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Die letzte Reise der „Condor“: Unglückskutter in Rostock eingetroffen

Fehmarn Die letzte Reise der „Condor“: Unglückskutter in Rostock eingetroffen

Der Schwimmkran „Sanne A“ errreichte mit dem Kutter an Bord am Dienstagmorgen den Tonnenhof in Rostock-Warnemünde.

Das Wrack der "Condor" wurde nach der Bergung vom Schwimmkran "Sanne A" nach Rostock gebracht.

Quelle: dpa

Fehmarn. Was genau geschah am 6. Februar drei Seemeilen vor Staberhuk? Zwei Fehmaraner Fischer kamen an jenem Tag ums Leben, als der Kutter „Condor“ östlich der Insel Fehmarn unterging. Ein Suchtrupp konnte die beiden Männer Stunden später nur noch tot aus dem Wasser bergen.

Am Montag nun wurde auch das Unglücksschiff vom Grund der Ostsee hochgehievt. Die Bergungsarbeiten dauerten bis in den späten Abend. In Rostock soll der Kutter in den nächsten Tagen untersucht werden. Bis aber alle Details geklärt sind und der Bericht veröffentlicht wird, kann ein Jahr und mehr vergehen.

Mitarbeitern des Baltic Taucherei- und Bergungsbetriebes Rostock haben das erste Foto des Fischkutters "Condor" nach seiner Bergung am Montagabend aufgenommen.

Quelle: Baltic Taucherei- und Bergungsbetrieb Rostock

Wochenlang hatte die „Condor“ auf ihrer Steuerbordseite in 22 Metern Tiefe gelegen, umgeben von einem bislang undefinierbaren Gewirr aus Fischernetzen. Vor allem um diese ging es bei den Vorarbeiten. Seit dem frühen Sonntagmorgen war dafür das Team eines Rostocker Bergungsbetriebes am Unglücksort. Gleich beim ersten Tauchgang wurden die ersten Netze geborgen oder aus dem Weg geräumt, berichtete der Rostocker Geschäftsführer Jens Pap, der vor Ort die Arbeiten koordinierte.

Das Wrack des vor Fehmarn gesunkenen Kutters "Condor" wird am 8. März 2016 nach der Bergung vom Schwimmkran "Sanne A" nach Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) gebracht.

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Eine wichtige Voraussetzung für die Bergung, denn die Netze hätten für die Taucher bei ihrer Arbeit sonst zur gefährlichen Falle werden können. Zugleich war es ein Befreiungsschlag für viele Meeresbewohner: „Die mit Lebendfisch gefüllten, an Deck befindlichen Netze wurden aufgeschnitten, sodass die Fische aus eigener Kraft freigekommen sind“, heißt es in einer Mitteilung des Bergungsunternehmens.

Nachdem am Montag dann beide Bergungsgurte untergezogen waren, sollte der 45 Meter hohe Schwimmkran „Sanne A“ neu positioniert und mit den Gurten verbunden werden – bei Wind und Wellen kein leichtes Unterfangen. Zeit für den ersten Hebeversuch am späten Nachmittag: „Wir werden den Kutter etwa einen Meter über Grund anheben und dann gucken, ob da noch Netze sind“, erklärte Pap.

Doch die „Condor“ lag noch nicht optimal in den Gurten, diese mussten neu angesetzt werden. Am Abend folgte ein weiterer Tauchgang zur Kontrolle, dann ein neuer Anlauf für das Heben. Drei bis fünf Stunden kalkulierte das Team für die Bergung ein. Pap: „Das ist ja eine alte Dame, Baujahr 1943, da müssen wir ein bisschen vorsichtig sein.“ Um 21 Uhr war die „Condor“ nach mehr als vier Wochen wieder über dem Meeresspiegel. Das Wasser wurde abgelassen, danach sollte es noch in der Nacht – mit sicherem Stand an Deck des Schwimmkrans – nach Rostock gehen.

Dort beginnen schon am Dienstag die aufwendigen Untersuchungen, die das Unglück aufklären sollen. Unter anderem müssten die Maschinenanlage und das Equipment durchgecheckt werden, heißt es aus der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) in Hamburg. Bereits zum Ende der Woche könnten die Vor-Ort-Untersuchungen abgeschlossen sein.

Findet man keine äußeren Beschädigungen, werden weitere mögliche Ursachen für das Unglück geprüft. Zum Beispiel, ob Luken geöffnet waren, durch die Wasser gedrungen ist. Die Bundesstelle hat ein Jahr Zeit, ihren Bericht oder auch nur einen Zwischenbericht zu schreiben – und die Zeit werde wohl angesichts der Vielzahl der zu untersuchenden Fälle auch gebraucht, so ein BSU-Sprecher. Denn die Behörde erfasst und untersucht weltweit alle Arten von Seeunfällen an Bord oder unter Beteiligung von Schiffen unter deutscher Flagge.

Vor allem auf Fehmarn wartet man auf den Bericht der Experten. Das Rätsel um die Tragödie, die zwei Fischer das Leben kostete, beschäftigt die Einwohner noch immer. Die Trauer ist groß, es gibt viele Fragen. Denn die Tragödie sorgte und sorgt noch immer für Trauer um die beiden Fischer, aber auch für viel Gesprächsstoff. Auch Bürgermeister Jörg Weber (SPD) erhofft sich endlich Klarheit über die Vorgänge vom 6. Februar. „Das ist für die Angehörigen der Verunglückten wichtig, aber auch für die Berufsfischer und die Kollegen, die immer noch rausfahren und nicht wissen, was dort passiert ist“, sagt Weber. „So lange das nicht geklärt ist, bleibt die Unsicherheit.“

Von Stefanie Schlemmer

Wo der Kutter gesunken ist:

Condor
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Fehmarn
Gespenstisch: In der Dunkelheit tauchte Montagabend die „Condor“ nach knapp zweitägigen Vorarbeiten aus der Ostsee auf.

Mitarbeiter der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) haben gestern in Rostock mit der Begutachtung des havarierten Fischkutters „Condor“ begonnen.

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