Im Jubiläumsjahr gibt es diesmal sogar zwei Märsche.

Vogel: Drei Zentner wiegt der Holzvogel, auf den beim Gildefest geschossen wird. Die Reihenfolge der Schützen wird durchs Grabbeln – eine Auslosung – bestimmt.

Wechsel: Die Ämter in der Gilde werden regelmäßig weitergegeben. Neue Kandidaten wählt der jeweilige Vorstand aus.

X-mal: Nach dem wievielten Schuss der Vogel fällt, können selbst die erfahrendsten Gildebrüder nicht vorhersehen. Jedes Jahr gibt es Prognosen – und am Ende werden in der Regel doch wieder alle überrascht.

Y-Chromosom: Früher war die Gilde eine reine Männerveranstaltung. Inzwischen gibt es auch viele weibliche Mitglieder. Das Vogelschießen bleibt allerdings Männersache.

Zeltgemeinschaften: Viele Gildemitglieder haben sich zu Zeltgemeinschaften zusammengeschlossen. Zum Fest werden die Zelte mit Tischen davor für ein gemütliches Zusammensein in einer Runde aufgebaut.

LN

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