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Ostholstein „Die LGS ist die Chance für alle in Eutin“
Lokales Ostholstein „Die LGS ist die Chance für alle in Eutin“
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22:22 11.01.2016
Der scheidende Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz hielt seine letzte Ansprache bei einem Neujahrsempfang — rund 300 Besucher kamen. Quelle: Fotos: Ben

Manche Gäste konnten es kaum abwarten: Sie hatten sich schon deutlich vor der Einlasszeit in der „Alten Reithalle“ der Rettberg-Kaserne eingefunden. Dorthin hatten am Sonntag die Stadt und das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ zum gemeinsamen Neujahrsempfang eingeladen. Rund 300 Besucher tauschten erst mit den Gastgebern — Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz (CDU) begleitet von Lebensgefährtin Iwona Kicala, Bürgervorsteher Dieter Holst (CDU) und Ehefrau Ingrid sowie Oberstleutnant Alexander Radü — dann untereinander gute Wünsche für das neue Jahr aus. Im Mittelpunkt der Betrachtungen stand das für Eutin so bedeutsame Großereignis Landesgartenschau. Aber auch der Zustrom von Flüchtlingen und die Auslandseinsätze Eutiner Soldaten kamen in Rück- und Ausblicken immer wieder zur Sprache.

Bürgermeister und Bürgervorsteher dankten in ihren Reden allen Haupt- und Ehrenamtlern, die sich um Flüchtlinge kümmern, sie betreuen und begleiten. 170 Menschen habe Eutin im vergangenen Jahr aufgenommen, 180 weitere seien unterzubringen, um die Quote für 2015 zu erfüllen. Zahlen für 2016 kenne er noch nicht, sagte Klaus-Dieter Schulz, „aber das schaffen wir!“

„Wenn der Dienstherr uns ruft, werden auch wir im Bereich der Flüchtlingshilfe aktiv werden“, versicherte Kommandeur Radü. Vor dem Hintergrund der Flüchtlingsdramen könne der Begriff Heimat gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, fügte er an. Der Oberstleutnant berichtete weiter, dass erste Soldaten seines Bataillons seit Mitte Dezember im Ausland seien, weitere sich auf mögliche oder schon angekündigte Einsätze vorbereiteten. „Wir beten für Sie, dass Sie alle gesund und unversehrt nach Eutin heimkommen“, erwiderte der Bürgermeister, der Alexander Radü für die Auslandseinsätze seiner Frauen und Männer eines großen Rückhalts und Anerkennung der Bevölkerung versicherte.

In den verbleibenden 109 Tagen bis zur Eröffnung der Landesgartenschau „bitte ich Sie alle, für diese großartige Veranstaltung zu werben, zu schwärmen und zu begeistern“, so Schulz an die Gäste des Neujahrsempfangs gerichtet. Er sagte aber auch: „Ich entschuldige mich bei allen für Unannehmlichkeiten, die wir Ihnen bereitet haben. Wir haben aber nicht für uns, sondern für unsere Stadt gearbeitet.“

Er sei sicher, dass das Jahr der Landesgartenschau für die Zukunft, aber auch für die Historie Eutins eine herausragende Rolle spielen werde, hielt Landrat Reinhard Sager in seinem Grußwort fest. „Es ist d i e Chance für alle Beteiligten, ob Gewerbetreibende, Politik oder Bürger, gemeinsam die Geschicke Eutins in die richtige Richtung zu lenken und die Stadt als lebendigen, attraktiven Wohn-, Arbeits- und Einkaufsort zu erhalten und weiter zu entwickeln.“ Spannend werde auch die in Kürze anstehende Bürgermeisterwahl in Eutin, attestierte er. Die Bedeutung dieser Wahl für die Stadt sei nicht zu unterschätzen. Mit der LGS und der begonnenen Stadtsanierung seien die richtigen Weichen gestellt. In der nahen Zukunft werde es aber nicht darum gehen, die Früchte zu ernten, sondern den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und zu entwickeln.

Um Teilnahme an der Wahl für seine Nachfolge am 28. Februar bat Klaus-Dieter Schulz eindringlich. „Bitte gehen Sie hin und nehmen Sie die Nachbarn gleich mit“, beschwor er die Gäste in seiner Rede.

Diese hatten im Anschluss Gelegenheit, mit den Kandidaten, Regina Poersch (SPD) und Carsten Behnk (parteilos), zu plaudern.

Dass sie in Peter Barz einen sehr humorvollen Propst — mit seinem ersten Grußwort bei einem Neujahrsempfang — haben, merkten die Gäste schon beim ersten Satz. „Sehr geehrte Dreieinigkeit“, sagte er an Bürgermeister, Bürgervorsteher und Kommandeur gewandt. Was das neue Jahr bringen werde? Man wisse es nicht, aber er ziehe gern ein altes Kalenderblatt zu Rate, das empfehle: „Her mit dem schönen Leben!“ Sich mal was trauen, was tun, was man sonst nie tue, riet der Propst. Das könne beispielsweise sein, im Abendkleid in einen Springbrunnen zu steigen und sich dabei wie eine Göttin zu fühlen.

Das Lachen war noch nicht verebbt, da zitierte Peter Barz Astrid Lindgren: „Es gibt kein Verbot für alte Weiber, in Bäume zu klettern!“

Neues könne sehr bereichernd sein, versicherte der Propst. Er wünsche sich, dass die Menschen sich nicht irre machen ließen von Ereignissen wie in Köln und Hamburg. Und er wünsche sich, dass 2016 nicht mehr von Flüchtlingsproblematik, sondern stattdessen von Flüchtlingsthematik gesprochen werde.

Ulrike Benthien

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