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Ostholstein Die besten Ideen für die Reithalle
Lokales Ostholstein Die besten Ideen für die Reithalle
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10:22 27.06.2017
Christoff Oltmann, Projektleitender Architekt im Büro PFP Planungs GmbH Hamburg, präsentiert vor der historischen Reithalle das Modell des Siegerentwurfs. Quelle: Fotos: Peyronnet

Allein die Art der Bühne ist eine Wissenschaft für sich: Es gibt die gehobene Bühne, die gestufte Bühne, die mittige Bühne und die vertikal verfahrbare Bühne. Und das ist nur ein, wenn auch wichtiges, Detail bei Umbau und Erweiterung der Historischen Reithalle in Eutin. Alle 13 im Architektenwettbewerb abgegebenen Entwürfe sind jetzt in einer Ausstellung in der Kreisbibliothek zu sehen.

13 Entwürfe des Architektenwettbewerbs sind jetzt in der Kreisbibliothek ausgestellt.

„Hochbaulicher Realisierungswettbewerb mit freiraumplanerischem Anteil“ heißt fachmännisch korrekt das, was die Architekturbüros dazu animierte, sich über die Reithalle Gedanken zu machen. Wie lässt sie sich zu einem Multifunktionsgebäude umgestalten? Barrierefrei und mit großem Veranstaltungssaal mit Bühne, zwei kleinen Veranstaltungssälen, Stuhl- und Tischlager, Foyer, Garderobe, Toiletten, Catering-Küche, Backstage-Bereich und Büros für die Verwaltung des Hauses. Das alles für 5,1 Millionen Euro.

„Ihr Budget ist sehr gering und Ihre Wünsche sind sehr groß“, stellte Prof. Jörg Friedrich fest, dessen Büro PFP Planungs GmbH Hamburg den Siegerentwurf einreichte. Die Herausforderung sei trotz dieses geringen Budgets für die beteiligten Architekturbüros jedoch reizvoll gewesen. „Die Arbeiten sind so gut, weil Ihre Stadt so gut ist“, stellte Friedrich weiter fest. Die hohe Qualität der Beiträge hatten auch die Fachleute in der Jury unter dem Vorsitz des Hamburger Architektur-Professors Bernhard Winking hervorgehoben. Die Preisträger hätten sich intensiv mit der Lage und dem bauhistorischen Erbe der Reithalle auseinandergesetzt.

Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) hatte zuvor festgestellt, die hohe Zahl der Wettbewerbsteilnehmer zeige, welche überregionale Bedeutung das Projekt habe. „Wir haben einen tollen Wettbewerb erlebt“, sagte Behnk. In der Ausstellung können Besucher zumindest bei einem Modell Hand anlegen. Beim – nicht prämierten – Entwurf des Büros PASD Planungsgruppe für Architektur, Städtebau und Denkmalpflege können sie das Licht an- und ausknipsen.

Ansonsten gilt: nur gucken, berühren verboten. Mittels Modellen, Zeichnungen und Animationen zeigen die Büros, welche Ideen ihnen zur Reithalle gekommen sind. Mal sind es Säulengänge, die sie umschließen, mal ein Pavillon mit Oberlicht, mal ein schlichter Flachdachbau mit hohen Fenstern, die sich seitlich an die historische Reithalle anschließen. Im Siegerentwurf ist dieser Anbau vom Altbau getrennt durch eine „eine schöne Fuge“, wie es Friedrich formuliert. Damit werde der Altbau freigestellt. Friedrich beendete seine Erläuterung mit noch einem Seitenhieb aufs schmale Budget.

„Es gibt einen Freiraum, das war uns wichtig, der ist durch das wenige Geld etwas größer geworden.“

Gegen einen direkten Anbau hat sich auch das Büro DFZ Architekten Hamburg entschieden, das den zweiten Preis errang. Der Neubau bilde den Rahmen für das vorhandene Gebäude, erläuterte Gesellschafter Stephen Kausch. Ergänzt wird der Anbau durch einen Säulengang zum See. Hans Christian Rieck vom Büro Sunder-Plassmann Architekten aus Kappeln (Kreis Rendsburg-Eckernförde), dritter Platz, stellte seinen Pavillon zwischen Reithalle und Kirchgarten vor.

Die Entwürfe sind zwar da, aber deshalb wird nicht gleich losgebaut. Mit den Gewinnern werde noch verhandelt, so Behnk, das eine oder andere Detail aus nicht prämierten Beiträgen könne übernommen werden. „Es ist nicht so, dass der ersten Preis so realisiert wird, wie er hier steht“, sagte der Bürgermeister bei der Ausstellungseröffnung. Froh wäre er, wenn der Baubeginn für das künftige Multifunktionsgebäude 2018 erfolge.

Die Ausstellung ist bis zum 4. August während der Ausleihzeiten der Kreisbibliothek geöffnet: dienstags und freitags 9.30 bis 18 Uhr, mittwochs 9.30 bis 13 Uhr, donnerstags 9.30 bis 19 Uhr, sonnabends 9.30 bis 13 Uhr.

 Susanne Peyronnet

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