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Ostholstein Die Wünsche der Neubürger
Lokales Ostholstein Die Wünsche der Neubürger
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11:56 05.01.2016
„Germany is good. Ich möchte gern die Sprache lernen.“ Zerit Ghebremichael (19), Eritrea
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Ostholstein

Einer bundesweiten Umfrage zufolge zählen die Schleswig-Holsteiner zu den glücklichsten Menschen in Deutschland. Aus anderen Ländern sind in den vergangenen Monaten viele Menschen hier angekommen, die zuvor weniger Glück hatten. Die LN wollten von Flüchtlingen in Ostholstein wissen, was sie sich für das kommende Jahr wünschen.

Monate oder sogar Jahre hat bei einigen die Flucht ins beschauliche Ostholstein gedauert. Gefahren mussten überwunden und Entbehrungen geduldet werden. Müde und abgekämpft sind viele von ihnen angekommen. Dass diese Menschen, die ihre Heimat aufgegeben haben, hier auf einen neuen Anfang hoffen, ist nur allzu leicht nachzuvollziehen. So ist es wenig überraschend, dass etliche der Befragten auf die Frage nach ihrem größten Wunsch für das Jahr 2016 antworteten: „Wir hoffen, in Deutschland bleiben zu können.“ Und natürlich ist es ihnen wichtig, dass sie früher oder später auch wieder mit ihren Familien zusammen sein können. So zum Beispiel Abdul Zadis Mahamud (47), der seine sieben Kinder sehr vermisst, wie er den LN erzählt.

Den Asylbewerbern ist darüber hinaus klar, dass das Erlernen der deutschen Sprache maßgeblich dazu beiträgt, sich gut in der möglichen neuen Heimat einzuleben. So hoffen unter anderem Zerit Ghebremichael (19) aus Eritrea, Kleodor Duka (16) und die kleine Fatma Stafa darauf, im nächsten Jahr die deutsche Sprache besser beherrschen zu können.

Doch nicht nur für sich selbst haben einige der befragten Flüchtlinge Wünsche. „Die Menschen in Syrien sind kriegsmüde. Ich wünsche meinem Heimatland, dass der Krieg dort bald ein Ende findet“, sagt Lorans Gasal (33). Außerdem hofft auch er darauf, bald seine Frau nach Deutschland holen zu können.

Jamal Abdul Jabbar (42) hat im Irak erlebt, was Krieg, Unterdrückung und Folter bedeuten. Er zeigt Bilder von seiner Gefangennahme auf seinem Handy — und wünscht, „dass alle Menschen auf der Erde in Frieden leben können“.

Shirin Zangeneh-Parzadeh (34) büffelt seit Monaten fleißig Deutsch. Als Elektroingenieurin hofft sie, bald wieder in ihrem gelernten Beruf arbeiten zu können. Zuvor gilt es für sie, noch einige bürokratische Hürden zu überwinden, damit ihre Ausbildung in Deutschland anerkannt wird.

Apropos Bürokratie: Wer Aussicht auf eine Arbeitsstelle hat, muss von Pontius zu Pilatus laufen, um die dafür erforderlichen Papiere zu erhalten. „Sind die Behördengänge dann absolviert, ist oft der Job schon weg“, hat Gevorg Haykyan (30) aus Armenien beobachtet. Er wünscht sich und allen Flüchtlingen deshalb etwas, was sich vielleicht auch der eine oder andere Einheimische hier wünscht:

„weniger Bürokratie.“

Kleodor Duka besucht immer montagnachmittags einen Flüchtlingstreff. Er hat einen Wunsch, zu dem die einheimische Bevölkerung relativ einfach etwas beitragen kann: „Ich möchte mehr mit den Deutschen in Kontakt kommen.“

Thomas Klatt

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