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Ostholstein Die Zecken sind los: Vorsicht vor den kleinen Biestern!
Lokales Ostholstein Die Zecken sind los: Vorsicht vor den kleinen Biestern!
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21:05 04.10.2017
Neustadt

Vonseiten des Kreises gibt es erst einmal Entwarnung. Zwar stechen die kleinen Blutsauger auch Einheimische und Urlauber zwischen Bad Schwartau und Fehmarn. Aber: „Ostholstein zählt nicht zu den in Deutschland eingestuften FSME-Risikogebieten“, teilt Kreissprecherin Carina Leonhardt nach Rücksprache mit ihren Experten vom Fachdienst Gesundheit mit. Das Kürzel FSME steht für Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, eine Entzündung von Gehirn und Hirnhaut – die Viren werden meist von Zecken übertragen. Die Krankheit kann unterschiedlich schwer verlaufen und im allerschlimmsten Fall sogar tödlich enden. Das ist an der Küste jedoch eher unwahrscheinlich. Leonhardt: „Meldungen von durch Zecken verursachten Erkrankungen im Kreisgebiet liegen dem Fachdienst Gesundheit nicht vor.“

Sie können den schönsten Waldspaziergang vermiesen und sogar gefährlich werden: Zecken. Woran auch viele Pilzsucher nicht denken: Auch im Herbst sind die Tiere aktiv, solange die Temperaturen nicht unter sieben Grad Celsius fallen. Doch wie groß ist die Gefahr in Ostholstein eigentlich?

LN-Leserin Gerda Maschmann aus Neustadt hat ein Zeckenstich zu einem Gedicht inspiriert, in dem sie ihren Frust herauslässt (siehe rechts). Sie wurde im Schweden-Urlaub von einer Zecke gestochen. „In Neustadt habe ich dann darum gekämpft, die Borrelien wieder loszuwerden“, erzählt sie. Denn Zecken übertragen auch die Bakterien, die Borreliose verursachen. Diese Erkrankung ist weiteraus verbreiteter. Zehntausende erwischt es jedes Jahr in Deutschland. „Etwa jede dritte bis jede zwanzigste Zecke ist in Deutschland mit Borrelien befallen“, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Nicht jeder Stich einer befallenen Zecke führt jedoch zur Ansteckung. In Deutschland infizieren sich etwa ein bis sechs von 100 Gestochenen mit Borrelien.“ Die Krankheit kann verschiedene Organsysteme betreffen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Frühzeitig eingenommen helfen hier Antibiotika.

Um vor dem Tagestrip oder Urlaub nachzulesen, wo die Zeckengefahr hoch ist und sich eine Impfung gegen FSME empfiehlt, lohnt sich ein Blick auf die Internetseite www.zecken.de. Dort gibt es neben vielen Tipps (auch für den Schutz von Tieren) Übersichtskarten, die die Risikogebiete aufzeigen. Während Ostholstein FSME- frei zu sein scheint, wurden in den Nachbarkreisen Segeberg und Stormarn Erkrankungen gemeldet.

Doch auch ohne die Gefahr einer langwierigen Erkrankung möchte wohl jeder Spaziergänger ohne Zeckenstich nach Hause zurückkehren. Da die kleinen Spinnentiere insbesondere im Unterholz, im hohen Gras sowie an bodennahen Pflanzen anzutreffen sind, sollte Naturfreunde am besten auf den festen Wegen bleiben, rät Leonhardt. Und: „Kleidung, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt, reduziert das Risiko eines Zeckenbefalls.“ Zudem gebe es Vergrämungsmittel zum Auftragen, deren Wirkung jedoch meist nach zwei Stunden nachlasse.

Wir hoffen, dass Sie nicht von einer Zecke erwischt werden – doch legen Sie sich vorsichtshalber eine Zeckenpinzette oder -karte bereit!

Mehr Infos gibt’s im Internet auf den Seiten www.zecken.de sowie www.rki.de.

Zecken – ein Gedicht

Wie schön ist der Sommer, so bunt und so warm,

ach, wäre da nur nicht der Zeckenalarm.

Und wie diese Tierchen ihr Unwesen treiben,

das will ich, Geplagte, Euch hier mal beschreiben.

Sie lauern auf Bäumen, im Gras und in Hecken,

und überall können sich Zecken verstecken.

Und kommt etwas Warmes bei ihnen vorbei,

ob Mensch oder Tier, das ist ganz einerlei,

dann springen sie mutig und fast elegant

gezielt auf ihr Opfer, jedoch unerkannt.

Sie wandern am Körper herum, in die Höh’,

zum Po, zu den Kniekehlen, zum Dekollete.

Und überall da, wo die Haut so schön weich,

da sitzen die Zecken, das finden sie gleich.

Sie stechen den winzigen Rüssel hinein,

ganz heimlich und unbemerkt, richtig gemein.

Sie saugen und saugen so heimlich und heftig

uns Blut aus den Adern. Drum werden sie kräftig

und kugelig rund und dazu dunkelblau.

Sie fressen sich satt, sie sind listig und schlau.

Sie spritzen dabei uns Borrelien ins Blut,

und das macht uns krank,

nein, das tut uns nicht gut!

Die Haut um den Einstich wird reichlich gerötet.

Ach, hätten wir nur dieses Biest erst getötet!

Wir müssen es rauszieh’n und nicht lange warten,

speziell mit der Zange, auch mit Zeckenkarten,

ganz vorsichtig, sonst wird der Rüssel beschädigt.

So haben wir fast schon die Zecke erledigt.

Jetzt bloß noch zerdrücken, und dann ist sie tot,

im Müll zu entsorgen. Vorbei ist die Not.

Doch nur nicht erst ausruh’n; denn wie von allein,

so stellen sich später Beschwerden noch ein,

wie Fieber, wie Herzrasen, Rheuma und Gicht.

Das kann alles sein, doch es muss aber nicht.

Nicht immer begegnen uns unter den Zecken,

die Bösen, die krankmachen, die uns erschrecken.

Doch wenn, solltest Du Dich nicht erst lange grämen,

stattdessen sofort Antibiotika nehmen!

So hatte ich Glück,

und das wünsche ich allen,

die auch von den

listigen Zecken befallen.

Auszug aus dem Gedicht

von Gerda Maschmann

Stich oder Biss?

Heißt es nun Stich oder Biss? Das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt: Zecken besitzen einen Stech- und Saugapparat. Dieser besteht aus zwei scherenartigen Mundwerkzeugen und dem Hypostom zum Stechen. Stich ist daher zutreffend.

Nach Aufenthalten in Gebieten mit potenziellem Zeckenvorkommen sollte der Körper abgesucht werden, auch der Haaransatz. Wird eine Zecke gefunden, muss sie sofort mit einer Pinzette oder einem speziellen Entfernungsinstrument abgemacht werden.

Die Stichstelle kann auch mit einem Mückenstich verwechselt werden. Der Stich kann jucken, muss aber nicht.

Der Fachdienst Gesundheit rät: Treten Fieber, Glieder- oder Gelenkschmerzen, allgemeine Abgeschlagenheit, Wanderröte, Kopfschmerzen,Lähmungen oder ähnliches auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Stefanie Schlemmer

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