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Ostholstein Die Mär von der Gänsebratenspitze
Lokales Ostholstein Die Mär von der Gänsebratenspitze
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20:18 23.12.2017
Die Weihnachtsgans gehört für viele unverzichtbar zum Fest. Dafür muss der Braten mehrere Stunden in den Ofen. Quelle: Foto: Eiskönig/fotolia
Eutin

Ist die sogenannte Gänsebratenspitze nur ein Märchen? Gemeint ist damit eine Spitze beim Strom- und Gasverbrauch, die entsteht, wenn am Vormittag des 1. Weihnachtstages landauf, landab der Gänsebraten in den Ofen geschoben wird. In Eutin werden entweder weniger Gänse gebraten oder die dadurch ausgelöste Verbrauchsspitze ist nicht messbar. Das hat Diplom-Ingenieur Till Ehlermann, bei den Stadtwerken Eutin zuständig für Energieeffizienz, aus den Verbrauchskurven herausgelesen. Stattdessen ist der 7. Januar 2016 der Spitzentag beim Stromverbrauch gewesen.

2 Prozent beträgt der Anteil der Beleuchtung am gesamten Energiebedarf eines Haushalts. Mit LED-Lampen lässt sich dort etwas

einsparen.

75 Prozent des Energieverbrauchs eines Haushalts fließen in die

Raumheizung.

Weihnachten 2016 blieb ohne Gänsebratenspitze. „Es gibt gegenüber einem normalen Wochenende keine besondere Lastspitze am Mittag. In den Nachmittagsstunden ist die Senke etwas stärker als durchschnittlich, aber nicht so, dass im Netzbetrieb technische Probleme entstehen würden“, teilt Ehlermann mit.

Die Senke ist an Heiligabend als Kirchgangsenke oder Gottesdienstsenke bekannt. Es ist der Tag der U-Boot-Christen, sie tauchen nur zu Weihnachten auf. Dann aber in solchen Heerscharen, dass der Stromverbrauch merklich sinkt. An anderen Tagen ist dies die Zeit, in der der Stromverbrauch nach Feierabend steigt: Lichter gehen an, die Heizung wird hochgedreht, der Fernseher eingeschaltet.

Das Gegenteil der Senke, die Spitze, ist nicht sichtbar. „Sowohl beim Strom- als auch beim Gas- und Wasserverbrauch gibt es an Heiligabend oder den Weihnachtsfeiertagen keine signifikanten Lastspitzen“, teilt Ehlermann mit. Der Gasverbrauch werde wegen der großen Zahl an Gasheizungen vom Wetter bestimmt. Die wenigen Gas-Backöfen fallen da kaum ins Gewicht.

Spitzen beim Wasserverbrauch gebe es viel deutlicher nach zuschauerreichen Sportereignissen (Fußball-WM) oder Sendungen mit hohen Einschaltquoten, etwa dem „Tatort“.

Dennoch ist die Weihnachtszeit eine mit leicht erhöhtem Stromverbrauch. Dies liegt laut Ehlermann an den wenigen Sonnenstunden und entsprechend viel Licht in den Häusern und Wohnungen und durchlaufenden Heizungspumpen bei Kälte. Vielleicht war das auch der Grund für die falsche Gänsebratenspitze am 7. Januar 2016. Da lag Deutschland wie ganz Europa im festen Griff von Schnee und Kälte.

Die Weihnachtsbeleuchtung ist es nicht, die den Stromverbrauch nach oben treibt. Dank verbreiteter LED-Technik gehe sie im allgemeinen Rauschen unter.

Wer sich trotz allem wegen der – sehr geringen – Strom-Mehrkosten der Gänsebratenspitze Sorgen macht, der kann diese Ausgaben Silvester wieder einsparen. Er tische Fondue auf. Dessen Zubereitung verbraucht gar keinen Strom.

Susanne Peyronnet

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