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Ostholstein Die schlimmsten Brände? „Die auf meinem Hof“
Lokales Ostholstein Die schlimmsten Brände? „Die auf meinem Hof“
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12:04 06.03.2016
Quelle: Jennifer Binder

Zu insgesamt 15 Großbränden sei er in all den Jahren ausgerückt. „Die beiden für mich dramatischsten fanden auf meinem eigenen Hof statt. Beide Male war es Brandstiftung“, erzählt Milz. Beim ersten Feuer Anfang der 60er Jahre seien die Ställe abgebrannt — und etliche Kühe gestorben. Den Brandstifter habe man damals erwischt. „Und als wir umgezogen waren und alles neu aufgebaut hatten, brannte es wieder.“ Dieses Mal kamen 100 Schweine in den Flammen um. „Zwei junge Kameraden meinten es zu gut, die wollten im Stall noch retten, was nicht mehr zu retten war.“ Er habe die beiden am Kragen gepackt und rausgezogen. „Kurz darauf stürzte die Hallendecke ein. Das hat damals kaum jemand mitbekommen.“ Wieder habe er mit seiner Familie an einem Nullpunkt gestanden. „Den Brandstifter haben sie nie gefasst.“ Besonders an die Nieren gegangen sei ihm aber ein Feuer auf Fehmarn. „Da sind sechs Pferde in den Flammen gestorben.“

Für ihn seien die Einsätze für die Wehr selbstverständlich gewesen. „Feuer kann jeden treffen, deshalb brauchen wir auch eine schlagkräftige Wehr.“ Für ihn sei es normal gewesen, den Trecker auf dem Feld stehen zu lassen, mit den Kameraden auszurücken und anschließend wieder aufs Feld zurückzukehren. Die ausgezeichnete Kameradschaft, auch zwischen Jung und Alt, habe ihn stets begeistert. Allerdings handelte es sich zunächst um eine weit kleinere Mannschaft als heutzutage mit circa 20 Kameraden.

Aber auch der aktuellen Feuerwehr in Heiligenhafen attestiert er, dass dies eine tolle Truppe sei und Michael Kahl ein würdiger Wehrführer. „Ich hoffe, er bleibt den Kameraden noch lange erhalten.“

Begeistert ist Milz von den modernen Fahrzeugen der Wehr. „Ich bin mal vorm Rathaus mit der Drehleiter nach ganz oben gefahren. Der Ausblick über Heiligenhafen war wunderbar.“

Anfang der 80er Jahre war dann aus gesundheitlichen Gründen Schluss mit dem aktiven Dienst. Der heute 89-Jährige ist aber ausgerüstet mit Gehstock gut zu Fuß. Daheim kümmert er sich um seine Ehefrau, doch an Abenden wie am Freitag vergangener Woche zeigt er sich auch noch in der Stadt. „Ich verpasse eigentlich keine Jahreshauptversammlung“, erzählt Milz, dessen Leidenschaft der Musik gilt. In seinem Wohnzimmer steht das Akkordeon griffbereit am Sessel. „Ich spiele jeden ersten Donnerstag im Monat bei einer plattdeutschen Runde im Thulboden mit zwei Freunden.“ Musik zum Mitsingen und Schunkeln.

Von pm

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