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Ostholstein Die Stimme der Bundeswehr und der Kanzlerin
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21:12 22.08.2017
Großer Andrang: Rund 180 Menschen wollten Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erleben, links Ingo Gädechens. Quelle: Fotos: Benthien

Mit gewinnendem Lächeln und festen Schrittes durchquerte Dr. Ursula von der Leyen den Dr.- Koppe-Saal der Seniorenresidenz Wilhelmshöhe. Der quoll mit rund 180 Gästen fast über: Die Vize-Bundesvorsitzende der CDU und Verteidigungsministerin machte hier Station im Wahlkampf.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen machte Wahlkampf in Eutin.

Die Ministerin kam auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens, der den Termin absichtlich nicht in der Rettbergkaserne angesetzt hatte. „Ich wollte der Truppe den Aufwand ersparen, der betrieben wird, wenn die oberste Dienstherrin anrückt“, begründete Gädechens seinen Entschluss, und die Ministerin lächelte milde. Dennoch begrüßte der Abgeordnete etliche Bundeswehrvertreter im Publikum. „Meine Ministerin“, nannte Ingo Gädechens Ursula von der Leyen, die seit Dezember 2013 das Ressort Verteidigung im Kabinett von Angela Merkel führt. Er selbst ist seit 2009 Mitglied und Obmann im Verteidigungsausschuss und berichtete stolz, „ich bin froh, dass Sie ab und an auf Ihren Obmann gehört haben“. Sonst würde die Bundeswehr nicht fünf neue Korvetten bekommen. Als Erfolg verbuchte der Abgeordnete ebenfalls, „dass wir gemeinsam die Gorch Fock retten konnten. Es wäre eine Schande gewesen, sie zu verschrotten“, sagte Gädechens unter kräftigem Applaus.

Ursula von der Leyen spielte den Ball kurz darauf elegant zurück. „Eine Verteidigungsministerin steht manchmal sehr unter Beschuss. Aber wenn sie so entschlossene, starke, motivierte, argumentativ gut aufgestellte Leute an der Seite hat wie Ingo Gädechens, dann steht sie das durch. Sie haben einen tollen Bundestagsabgeordneten“, lobte sie und verwies darauf, wie sehr er sich für die Bundeswehr in Eutin, Putlos und Neustadt eingesetzt habe. Allein in der Eutiner Rettbergkaserne sollen in den kommenden fünf Jahren 26 Millionen Euro investiert werden, kündigte die Ministerin an. „Dieser Standort hat Zukunft.“

Insgesamt gebührten der Bundeswehr nicht nur Respekt und Dank, ihr stehe auch modernes, sicheres Material im Einsatz zu. „Das schulden wir ihr“, sagte Ursula von der Leyen. Bei dieser Gelegenheit nahm sie erst die SPD, dann deren Kanzlerkandidaten Martin Schulz aufs Korn. Die CDU strebe bis 2024 an, zwei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt für Verteidigung und Sicherheit aufzubringen. Dazu habe sich auch mehrfach die SPD bekannt, wolle aber plötzlich im Wahlkampf nichts mehr davon hören. Bis 2024 müsse der Etat für die Bundeswehr um 30 Milliarden Euro wachsen, so die Ministerin. Davon habe Schulz erst nichts wissen wollen. „Jetzt sieht er ein, dass sie dringend modernisiert werden muss und will jedes Jahr fünf Milliarden Euro mehr bewilligen. Hallo? Fünf Milliarden bis 2024, das sind sechs Jahre, das sind 30 Milliarden“, stichelte sie.

Neben weiteren SPD-Attacken und bekannten CDU-Themen (Mittelstand stärken, Bürokratie reduzieren, Familien mit mehr Kindergeld, Freibeträgen und Baukindergeld ausstatten) widmete sich Ursula von der Leyen auch dem aktuellen Disput mit der Türkei. „Erdogan hat einen Weg eingeschlagen, der sich immer weiter von uns entfernt. Die unflätige Einmischung in unseren Wahlkampf und die Beschimpfung der Bundeskanzlerin können wir nicht tolerieren. Es ist richtig, die Wirtschaftsfördermittel und den EU-Beitrittsprozess zu überprüfen. Die Türkei fordert immer Respekt für sich selber.

Aber den muss sie auch uns gegenüber zeigen.“ Auch dafür gab es Beifall.

Letzter Appell der Ministerin: „Gehen Sie zur Wahl. Es kommt auf jede Stimme an.“

ben

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