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Diese Kirche lassen sie sich ’was kosten

Ratekau Diese Kirche lassen sie sich ’was kosten

Freunde der Ratekauer Feldsteinkirche hörten Festkonzert in dem mit ihren Spenden erhaltenen Gotteshaus.

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Der Vorsitzende Jürgen Beck begrüßte 200 Zuhörer im mit Hilfe des Fördervereins restaurierten Kirchenraum der Feldsteinkirche.

Quelle: Peyronnet

Ratekau. Wer sich von den Mitgliedern des Gemeinnützigen Fördervereins Freunde der Ratekauer Kirche beim Jubiläumskonzert zu dessen 30-jährigen Bestehen in der Feldsteinkirche umsah, konnte zufrieden denken: „Alles meins, alles von meinem Geld finanziert.“ Nun gut, alles ist vielleicht etwas übertrieben, aber es ist doch vieles in dem Gotteshaus, in das der Förderverein seit Februar 1988 Geld gesteckt hat. Die Apsis, also der Chorraum, wäre 2008 beinahe eingestürzt. Für ihre Restaurierung gab der Verein 18000 Euro, den größten Zuschuss in seiner Geschichte. Beim Jubiläumskonzert standen dort nun die Sänger – wo sonst, wenn nicht im Chorraum?

Es war ein grandioses Jubiläumskonzert, das durch die Kirche rauschte. Unter der Leitung von Kirchenmusikerin Olga Mull erklang der „Canto General“, der große Gesang, mit Worten des chilenischen Nobelpreisträgers Pablo Neruda und Musik von Mikis Theodorakis. Es musizierten der Kammerchor der Musikschule der Gemeinnützigen Lübeck, der Spanische Kammerchor Lübeck und Studierende der Musikhochschule Lübeck. Als Solistin trat die Mezzosopranistin Maria Bulgakova aus Russland auf, Antje Birnbaum erläuterte die Texte. Nerudas Textsammlung gilt als Bibel Lateinamerikas.

Mit Konzerten und Veranstaltungen nimmt der Förderverein seit 20 Jahren einen Teil der Summen ein, die er für Restaurierung und Erhalt der Feldsteinkirche gibt, erläutert der Vorsitzende Jürgen Beck.

Das Jubiläumskonzert sei aber das größte und aufwendigste, das der Verein jemals organisiert habe. Der Dank für die Mühe war ein volles Haus. Alle 200 Plätze der Feldsteinkirche waren besetzt. Ein ähnlich volles Haus erhofft sich Beck auch für die weiteren Konzerte im Jubiläumsjahr, ein paar mehr, als sonst üblich. So wird es im November wieder ein St.-Martins-Konzert geben.

Die 140 Mitglieder des Vereins nutzen jede Gelegenheit, um Geld für den Förderzweck einzunehmen. Neben dem Erlös von Konzerten und Veranstaltungen sind es vor allem Spenden und Mitgliedsbeiträge, die die Kasse füllen, außerdem der Verkauf von Lichtbausteinen. Mit der Festschrift zum 30-jährigen Bestehen sollen neuen Mitglieder geworben werden.

Hervorgegangen ist der Förderverein aus einer Idee von drei Ratekauern: Pastor Hans-Christoph Gregor, Bürgermeister Wilhelm Rehpenn und Rektor Hannes Zobel. In der Festschrift ist vermerkt, dass sich „nach einigen Sitzungen und Beratungen 21 Frauen und Männer einig wurden, einen eingetragenen, gemeinnützigen Förderverein zu gründen“. Am 29. April 1986 fand die Gründungsversammlung statt.

Von 2008 bis 2011 wurde die etwa um 1156 erbaute Feldsteinkirche umfassend restauriert (Gesamtkosten 1,8 Millionen Euro). In dieser Zeit gab der Förderverein besonders viel Geld aus. Aber auch in den übrigen Jahren hat er immer wieder große Projekte gefördert. So gibt es in, aber auch außen an der Kirche kaum ein Fleckchen, an dem die Vereinsmitglieder und Spender nicht sagen können, dass sie dort mit ihrem Geld gewirkt haben.

Die größten Projekte und ihre Fördersummen

Insgesamt erhielt die Kirchengemeinde Ratekau vom Förderverein 148000 Euro für 34 Projekte in der Feldsteinkirche.

18000 Euro: Restaurierung und Erhalt der Apsis (2010)

17000 Euro: Kauf von zwei neuen Glocken (1993)

13000 Euro: Restaurierung der Kirchenfenster (1988)

Je 12000 Euro: Reinigung der Orgel (2002), Innenbeleuchtung (2006), Kauf von Stapelstühlen (2012)

10000 Euro: zweite Restaurierung Kruzifix (2009), an der ersten Restaurierung im Jahr 1989 beteiligte sich der Förderverein mit 500 Euro.

Je 6000 Euro: Kanzelumbau (2011), Reparatur und Neukauf der Läutemaschinen (2015)

Je 5000 Euro: Restaurierung Turmuhr und Zifferblatt (2010), Restaurierung und Erhaltung Kronleuchter (2011).

Susanne Peyronnet

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