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Ostholstein Die Notfall-Meldung kommt bald direkt aufs Smartphone
Lokales Ostholstein Die Notfall-Meldung kommt bald direkt aufs Smartphone
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22:20 18.08.2016
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Ostholstein

Seit dem Amoklauf von München Ende Juli ist das Interesse an Warn-Apps stark gestiegen. Die bayerischen Sicherheitsbehörden hatten über eine solche App die Münchner Bevölkerung über die Gefahrenlage informiert und Sicherheitshinweise direkt auf das Smartphone geschickt. Schon in Kürze soll das auch in Schleswig-Holstein möglich sein. Die Vorbereitungen seien weitgehend abgeschlossen, heißt es im Kieler Innenministerium. Auch die Kreise sollen in das neue Warnsystem via Internet eingebunden werden.

Nina, vielleicht auch Katwarn: Schleswig-Holstein führt eine Warn-App ein – Der Kreis hält das für sinnvoll, hat aber noch keine konkrete Planung.

„Die App Nina ist ein weiterer Meilenstein für den Schutz der Bevölkerung.“Bundesinnenminister Thomas de Maiziere

„Wir werden als erstes Nina nutzen“, sagte Ministeriumssprecherin Silke Tobies den LN. Parallel werde auch geprüft, das Warnsystem Katwarn (die Abkürzung für Katastrophenwarnung) mit seiner App einzubeziehen. „Wir wollen versuchen, möglichst viele Kanäle zu bedienen“, erläuterte Silke Tobies.

Nina steht für „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“ und ist seit gut einem Jahr für die Betriebssysteme iOS und Android verfügbar. Das Herunterladen ist kostenlos. Entwickelt wurde die App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Die Bedienung ist einfach. Nutzer werden zunächst aufgefordert, die Orte einzugeben, für die sie Warnmeldungen erhalten wollen. Klickt man beispielsweise Eutin an, sind damit auch weitere Orte in Ostholstein wie Heiligenhafen, Neustadt, Oldenburg oder Bad Schwartau abgedeckt.

Anders als in Nordrhein-Westfalen oder Mecklenburg-Vorpommern werden aber noch keine Warnmeldungen für Schleswig- Holstein eingespeist. Innerhalb der nächsten Wochen soll es aber soweit sein, heißt es in Kiel. Die technischen Komponenten seien alle fertig, das Personal bereits geschult. Es gehe nur noch um den Feinschliff. Ziel ist es, Unwetter- und Sturmflutwarnungen, Hinweise auf Waldbrände, Blitzeis oder Stromausfälle dann direkt aufs Mobiltelefon zu schicken. Bei Nina signalisieren farbige Icons für die ausgewählten Orte, ob Warnmeldungen vorliegen. Zusätzlich können Warntöne und Push-Benachrichtigungen aktiviert werden. Auch Notfalltipps werden aufgelistet.

Nina hat allerdings Konkurrenz. Schon länger als die behördliche App gibt es die von Versicherern entwickelte Katwarn-App. Während Nina rund 700 000 Nutzer hat, haben sich Katwarn schon 1,7 Millionen Smartphonebesitzer heruntergeladen. Vor allem in Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz nutzen viele Städte und Kreise die App. Auch beim Münchner Amoklauf wurde Katwarn genutzt. Hamburg setzt neben Nina ebenfalls auf Katwarn als ergänzendes Warnsystem, um bei Unglücksfällen betroffene Bürger direkt zu informieren. Die Warnungen werden von der Feuerwehr oder dem zentralen Katastrophendienststab der Hamburger Innenbehörde verschickt.

Im Interesse einer möglichst einheitlichen Struktur beschäftigt sich deshalb auch das Kieler Innenministerium mit Katwarn. „Darüber sind aber noch umfangreiche Gespräche mit den Kommunen und dem Landesfeuerwehrverband notwendig“, erklärte die Ministeriumssprecherin. Bei der Kreisverwaltung Ostholstein hieß es auf Anfrage, der Kreis halte die Nutzung einer Warn-App für sinnvoll, konkrete Planungen dazu gebe es aber noch nicht. „Wir streben schon an, das in Abstimmung mit dem Land und den anderen Kreisen zu machen“, sagte Pressesprecherin Anja Sierks-Pfaff.

Katwarn ist für die Empfänger der Meldungen kostenlos, für die einspeisenden Kommunen oder Bundesländer nicht. Nina wird technisch im Lagezentrum der Landespolizei angedockt. Hier werden zentral Warnmeldungen auf die App geschickt, wobei nach Regionen differenziert werden kann. Die App ist als zusätzliches Warnsystem neben Rundfunk, Internet und Sirenen gedacht, nicht als Ersatz.

Arnold Petersen

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