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Ostholstein Die Liberalen in Ostholstein verspüren wieder Aufwind
Lokales Ostholstein Die Liberalen in Ostholstein verspüren wieder Aufwind
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20:19 07.01.2016
Voller Saal im „Seeschlösschen“ beim Dreikönigstreffen der Kreis-FDP: Zu den Gästen zählte auch Landrat Reinhard Sager (CDU), der darauf einstimmte, dass der Belttunnel frühesten 2027 fertig werde. Quelle: Fotos: Petersen

Von ganz oben nach ganz unten, vom besten Wahlergebnis aller Zeiten ins parlamentarische Aus: Die FDP hat auf Bundesebene einen beispiellosen Absturz erlebt, der allen Parteiebenen schwer zu schaffen macht. Doch nun gibt es wieder Aufwind. Den verspüren jedenfalls die Liberalen in Ostholstein. „Immer mehr Menschen fehlt die FDP“, stellte Kreischef Jörg Hansen am Mittwochabend auf dem traditionellen Dreikönigstreffen der Kreis-FDP mit Blick auf die Bundespolitik fest. „Die Häme ist vorbei, die Selbstreinigung in vollem Gange“, untermauerte er seinen Optimismus.

Auch der voll besetzte Saal des Grand Hotels „Seeschlösschen“ in Timmendorfer Strand bestärkte Hansen in der Einschätzung, dass der politische Kurswert der FDP steigt. Neben Kreispräsident Ulrich Rüder und Landrat Reinhard Sager (beide CDU) waren zahlreiche Vertreter aus Kommunalpolitik, Verbänden und Wirtschaft gekommen.

„Unsere Stammanhänger haben uns die Treue gehalten. Und jetzt haben wir auch wieder regelmäßig Neueintritte“, erläuterte Hansen den LN zusammen mit Manfred Breiter, Fraktionschef der FDP im Kreistag, am Rande der Veranstaltung. Knapp über 180 Mitglieder zählen die Liberalen aktuell in Ostholstein, ein leichter Aufwärtstrend. Insbesondere jüngere Menschen und Unternehmensgründer

zeigten Interesse an der FDP. „Wir sind optimistisch“, meinte Breiter und bescheinigte der Parteispitze mit Christian Lindner und Stellvertreter Wolfgang Kubicki ausgezeichnete Arbeit. „Sie haben die Partei wieder richtig gut aufgerichtet.“

Gespannt blicken Ostholsteins Ober-Liberale nach Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt, wo im März gewählt wird. Fährt die FDP dort Erfolge ein, werde das auch in Land und Kreis weiteren Schub geben. „Wir sind immer abhängig vom Bild, das die FDP bundesweit abgibt“, so Breiter. Beifall heimste Hansen in seiner Rede vor allem für die Forderung ein, es dürfe nur so viel verteilt werden, wie zuvor erwirtschaftet worden sei. „Unser Mittelstand muss wieder atmen können“, beklagte er. Diese Stimme fehle, weshalb die FDP zunehmend vermisst werde. Der Landesregierung hielt er mangelnden Sparwillen und eine Vernachlässigung der Investitionen in die Infrastruktur vor.

Als Ehrengast des Abends referierte Prof. Dr. Klaus-Werner Schatz über Herausforderungen und Chancen des Flüchtlingszustroms. Schatz war früher Vizepräsident am Kieler Institut für Weltwirtschaft, später Ministerialdirektor im FDP-geführten Bundeswirtschaftsministerium. Seine These: Die gewaltigen Kosten, die für Aufnahme und Integration der Zuwanderer fällig werden, dürften nicht durch Einstiegshürden in den Arbeitsmarkt zusätzlich in die Höhe getrieben werden. Der Mindestlohn sollte deshalb für Migranten abgeschafft, Werkverträge für sie erhalten bleiben.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der FDP wurde Uwe Tychsen aus Neustadt geehrt. Tychsen war in den Jahrzehnten seines politischen Engagements unter anderem 14 Jahre Kreistagsabgeordneter, stellvertretender Landesvorsitzender, Stadtvertreter in Neustadt und Gründer der Vereinigung liberaler Kommunalpolitiker. Bernd Buchholz, Landes-Parteivize, würdigte den langjährigen Mitstreiter als „liberalen Überzeugungstäter mit klarem Koordinatensystem“. Weitblick und Beharrlichkeit zeichneten Uwe Tychsen aus.

pet

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