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Diskussion um Biogasanlage – es gärt in Göhl

Göhl Diskussion um Biogasanlage – es gärt in Göhl

Info-Veranstaltung vor Ort – Anlage soll zukünftig auch tierische Abfälle verwerten.

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Biogasanlage Göhl: Mitbetreiber Ralph Friederichsen (l.) erklärt den zahlreich erschienenen Bürgern die geplanten Änderungen.

Quelle: Hofmann

Göhl. Gülle statt Pflanzen: Auf dem Gelände der Biogasanlage direkt an der Strecke zwischen Göhl und Oldenburg wurde erstmalig auch Tiermist abgeladen – neben den bisher verwendeten nachwachsenden Rohstoffen. Die Gemeinde und die Betreiberfamilie von Gut Kremsdorf hatten jetzt zu einer Info-Veranstaltung geladen, in der beide ihre Standpunkte zur beantragten Umstellung der Anlage erklärten. Außerdem gab es eine Geruchsprobe.

Beratung ohne Ergebnis

Im Oldenburger Ausschuss für Umwelt und Bauwesen wurde parallel zur Göhler Info-Veranstaltung ebenfalls über die Veränderungen in der Biogasanlage diskutiert. Die SPD-Fraktion hatte dafür plädiert, gemeinsam eine Stellungnahme der Stadt auf den Weg zu bringen. Weil es keinen konkreten Beschlussvorschlag gab, wurde der Punkt zuletzt jedoch ohne Abstimmung und Ergebnis abgeschlossen.

Bürgermeister Thomas Bauer (BGG) stellte klar, dass die Gemeinde selbst erst seit zwei Wochen durch den Eingang des Antrags definitiv von dem Vorhaben wisse. „Vor einem Jahr gab es eine Anfrage, die aber noch nicht konkret war. Das passiert häufiger, ohne dass dann ein Antrag folgt“, sagte Bauer. Für Carsten Schmidt „ein Unding“. Er hatte Plakate mit „Gülle-Göhl“ im Stil eines Ortsausgangsschildes entworfen und meinte sauer: „Du weißt seit einem Jahr davon und hast nichts gesagt?“

Bauer betonte, im Wesentlichen sei nicht die Gemeinde, sondern das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) für die Genehmigung zuständig. Dies habe man von einem Hamburger Rechtsexperten prüfen lassen. Gemeinde und Bürger hätten nun jedoch bis 31. August die Möglichkeit, begründete Einwendungen beim Landesamt vorzubringen. Eine besorgte Bürgerin fühlte sich hintergangen: „Wir hatten vor acht Jahren fast die gleiche Diskussion. Hauptversprechen der Betreiber war damals, dass hier eben kein Tiermist verarbeitet werden würde.“ Bauer musste in diesem Zusammenhang vor den 130 Bürgern zugeben, dass es die Gemeinde damals versäumt hatte, in einem städtebaulichen Vertrag die ausschließliche Nutzung von Pflanzenrohstoffen zu vereinbaren.

Geschäftsführer Volker Friederichsen versuchte zu beschwichtigen und erklärte, dass die Umstellung auf die Verwertung tierischer Abfallprodukte damals nicht absehbar gewesen sei. Er betonte, dass er sich als Unternehmer auf veränderte Bedingungen einstellen müsste: „Mais war billig und die Verwertung pflanzlicher Rohstoffe wurde gefördert. Heute ist es genau umgekehrt“, so der diplomierte Landwirt.

Es würde zudem sogenannte separierte Rinder- und Schweinegülle verwendet, der bereits die Flüssigkeit entzogen worden und die deshalb sehr geruchsarm sei. Eine vollkommene Geruchsfreiheit könne es natürlich nicht geben und bei dem intensiver „duftenden“ Geflügelmist und Hühnertrockenkot würden Vorkehrungen getroffen, um die Geruchsbelastung so gering wie möglich zu halten. Durch die Verwendung von Tiermist würden weniger nachwachsende Rohstoffe verwendet, die auch als Nahrungsmittel dienen.

Außerdem nehme der Ernteverkehr über Göhl ab. Die Tierabfälle entstünden ohnehin und würden nach der Verwendung in der Biogasanlage wesentlich weniger stinken als direkt auf die Felder. Nicht schlussendlich genau erläutern konnten die Betreiber, wie lang die Transportwege der verwendeten Abfälle sein würden.

Marc R. Hofmann

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