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Ostholstein Die Ostseeküste erwartet einen Gäste-Ansturm
Lokales Ostholstein Die Ostseeküste erwartet einen Gäste-Ansturm
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23:41 23.06.2016
Geballter Sachverstand am Gartenschau-Strand: Die Touristiker der Ostseebäder und des Binnenlandes an der „Strandkorbmeile“ im Seepark am Großen Eutiner See. Mit dem kleinen Strand werben die Badeorte für sich auf dem Gelände der Landesgartenschau. Quelle: Petersen

„Die Küste erfindet sich gerade neu“, freut sich Katja Lauritzen, Geschäftführerin des Ostsee-Holstein-Tourismus (OHT) über die Investitionswelle. Die sei im Bundesvergleich „schon herausragend“. Auf dem Gelände der Landesgartenschau in Eutin gaben die Touristiker der Ostseeorte und der Holsteinischen Schweiz gestern einen Ausblick auf die anlaufende Sommersaison.

„Neue Hotels sind wichtig. Sie bringen neue Gäste, davon profitieren alle.“Katja Lauritzen, Ostsee-Holstein-Tourismus

Schon jetzt zeichnen sich neue Rekorde bei Gäste- und Übernachtungszahlen ab. Einige Orte wie Grömitz, Kellenhusen und Weissenhäuser Strand sind für die Sommermonate nahezu ausgebucht. Auch Glücksburg, Eckernförde, Heikendorf und Plön melden nur noch wenige Restkapazitäten – für Lauritzen eine Bestätigung, dass sich die jüngsten Investitionen bezahlt machen. Auf etwa 400 bis 500

Millionen Euro addiert sich das Volumen der vielen neuen öffentlichen und privaten Tourismus-Projekte in den Jahren 2015 bis 2018. Und in dieser Summe sind ganz aktuelle Vorhaben wie etwa der in Grömitz geplante 22 000 Quadratmeter große Dünenpark noch nicht enthalten. In den Dünenpark, „ein richtig toller Strand-Abenteuerspielplatz“ mit Gastronomie, kommerziellen und freien Angeboten, so Olaf Dose-Miekley vom Tourismus-Service Grömitz, sollen 15 bis 20 Millionen Euro fließen.

Lauritzen sprach von einer „enormen Dynamik in den Orten“. Nach Zuwächsen von acht Prozent (2014) und vier Prozent (2015) melden die Übernachtungsbetriebe mit mehr als zehn Betten auch in den ersten vier Monaten dieses Jahres ein Plus von fünf Prozent. Lauritzen hält die Erfolge für hausgemacht. Für die These, die Ostsee profitiere von den Krisen in Mittelmeerländern wie Griechenland, Ägypten oder der Türkei, gebe es keine Belege. „Es ist unsere Attraktivität“, verwies die Urlaubsexpertin vor allem auf die zahlreichen neuen Hotels an der Ostsee.

Weil die Sommersaison inzwischen ein Selbstgänger sei, will der OHT seine Werbeaktivitäten auf das Winterhalbjahr konzentrieren. Das Interesse, in der Vor- oder Nachsaison zu einer Auszeit an die Küste zu kommen, sei da. Aber die Gäste erwarteten dann auch in der dunklen Jahreszeit attraktive Angebote. Ob Gastronomie, Museen oder andere Freizeiteinrichtungen, „da müssen wir alle unser Verhalten ändern“, rät Lauritzen.

Stefan Borgmann vom Eckernförde Touristik & Marketing verkündete stolz, dass nun auch Eckernförde von Kreuzfahrtschiffen angelaufen wird. Im September werden die „MS Deutschland“ und die „MS Albatros“ erwartet. Per Köster von der Touristik Eutin berichtete, dass von den Kreuzfahrern auch das Binnenland profitiere. Eutin-Ausflüge stünden seit sechs Jahren auf dem Programm von Kreuzfahrern, die Kiel anlaufen. Ein bis drei Mal pro Woche steuerten ein bis zwei Reisebusse Eutin an. Travemünde hat noch Nachholbedarf, es wünscht sich mehr Kreuzfahrer. Aber für Liebhaber großer Schiffe kann das Seebad jetzt mit einer besonderen Attraktion aufwarten. Am Freitag, 15. Juli, wird das neue Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 5“ der Tui-Cruises vor Travemünde getauft.

 Arnold Petersen

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