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Ostholstein Die Wöbser kämpfen um ihren Versammlungsraum
Lokales Ostholstein Die Wöbser kämpfen um ihren Versammlungsraum
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18:27 09.11.2013
Ute Rentzow und Helge Weiland haben im heutigen Versammlungsraum als Kinder die Schulbank gedrückt. Quelle: Fotos: Peyronnet
Wöbs

Die Dorfschaften, die Feuerwehr und die Schützen von Wöbs, Bichel und Löja kämpfen um ihren Versammlungsraum. Genauer: um die daran angeschlossene Küche und um problemlose Zusammenkünfte. Denn die Gemeinde erwägt, die Alte Schule in Wöbs zu verkaufen. Daran angebaut ist der Versammlungsraum, darin integriert die Küche für Veranstaltungen. Am morgigen Montag (19.30 Uhr, Alte Schule) befasst sich der Bauausschuss der Gemeinde mit dem möglichen Verkauf.

„Unsere Sorge ist, dass die ganze Situation kompliziert wird“, sagt der Wehrführer der Feuerwehr Bichel-Wöbs-Löja, Christian Lüth. Feuerwehrmann Helge Weiland sieht „viel Knatschpotenzial“. Der Knackpunkt ist aus Sicht der Vertreter von Dorfvorstand, Schützen und Feuerwehr die Lage des Gemeinschaftsraumes. Er ist sozusagen hinterm Haus an das Einfamilienhaus angebaut, dessen Verkauf in Rede steht. Um in den Gemeinschaftsraum zu kommen, müssen alle Besucher an der Terrasse und unterm Küchenfenster der Bewohner entlang. „Und das zu jeder Tages- und Nachtzeit“, sagt Ute Rentzow vom Dorfvorstand. Das Haus ist zurzeit vermietet, Probleme gibt es nicht. Hans-Jürgen Westphal, der Vorsitzende des Schützenvereins Wöbs, befürchtet aber, dass das nicht so bleiben wird. „Wenn er erst einmal Eigentümer ist . . .“ Die Schützen haben im Dachgeschoss ihren Versammlungsraum und einen Luftgewehr-Schießstand.

Wer das Haus kaufen würde, ist offen. Der Verkauf müsste öffentlich ausgeschrieben werden. Klar ist aber, dass der jetzige Mieter Interesse hat und die Küche mitkaufen möchte.

„Ohne Küche kann dort keine Veranstaltung mit Verköstigung mehr stattfinden“, sagen die Gegner des Verkaufs. Die Alternativen — Einbau einer Küchenzeile in den Gemeinschaftsraum oder in das benachbarte Feuerwehrgerätehaus — sind für die Gegner nicht tragbar. In Handzetteln und einem Brief an Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos) haben die Gegner ihre Argumente aufgelistet. „Als wichtigsten Einwand sehen wir die durch den Verkauf des Vorderhauses entstehenden komplizierten Eigentumsverhältnisse an.“ Deshalb schlagen die Gegner vor, das gesamte Grundstück zu verkaufen, dadurch einen höheren Preis zu erzielen und in der Ortsmitte von Wöbs einen Neubau zu errichten. So ganz können sie aber angesichts der Finanzlage der Gemeinde nicht daran glauben. Sie hätten es deshalb am liebsten, wenn alles so bliebe wie es ist. Der Gemeinde helfe ein Verkauf nicht aus ihren Finanznöten. „In fünf Jahren haben wir nichts mehr zu verkaufen, das hilft uns also nicht weiter“, sagt Lüth, der auch CDU-Gemeindevertreter ist. Und Ute Rentzow setzt hinzu: „Wenn das verscherbelt ist, ist Schluss mit lustig.“

Die Alte Schule in Wöbs ist über 100 Jahre alt. Der Versammlungsraum war früher das Klassenzimmer, im Vorderhaus wohnte der Lehrer. Die heutige Küche war Kartenraum. Die Schule wurde 1975 geschlossen.

Susanne Peyronnet

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