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Ostholstein Die Natur beschenkt den Menschen stets aufs Neue
Lokales Ostholstein Die Natur beschenkt den Menschen stets aufs Neue
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22:14 30.04.2016
Gottesdienst mit Kapriolen: Clownin Gusti macht eine Lesung aus Jesaja, Kapitel 55, anschaulich. Quelle: Fotos: Arnold Petersen

Der Beistand von oben fehlte ein bisschen, der Himmel hätte freundlicher sein dürfen beim ökumenischen Eröffnungs-Gottesdienst zur Landesgartenschau.

Kirchen feierten gemeinsamen Gottesdienst zum LGS-Auftakt — Clownin Gusti war auch dabei.

Stattdessen kühle Temperaturen und Nieselregen. Andererseits war es wie ein Fingerzeig.

Just als die Worte des Propheten Jesaja aus Kapitel 55 auf der großen Gartenschau-Bühne gelesen und gedeutet wurden, in denen von Regen und Schnee die Rede ist, der vom Himmel fällt und die Erde fruchtbar macht, da fing es an zu tröpfeln. Das war zwar passend, aber für den gemeinsamen Freiluft-Gottesdienst von evangelischer und katholischer Kirche, von Freier Evangelischer Gemeinde und Leuchtfeuer-Gemeinde schade. Mildes Frühlingswetter hätte sicherlich mehr Besucher angelockt. Denn es war ein sehr fröhlicher, bunter, lockerer Gottesdienst — mit viel Musik, Gesang und einer clownesken Einlage.

Clownin Gusti, die eigentlich Bettina Sick-Folchert heißt und aus Pansdorf kommt, spielte in ihrem Sketch eine leidenschaftliche Gärtnerin. Picobello soll ihr Garten sein, ohne Unkraut, dafür exakt unterteilt in Blumenbeete, Plattenwege, Rasen. Die Worte Jesajas von Gottes Wegen und den Bäumen, die mit den Händen klatschen, öffnen ihr die Augen. Die Natur ist viel reicher und schöner als kleinkarierter menschlicher Ordnungssinn. Propst Leo Sunderdiek von der katholischen Pfarrei „Franz von Assisi“ in Kiel und Gothart Magaard, Bischof für Schleswig und Holstein in der Nordkirche, vertieften in ihren Predigten diese Botschaft. „Wie Gott die Natur tränkt, so tränkt er auch uns Menschen“, formulierte Sunderdiek. Der Mensch sollte dieses Geschenk des wahren Lebens annehmen, statt verkrampft irgendwelchen Dingen hinterher zu laufen. Von der Natur werde er immer wieder aufs Neue beschenkt. „Die Landesgartenschau ist eine konzentrierte Stätte dieser Freude, dieser Vielfalt und dieser Fürsorge für uns“, sagte der Propst.

Magaard wurde politischer. „In diesem wunderschönen Park sitzen wir beieinander in Frieden, ein Grund, dankbar und fröhlich zu sein“, stellte der Bischof fest. Aber es gebe auch die andere Seite, „die Dornen und Nesseln“, von denen Jesaja spreche. Für den Bischof sind das in der heutigen Zeit die Umweltzerstörung, der Krieg und die geflüchteten und gestrandeten Menschen an Europas Grenzen, „die wir nicht hineinlassen wollen aus Angst vor — ja vor was eigentlich“, fragte Magaard. Es brauche mehr mutiges Denken für Frieden und die Bewahrung der Schöpfung.

Mahnende Worte, aber das Heitere überwog. „Wir feiern diesen Gottesdienst, weil wir dankbar und erleichtert sind, dass es losgeht, dass die Bauarbeiten zu Ende sind“, hatte Propst Peter Barz aus Eutin die Gartenschau-Gäste begrüßt — und augenzwinkernd ein „größtenteils“ hinterher geschoben. pet

LN

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