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Ostholstein Digital statt analog: Ostholstein rüstet um
Lokales Ostholstein Digital statt analog: Ostholstein rüstet um
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15:54 11.01.2019
Für die Fachbetriebe bedeutet die Umstellung viel Arbeit, um die Kundenwünsche zu erfüllen: hier Marco Molles (45, l.) und sein Mitarbeiter Sven Nissen (47) von Fernseh-Molles auf Fehmarn mit einem Markenreceiver und einem No-Name-Produkt. Quelle: GÄBLER
Ostholstein

Wer Talkshows, Satire- oder Sportsendungen im Fernsehen via Satellit empfängt, der kann sich schon bequem zurücklehnen und muss nichts machen. Wer aber sein TV-Programm aus der Buchse – sprich von Vodafone (ehemals Kabel Deutschland) – geliefert bekommt, der muss jetzt handeln: Denn ab 24. Januar ist Schluss mit lustig, an dem Tag zieht Vodafone den Stecker und schaltet das analoge Fernseh- und Radiosignal ab. Für die Kunden bedeutet das, dass sie aufrüsten müssen, um nicht statt des Feierabend-Krimis einen „Schneesturm“ auf dem Bildschirm zu erleben.

Nötig ist künftig ein DVB-C-Receiver (das C steht hier für Cable, englisch = Kabel). Das ist ein kleines Empfangsgerät, das die übertragenden digitalen Daten (1 und 0) wieder in sichtbare analoge Bilder auf dem Bildschirm zusammensetzt. Die Preise beginnen bei 40 Euro für einfache Geräte. Technikfreaks, die es komfortabler wünschen, können aber auch bis zu 500 Euro berappen. Sie erhalten dann nicht nur einen Receiver mit Twin-Tuner-Technik, sondern können sich auch über eine üppige Festplatte sowie Blu-ray-Player und -Recorder freuen – quasi die „Eier legende Wollmilchsau“. In neueren Flachbildfernsehern ist der Receiver bereits integriert – der Besitzer benötigt dann kein Zusatzgerät. Allerdings muss der Nutzer einen Sendersuchlauf starten und die Sender dann neu sortieren.

Hochbetrieb in Fachgeschäften und Elektronikmärkten

Egal ob Fehmarn, Neustadt oder Eutin: Ostholsteins Elektronik-Märkte und TV-Fachbetriebe arbeiten derzeit auf Hochtouren, was die TV-Umstellung betrifft. Denn Abend für Abend werden die Fernsehzuschauer, die bisher noch analog schauen, über ein Laufband am unteren Bildschirmrand informiert, dass ab 24. Januar kein TV-Programm mehr geschaut werden könne. „Jeweils am nächsten Tag geht es dann hoch her in den Fach-Geschäften“, sagt Marco Molles (45), Inhaber von Fernseh-Molles in Burg auf Fehmarn. „Die Kunden rennen uns seit Mitte Dezember quasi die Türen ein. Dabei haben alle dasselbe Anliegen – die Umstellung aufs Digitalfernsehen. Alle wollen eine kompetente Beratung und wissen, was nun kurzfristig zu tun ist.“

Umstellung für Millionen

Warum schaltet Vodafone analoges Kabelfernsehen und Radio ab? Das Unternehmen erklärt dazu auf seiner Homepage: „Wir machen unser Kabelnetz bereit für das Gigabit-Zeitalter. Die dafür nötigen Netz-Kapazitäten gewinnen wir durch die Abschaltung der analogen Sender. Von diesem Schritt können unsere Kunden gleich doppelt profitieren: Sie erleben künftig eine noch größere Sendervielfalt in HD.“ Die höheren Geschwindigkeiten im Netz sollen potenziell über zwölf Millionen Kunden zugute kommen. In Lübeck beispielsweise hat die Umstellung 2018 stattgefunden.

Dabei ist der große Run auf den kleinen Receiver auf der Insel sogar noch überschaubar. Denn lediglich die Stadt Burg sowie die Ortsteile Neue Tiefe und Burgtiefe sind an das Netz für Kabel-Fernsehen angeschlossen. Alle anderen 39 Ortsteile haben eine Satellitenschüssel am Haus. „Die Kunden haben entweder ein Info-Schreiben per Post erhalten oder das Info-Laufband im Fernsehen gesehen. Gut ein Drittel der Kundschaft versucht es dann auf eigene Faust und schaltet zu Hause zwischen Kabelbuchse und TV-Gerät den Receiver eigenhändig dazwischen. Der Rest der Kundschaft möchte aber, dass ein Fachmann das übernimmt“, sagt Marco Molles.

DVBT-Umstellung war nichtsgegen das, was derzeit los ist

Das bestätigt auch Sven Goletz, stellvertretender Geschäftsführer des Elektronikmarktes Medimax in Oldenburg: „Die DVBT-Umstellung im März 2017 war nichts gegen das, was wir in diesen Wochen erleben.“ Die Kunden kämen scharenweise – alle mit demselben Anliegen: rechtzeitig vor dem 24. Januar solle das heimische TV-Gerät auf den neuen Standard umgestellt sein. Goletz: „Es gibt aber auch tatsächlich noch Kunden, die sich zunächst beraten lassen und dann aber mit den Worten ,Es ist ja noch Zeit bis dahin’ verabschieden.“ Schmunzelnd fügt Goletz dann hinzu: „Wer bis Ultimo wartet, muss eben sehen, ob und welche Ware noch im Sortiment ist.“

Doch die Elektronik-Märkte und Fachbetriebe sind auch auf solche Kundschaft eingestellt. Medimax hat zum Beispiel zwei Servicetechniker, die sich für die Tage rund um die Umstellung die Lieferwagen bis unter die Dachkante mit TV-Geräten und Receivern vollladen. So soll auch den Kunden geholfen werden, die bis zum Schluss gewartet haben oder hofften, dass die TV-Umstellung an ihnen vorübergeht.

Louis Gäbler

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