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Ostholstein Die ersten Flüchtlinge ziehen am Montag in Puttgarden ein
Lokales Ostholstein Die ersten Flüchtlinge ziehen am Montag in Puttgarden ein
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20:21 12.02.2016
Doppelte Premiere in Puttgarden. Erstmals öffnete die Evangelisch-Freikirchliche Christusgemeinde Fehmarn ihre neuen Räume für eine Dorfversammlung. Genau dort, wo diese früher jahrzehntelang stattgefunden haben: im ehemaligen „Gasthof Johnsen“, der seit 2015 eine Kirche ist. Anlass war eine weitere gravierende Veränderung im Dorfleben: In das seit Sommer 2012 leer stehende ehemaligen Schulgebäude ziehen ab Montag, 15. Februar, die ersten Flüchtlinge ein.

„Die Flüchtlinge brauchen keine Menschen, die sie mit ihrer Liebe erdrücken.“

Kurt-Henning Marten, Asylkoordinator

Die Resonanz auf den Infoabend war enorm. Und der Tenor — trotz einiger kritischer Nachfragen — herzlich. Allerdings: Es gibt weiterhin einige Ängste, vor allem weil direkt nebenan ein Kindergarten ist. Nicht alle trauten sich, Fragen zu stellen. Das wurde wenige Tage später deutlich, als eine Anwohnerin im Hauptausschuss nachhakte: „Einige junge Mütter haben Ängste, ob die Männer, die in die alte Schule einziehen, auch betreut werden oder allein gelassen werden.“

Keine ganz leichte Aufgabe für die Integrationsbeauftragte Monika Vahlenkamp und Asylkoordinator Kurz-Henning Marten: Überwiegend alleinstehende Männer ziehen ein. Bisher leben nur wenige Flüchtlingsfamilien auf der Insel. Nachdem die Schulräume komplett umgebaut wurden (die LN berichteten), finden hier bis zu 42 Flüchtlinge Platz. Arabisch wird künftig die Hauptsprache werden. Die meisten Männer kommen aus Syrien und dem Irak, einige aus Afghanistan, Jemen oder Albanien.

„Bisher klappt das alles“, ist die Zuversicht bei Vahlenkamp und Marten groß. Denn die Flüchtlinge, die nach Puttgarden wechseln, sind schon seit Wochen in der Burger Jugendherberge untergebracht.

Dort läuft der Vertrag aus, denn in Kürze beginnt die neue Saison. Der Pluspunkt: Sie haben wochenlang Deutschunterricht hinter sich und konnten sich bereits gut einleben. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Vahlenkamp: „Unsere Verhaltensregeln zum Beispiel beim Fahrradfahren kennen nur wenige aus ihren Heimatländern.“

Anwesende Deutschlehrerinnen berichteten von der großen Dankbarkeit der Flüchtlinge. Ehrenamtliches Engagement sei weiter willkommen. Zugleich bat Marten um Rücksichtnahme: „Was sie nicht brauchen, sind Menschen, die sie mit ihrer Liebe erdrücken und bevormunden. Alles muss langsam wachsen.“ Das Problem: Diese Menschen haben kein Recht zu arbeiten, nicht einmal kostenlos. Der Schritt aus der Jugendherberge heraus bedeutet zudem, dass sie sich künftig selbst verpflegen müssen — aber auch wollen. Es wird aber weiter eine soziale Betreuung und auch einen Hausmeister geben.

Gerd-J. Schwennsen

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