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Ostholstein „Die Internet-Versorgung ist von existenzieller Bedeutung“
Lokales Ostholstein „Die Internet-Versorgung ist von existenzieller Bedeutung“
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21:13 25.08.2017
Will seine Position im Ahrensböker Rathaus halten: Andreas Zimmermann stellt sich der Wiederwahl zum Ahrensböker Bürgermeister. Quelle: Foto: S. Latzel

Herr Zimmermann, kann man bei einem einzigen Kandidaten überhaupt von „Wahlkampf“ sprechen?

Es ist für den Bürger sicherlich fragwürdig, dass es nur einen Kandidaten gibt – ich war davon auch überrascht. Jetzt will ich Werbung machen für das Grundsätzliche: für die Option, einen Bürgermeister zu wählen. Es kommt ja immer wieder der Wunsch hoch, die Direktwahl abzuschaffen und die Bürgermeister-Wahl erneut den Stadt- und Gemeindevertretungen zu überlassen. Davon bin ich kein großer Freund.

Findet die Bürgermeister-Wahl zeitgleich mit der Bundestagswahl statt, damit die Ahrensböker nicht vor lauter Langeweile zu Hause bleiben?

Ich erhoffe mir dadurch durchaus eine höhere Wahlbeteiligung. Im Normalfall kann man bei Bürgermeister-Wahlen mit 30 bis 50 Prozent rechnen, das ist nicht so gut. Der Termin wurde aber aus rein ökonomischen Gründen vom Gemeindewahlausschuss festgesetzt: Er erspart der Kommune finanziellen Aufwand und entlastet die ehrenamtlichen Wahlhelfer.

Den Bürgermeister dürfen auch 16-Jährige wählen – zielen Ihre recht umfangreichen Facebook-Aktivitäten auf diese jungen Wähler ab?

Jein. Zu meinen Facebook-Freunden gehören auch viele Menschen, die ich nicht der Kategorie ,Junge Menschen‘ zuordnen würde. Insgesamt ist meine Motivation, aufzuklären und mehr Grundwissen zur Gemeinde zu vermitteln.

Als einziger Kandidat können Sie maßgeblich die Themen für die Wahl setzen – welche sind das?

Die Inhalte werden stark vom beruflichen Alltag geprägt. Es ist so viel angestoßen worden. Das will ich fortführen und weitermachen.

Nehmen wir als Beispiel die geplante Deponie in Lebatz, die die Gemeinde durch Unterschutzstellung des Gebietes verhindern will. Wie ist da der Stand der Dinge?

Wir haben als Gemeinde erstmals einen Weg gefunden, wie man mit diesem Thema durch Agieren umgeht, nicht durch Reagieren. Wenn die Unterschutzstellung bestätigt wird, dann haben wir für 20 Jahre eine Lösung. Im Herbst werden wir vom Kreis erfahren, ob die Gegenseite den Klageweg beschreitet. Eine Gerichtsentscheidung würde dann endgültig Klarheit schaffen.

Kann die Gemeinde den Sportlern aus Ahrensbök und Umgebung demnächst mit einer sanierten Arnesbokenhalle eine Freude machen?

Mit Chance kommt der Förderbescheid noch im September. Die anvisierte Variante der Kernsanierung wird fünf Millionen Euro kosten, der Zuschuss soll zwei Drittel dieser Summe betragen. Losgehen könnte es im Sommer 2018.

Gilt das auch für das Pilotprojekt des Zweckverbandes, gemeindliche Liegenschaften in Ahrensbök über eine Windkraftanlage mit Wärmeenergie zu versorgen?

Wenn die Anlage genehmigt wird, sieht es für das Projekt gut aus. Das hängt aber davon ab, wie sich die Landesregierung jetzt grundsätzlich zum Thema Windkraft positioniert, schließlich hat die CDU im Landtagswahlkampf größere Abstände zu Windkraftanlagen gefordert.

Sie sind Vorsitzender des Breitbandnetz-Infrastruktur-Ausschusses des Zweckverbandes. Können Sie nicht dafür sorgen, dass Ihre Gemeinde beim Ausbau des Breitbandnetzes bevorzugt wird?

Als Bürgermeister würde ich gerne meine Gemeinde vorziehen, aber das geht natürlich nicht. Doch es geht voran, mit Chancen können im nächsten Jahr auch bei uns die ersten Spatenstiche erfolgen.

Die Internet-Versorgung ist ja mittlerweile von existenzieller Bedeutung, für junge Familien etwa ist fehlendes Internet ein K.-o.-Kriterium bei der Wahl ihres Wohnortes.

Welche Ziele sind Ihnen persönlich wichtig?

Mir liegt es am Herzen, dass wir in der Gemeinde verstärkt Bauflächen ausweisen – und auch Gewerbeflächen für mittelständische Betriebe. Das Gewerbe muss sich ja künftig nicht nur an der Fehmarnbelt-Trasse ansiedeln.

Ist es ein Vorteil, dass Sie keiner Partei angehören?

Im Alltag im Rathaus definitiv. Ich arbeite mit allen Parteien gern zusammen, aber ich bin nicht abhängig.

Keine Konkurrenz am 24. September

Mit einer Mehrheit von 60,4 Prozent gewann Andreas Zimmermann im September 2011 die Wahl zum Bürgermeister von Ahrensbök – damals gegen zwei weitere Kandidaten. Bei der Wahl am 24.

September 2017, die zeitgleich mit der Bundestagswahl stattfindet, hat der parteilose 52-Jährige keine Konkurrenten. Der Verwaltungsfachwirt wohnt mit Frau und erwachsenem Sohn in Ahrensbök.

Interview: Sabine Latzel

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