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Ostholstein Die Insel ist bereit: Fehmarn feiert zum 134. Mal
Lokales Ostholstein Die Insel ist bereit: Fehmarn feiert zum 134. Mal
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20:16 03.02.2016
Sie sorgen für Stimmung: Elf Funkenmariechen stellen ihre Tänze vor. Quelle: Fotos: Schwennsen

Ausgerechnet Fehmarn ist Ostholsteins älteste Hochburg der Narren und Närrinnen. 134 Jahre Inselkarneval — was für eine lange und stolze Tradition. Dabei war der schnöde Mammon einst Schuld daran. Sprich: das „ewige Thema Geldknappheit“. Es bewog den Vorstand der 1874 gegründeten Feuerwehr, schon bald eine Maskerade zu veranstalten.

Das war, so der heutige Wehrführer Friedrich Rathjen, der Beginn des heutigen Inselkarnevals, zu dem noch immer von der Freiwilligen Feuerwehr Burg eingeladen wird. Er selbst war lange ihr „Festminister“.

Wer jetzt übrigens spitz nachrechnet, liegt richtig. Es hätten sogar noch mehr närrische Nächte werden können. Doch während der beiden Weltkriege war jahrelang niemandem nach ausgelassener Stimmung zumute. Und 1991 gab es nochmals eine Pause — wegen des Golfkrieges. Deshalb waren die mittlerweile verstorbenen Peter und Heike Graß bis heute das einzige Prinzenpaar, das zwei Jahre regierte. Erst 1992 wurden sie von Friedrich Rathjen und Inken Feldhusen abgelöst.

Letztere ist heute als Inken Rathjen — gemeinsam mit Katja Heym — Tanztrainerin der Gardetänzerinnen und Funkenmariechen.

Fehmarn helau! Früher war das auch ein Fest mit vielen dänischen Gästen, die eigens mit der Fähre rübersetzten, um rund um den Burger Marktplatz ausgiebig zu feiern. Sie haben sich seit einigen Jahren ziemlich rar gemacht. Dafür wird schon am Nachmittag Kinderkarneval gefeiert. Die kleinen Jecken bejubelten ihr eigenes Kinder-Prinzenpaar übrigens erstmals im Jahre 1989.

Wer dies alles nachlesen möchte: Willi Steen (76), 1959 in die Wehr eingetreten und dort 40 Jahren aktiv, hat die jüngere Geschichte der Wehr und natürlich auch des Inselkarnevals bis heute dokumentiert. Geschätzt 7500 Zeitungen hat er durchgeblättert und ist fündig geworden. Hier die Großbrände und tödlichen Verkehrunfälle, dort der Inselkarneval und manch anderes geselliges Ereignis.

Alles ist drin, bislang in sechs dickleibigen Bänden. Steen: „Band sieben ist in Arbeit und in zwei Jahren fertig.“

Es ist eine Fundgrube — auch zum Thema Inselkarneval. Ein paar Kostproben zum Schmunzeln: Die Wasserpfeifen, die 2000 zwei orientalisch ausstaffierte 16-jährige Mädchen aus dem Kreis Plön auf die Insel brachten, waren voll funktionsfähig — und enthielten reines Marihuana. Zwei Jahre später meldete der Sicherheitsdienst einen Gast mit Schusswaffe. Die Polizei raste herbei und gab rasch Entwarnung: Die Spielzeugpistole gehörte zur Kostümierung des Jecken.

Berühmt-berüchtigt ist seit jeher der Sturm aufs Rathaus. Wer immer dort reagiert: Punkt 20.11 Uhr muss der Bürgermeister am Narren- Sonnabend den Stadtschlüssel symbolisch für eine Nacht an das neue Prinzenpaar, dessen Namen bis dahin streng geheim sind, abgeben.

Zuvor hält er eine Büttenrede. Manchmal mit deftigem politischen Zündstoff. So stieg Klaus Tscheuschner 1998 in die Bütt und prophezeihte mit Hilfe einer Glaskugel die Bewerbung Fehmarns für die Winter-Olympiade.

Wie denn das? Ganz einfach: Durch die Lagerung des Baggergutes für einen Belttunnel würden riesige Berge vor Fehmarn entstehen.

Mal seh‘n, was Bürgermeister Jörg Weber diesmal zum Dauerbrenner Beltquerung einfällt. Denn der reale Tunnel ist noch lange nicht in Sicht.

Programm für den Insel-Karneval steht: Kinderfunken und Sturm aufs Rathaus

Das Programm steht. Hans-Gerhard Gross und Sebastian Hemsing haben als „Orga-Team“ den 134. Inselkarneval am Sonnabend, 6. Februar, fest im Griff. Punkt 15.10 Uhr treffen die insgesamt 22 Kinderfunken im großen Festzelt auf dem Burger Marktplatz ein und werden von Wehrführer Friedrich Rathjen begrüßt. Der Kinderkarneval geht bis 18 Uhr.

Punkt 20.11 Uhr trifft es im Rathaus ein: das neue Prinzenpaar nebst Gefolge. Beim Rathaussturm dabei sind neben dem Herold die Funkenmariechen Annika Liesenberg, Kerstin Bürger, Jenny Schäckermann, Mara Jo Behnke, Stephanie Skibba, Virgine Steinmetz, Svenja Runk, Johann Schwirz, Jule Spohr, Lea Wolfestieg und Stefanie Mielke dabei — echt junge Damen, so viele wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Ab 21 Uhr erobern das Prinzenpaar und Gefolge das Festzelt. Die Funkenmariechen stellen ihre Tänze vor.

Gerd-J. Schwennsen
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