Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Diese Glücksboten grüßen im Doppelpack
Lokales Ostholstein Diese Glücksboten grüßen im Doppelpack
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:14 30.12.2017
Freuen sich auf ein ereignisreiches neues Jahr: Nina Möller und Jan Wolter. Quelle: Foto: Lutz Roessler
Anzeige
Eutin

„Dass wir den Ruf haben, Glücksboten zu sein, ist doch toll“, finden beide. „Die Leute freuen sich, und das ist für uns Motivation.“ Nina Möller hat bereits im vergangenen Jahr in Kiel, ihrem Arbeitsort, vor einem großen Supermarkt gestanden und den Kunden zu Sekt und Lachsbrötchen gute Wünsche für das neue Jahr mitgegeben. Dass die Menschen einen Schornsteinfeger gern mal sachte am Ärmel berühren, ihm die Hand schütteln oder auf die Schulter klopfen wollen, erlebt sie nahezu täglich. „Nett ist es, wenn sie vorher fragen, ob sie einen mal anfassen dürfen“, sagt die junge Frau.

Diese Sitte hat ihren Ursprung angeblich im Mittelalter, als Häuser leichter und häufiger in Brand gerieten als heutzutage. Etwas Asche vom Kaminkehrer sollte das Glück herbeirufen, seine Arbeit Haus und Hof schützen.

Am morgigen Silvester-Sonntag werden Nina Möller und Jan Wolter vor dem Edeka-Markt am Berliner Platz stehen (von 10.30 bis 14.30 Uhr) und „Glück verteilen“, und zwar in Form kleiner Plastik-Schornsteinfeger. „Solche Termine machen mir viel Spaß. Die Menschen sind beschwingt und richtig glücklich“, berichtet Nina Möller. Auch ihr Lebensgefährte mag den Kontakt und erfreut sich an der Freude der anderen. Für ihn war Schornsteinfeger immer ein Traumberuf, „das wollte ich schon von klein auf werden“. Jan Wolter ist von Haus aus vorbelastet: Sein Vater Peter war viele Jahre Bezirksschornsteinfeger in Eutin.

Nina Möller hat ebenfalls mit Opa und Onkel Schornsteinfeger in der Familie. „Ich wollte eigentlich Jura studieren, habe aber keinen Studienplatz bekommen“, berichtet sie. Dass sie dann die Ausbildung zur Schornsteinfegerin gemacht hat, sei genau das Richtige gewesen. „Ich bin total glücklich damit. Man ist viel draußen, hat viel mit Kunden zu tun. Ich möchte nichts anderes machen.“ Genau wie Jan Wolter arbeitet sie derzeit auf den Meistertitel hin. Für das Paar, das in Braak wohnt, bedeutet der Jahreswechsel einen Aufbruch. „Wir wollen etwas Neues ausprobieren und Erfahrungen sammeln“, erzählen sie. Im Januar geht es in den Süden Deutschlands. „Wir machen das so wie Handwerker auf der Walz“, schildert Jan Wolter lachend. Die Arbeit in verschiedenen Firmen wird sich mit Schulbesuchen (Meistertitel) abwechseln. Maximal drei Jahre wollen sie so verbringen. „Es wird uns schon wieder herziehen“, sagt Nina Möller überzeugt, „wir sind schließlich Schleswig-Holsteiner.“

 Von Ulrike Benthien

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige