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Die Schätze der Gilde: Museum feiert 20. Geburtstag

Oldenburg Die Schätze der Gilde: Museum feiert 20. Geburtstag

1996 wurde die Einrichtung auf dem Gelände des Wallmuseums eröffnet – Seither ist die Ausstellung dessen Besuchern zugänglich – Heute werden Führungen angeboten.

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Treffen im Gildemuseum: Mit-Initiator Jürgen Dunker und die drei aktuellen Ältermänner Hans-Adolf Jensen, Helmut Schwarze und Hans-Jürgen Löschky (v. r.).

Oldenburg. Der 1. Ältermann brauchte früher ein großes Haus. Er musste die Schätze der Oldenburger St. Johannis Toten- und Schützengilde von 1192 bei sich aufbewahren. Später zog die Sammlung um in einen Kellerraum, aus dem Fahnen oder Truhen mit antiken Trinkbechern bei Bedarf jedesmal die Treppe hinaufgeschleppt werden mussten. Jürgen Dunker erinnert sich mit gemischten Gefühlen an sein damaliges „Fitness-Programm“. Er war es, der während seiner Amtszeit als 1. Ältermann schließlich einen weiteren Umzug anregte: ins „Haus des Gastes“ auf dem Gelände des Wallmuseums. Seit mittlerweile 20 Jahren werden dort nun Leihgaben der ältesten Toten- und Schützengilde Deutschlands ausgestellt. Morgen feiert das Gildemuseum Geburtstag (siehe Infotext).

LN-Bild

1996 wurde die Einrichtung auf dem Gelände des Wallmuseums eröffnet – Seither ist die Ausstellung dessen Besuchern zugänglich – Heute werden Führungen angeboten.

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„Wir hatten einfach keinen Platz mehr für unsere Unikate“, erzählt Dunker. 1993 wurde er deshalb bei der Stadt vorstellig – drei Jahre später wurde das Gildemuseum offiziell eröffnet. Jeden Sonnabend trafen sich in den Wintermonaten zahlreiche Gildebrüder, um die Räume herzurichten: Insgesamt etwa 40 Helfer bauten das Obergeschoss laut Dunker zu großen Teilen in Eigenleistung aus. „Ich hatte gedacht, Freiwillige zu finden würde die schwierigste Aufgabe“, erinnert sich der damalige Ältermann, „aber es war ganz komisch – sie kamen einfach.“

Dieser Zusammenhalt sei das, was die Oldenburger Gilde damals ausgezeichnet habe und sie auch heute noch auszeichne, betont der amtierende 1. Öllst Hans-Adolf Jensen. Entsprechend ließ er es sich auch nicht nehmen, im Zuge der Festtagsvorbereitungen im Museum selbst das Staubtuch zu schwingen – was der 3. Ältermann Hans-Jürgen Löschky scherzhaft mit den Worten kommentierte, er habe seinen Gildebruder „noch nie so schwitzen sehen“.

Immerhin ist die Anzahl der ausgestellten Stücke auch beachtlich. Diverse Vitrinen beherbergen alte Fahnen und Abzeichen, an den Wänden hängen Fotos und Zeittafeln, es gibt historische Büchsen sowie ein Modell des Oldenburger Schützenplatzes samt Vogelschießen und Gildeumzug in Miniaturformat.

Auch die Hauptlade mit Beliebung, Chronik und Klopfholz – mit einer ähnlichen Funktion wie der klassische Hammer vor Gericht – ist in der Sammlung zu finden. „Hier gibt es nicht nur reine Ausstellungsstücke“, erklärt der 2. Ältermann Helmut Schwarze. Viele der gezeigten Schätze würden für verschiedene Anlässe regelmäßig aus dem Museum geholt und genutzt.

Ebenfalls zur Ausstellung gehört ein originalgetreuer Drei-Zentner- Vogel – der zum Glück doch noch wieder aufgetaucht sei, wie Jürgen Dunker schmunzelnd von einer langwierigen Suche berichtet. Als es schließlich an die Einrichtung des Museums gegangen sei, sei das Demonstrations-Holztier längst gebaut gewesen – aber leider verschollen. Letztendlich sei es in der Panzerwerkstatt der Wagrienkaserne Putlos wieder aufgetaucht. Wie und warum der Vogel dorthin geflogen ist, bleibt sein Geheimnis. Aus seinem neuen Zuhause ist er seitdem zumindest nicht mehr ausgebüxt. . .

Führungen und Markt

Das 20-jährige Bestehen des Gildemuseums wird am morgigen Sonntag zunächst von 11 bis 13 Uhr mit geladenen Gästen gefeiert. Anschließend gibt es ab 14 Uhr für alle Interessierten die Möglichkeit, sich in den Räumen umzusehen. Ansprechpartner der Gilde stehen für Fragen zur Verfügung, auf Wunsch werden auch Führungen angeboten.

Im Wallmuseum wird parallel zur Geburtstagsfeier der Landmarkt veranstaltet. Von 11 bis 17 Uhr werden regionale Produkte angeboten. Die Auswahl reicht von Lebensmitteln über Pflanzen bis zu Kunsthandwerk. Der Eintritt ist frei.

 Jennifer Binder

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