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Ostholstein Die Kunst, Sandsäcke zu füllen und aufzuschichten
Lokales Ostholstein Die Kunst, Sandsäcke zu füllen und aufzuschichten
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22:16 28.05.2016
„Eins, zwei, drei, vier und eine halbe Schaufel Sand füllt Kim-Lucas Ludwig in einen Trichter, den Sebastian Hoffmann am unteren Ende absackt. Quelle: Fotos: Dirk Schneider

Im November 2010 drohten einige Ostseedeiche in der Hohwachter Bucht zu brechen. Vor drei Jahren versank die Lauenburger Altstadt im Rekord-Hochwasser der Elbe. „Nicht nur an Schleswig-Holsteins Westküste, sondern auch in Ostholstein müssen sich die Feuerwehren auf solche Notsituationen vorbereiten“, stellt Malentes Gemeindewehrführer Bernd Penter fest. Logische Konsequenz: 120 Einsätzkräfte aus Feuerwehren und THW trainierten gestern den Ernstfall zwischen Marina Wendtorf und dem Schönberger Strand.

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Bei einer Großübung der Feuerwehren ging es um Hochwasser und Küstenschutz.

Entwickelt und realisiert wurde die 14-stündige Großübung von Penter, in seiner Funktion als Leiter der 2. Feuerwehrbereitschaft Ostholstein, und dem Fachberater des THW-Ortsverbandes Eutin, Mandus Freese. Bei den Aufgaben hatte sich das Organisationsteam eng mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) abgestimmt.

Die Bandbreite der Arbeiten reichte dabei vom schnellen Befüllen von Sandsäcken im Akkord bis zum Aufbau eines Abfluss-Bypasses für das Schöpfwerk an der Schleuse. Letzteres schätzten die Feuerwehrleute wie Martin Bock aus Sieversdorf und Axel Brokelmann aus Neukirchen als eine eher leichtere Übung ein. „Das ist im Prinzip das Gleiche, wie eine Wasserversorgung aufzubauen, nur das am Ende das Wasser nicht zum Feuerlöschen verwendet, sondern in die Ostsee geleitet wird.“ Der wesentliche Unterschied zum normalen Lenzeinsatz liege allerdings im Dauerbetrieb, erkannten die beiden nach kurzer Zeit. Entsprechend mussten die Schläuche an den Wegkreuzungen auch so verlegt werden, dass größere Fahrzeuge passieren konnten. Hier baute Dominic Brustas vom THW Neustadt, das mit der Malenter und der Bujendorfer Wehr den zweiten Zug bildet, mit seiner Mannschaft eine Schlauchbrücke aus Leitern.

Auf dem LKN-Baubetriebshof und Übungsgelände lernten die Mitglieder des dritten Zugs, der sich aus Mitgliedern der Wehren Altenkrempe und Sierksdorf sowie des THW Preetz zusammensetzte, dass Sandsäcke so ihre Tücken haben können. „Die Säcke dürfen nicht prall gefüllt werden, damit man sie beim Bau einer Barriere noch in Form bringen kann“, erläuterten die LKN-Mitarbeiter Mirko Meding und Thomas Scharback. Vier bis fünf Schaufeln seien die richtige Menge, ermittelten daraufhin Kim-Lucas Ludwig und Sebastian Hoffman (Sierksdorf). Nachdem sie eine ordentliche Schippe draufgelegt und jeder rund 25 Beutel befüllt hatte, legten sie gemeinsam mit Frank-Carlo Gehler und Thorin Hinrichs „einen Vorbau aus Sandsäcken zur Quellkade am landseitigen Deichfuß“ an. „Das Ganze muss wie ein Mauerwerk in sich greifen, sich am besten miteinander verzahnen“, so Medings Tipp. Ein paar schweißtreibende Minuten später stand der kleine Wall. Für einen 100 Meter langen und einen Meter hohen Damm benötige man rund 16500 Säcke, die mit etwa 275 Kubikmetern Sand gefüllt seien. Das entspreche 18 Kieslastern, rechnet Wasserbauer Volker Peemöller vor. Angesichts dieser Aussichten waren sich die Helfer schnell einig, auf einen trockenen und warmen Sommer zu hoffen.

Es ist aber immer gut, vorbereitet zu sein, freuten sich Penter und Freese über einen weiteren lehrreichen Nebeneffekt. „Die heutige enge Zusammenarbeit von Feuerwehr und THW wollen wir in der Zukunft fortsetzen.“ dis

LN

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