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Ostholstein Aufruhr im Golfclub Curau: Diskussion über Neubau eines Clubhauses
Lokales Ostholstein Aufruhr im Golfclub Curau: Diskussion über Neubau eines Clubhauses
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17:55 26.09.2018
Außerordentliche Mitgliederversammlung des Golfclub Curau am 25. September 2018 im Waldhotel Riesebusch zum Thema Clubhaus. Quelle: Doreen Dankert
Bad Schwartau/Curau

Wenn der Parkplatz vor dem Waldhotel Riesebusch in Bad Schwartau so überfüllt ist, dass die Gäste auf dem danebenliegenden Reitplatz ausweichen müssen, und selbst die von der Terrasse reingeholten Stühle im Saal nicht ausreichen, dann muss dort etwas passieren, was von großem Interesse ist. Der Vorstand des Golfclub Curau (GCC) hatte am Dienstagabend zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Zustande gekommen ist diese Zusammenkunft auf Druck einer Unterschriftenliste von Mitgliedern. Einziges Thema war der vom Vorstand geplante Neubau eines Clubhauses und die damit verbundenen Extra-Kosten, die möglicherweise auf die Mitglieder zukommen. Eine konkrete Entscheidung blieb an dem Abend allerdings aus.

Außerordentliche Mitgliederversammlung zum Thema Clubhaus-Neubau

Etliche hatten Kündigung vorbereitet

Viele von den rund 150 Mitgliedern, von denen einige sogar schon vorsorglich die Kündigung ihrer Mitgliedschaft in der Tasche hatten, meldeten sich in sachlichem, aber ernstem Ton zu Wort. „Es herrscht eine große Verunsicherung unter den Mitgliedern“, beschrieb Ilka Schmidt die Stimmungslage unter den Mitgliedern, „denn der F-Plan ist schon in der öffentlichen Auslegung – und das ist die Grundvoraussetzung für denn B-Plan. Es gibt schon eine Architekten-Zeichnung, aber keine Zahlen. Da fragen wir uns, was läuft hier eigentlich? Wenn ein F-Plan diskutiert wird, ist doch schon klar, was gebaut werden soll. Wir müssen uns hier also nichts vormachen.“

Keine konkreten Zahlen vom Vorstand

Obwohl der Flächennutzungsplan (F-Plan) zum Bauvorhaben inklusive einer möglicherweise für später geplanten Erweiterung des Platzes von 18 auf 27 Löcher dazu in den politischen Gremien in Stockelsdorf bereits seit Ende 2017 behandelt, vorgestellt und kürzlich auch beschlossen wurde, nannte der Vorstand bislang keine Zahlen. Bei der Jahresversammlung des Vereins im April dieses Jahres wurde den Mitgliedern bereits eine Architekten-Zeichnung mit einem Grundriss von 300 Quadratmetern überbauter Fläche gezeigt. Vereinspräsident Wilmar von Wentzky erklärte im April, dass der Antrag für den B-Plan frühestens im Herbst dieses Jahres gestellt werden könne – das aber auch ohne Mitgliederbeschluss. Bei der Versammlung am Dienstag erklärte der Präsident, „dass der B-Plan nicht vor Mitte 2019 rechtskräftig wird und vorher keine Kostenschätzung vorgenommen werden kann“. Vorstandsintern habe dennoch, so von Wentzky, ein Vergleich der Kosten zwischen Festbauweise und Containerbauweise stattgefunden. Das Ergebnis: „Wir präferieren eine Festbauweise als Neubau.“ Für mehr Sicherheit hat diese Aussage des Präsidenten, der sichtlich überrascht war von der Resonanz zur Einladung zu dieser Versammlung, an dieser Stelle nicht gesorgt. Im Gegenteil. Jörg Schiffmann, Initiator der Unterschriftenaktion, erklärte dem Präsidenten: „Das passt nicht zusammen. Ihr habt die Kosten von Festbau und Containerbauweise verglichen, aber ihr sagt uns hier, dass noch keine Kostenschätzung möglich ist?“

Kein Sonderkündigungsrecht laut Satzung

Der Unmut darüber wuchs bei den Mitgliedern spürbar im Verlauf der Versammlung. Denn laut Satzung können Mitglieder bei Investitionen mit einer Umlage in Höhe von 120 Prozent des Jahresbeitrags zur Kasse gebeten werden. Das wären dann rund 1200 Euro pro Mitglied. Ein Sonderkündigungsrecht sieht die aktuelle Satzung nicht vor. Wer dem Risiko einer möglichen Umlage für ein Clubhaus im Jahr 2019 ausweichen will, dem bleibt deshalb nur die fristgerechte Kündigung zum Jahresende bis 30. September. In etlichen Wortbeiträgen wurde deutlich, dass die Bereitschaft, eine Umlage für einen Clubhaus-Neubau mitzutragen, unter den Mitgliedern aus unterschiedlichen Gründen nicht so ausgeprägt ist, wie sich der Vorstand das vielleicht erhofft hat. So wie bei Volkmar Wolf. „Ich bin jetzt 80“, erklärte er, da wisse man nicht, wie lange man noch spiele, „und wenn im nächsten Jahr die Umlage kommt und ich jetzt nicht kündige, dann bin ich gefangen.“

Irgendwie ließ sich Schatzmeister Johannes Wiethüchter dann auf bohrende Nachfragen zögerlich, aber schlussendlich doch eine vage Hausnummer zu den Baukosten entlocken: „Ich habe keine Glaskugel“, erklärte Wiethüchter, „deswegen weiß ich nicht, wie sich die Baukosten entwickeln werden. Ich weiß nur, dass wir was Attraktives machen wollen und das wird zwischen 500 000 und 800 000 Euro kosten.“

Aktuell hat der GCC ein knapp 20 Jahre altes Clubhaus in Containerbauweise mit einem kleinen Aufenthaltsraum für Mitglieder und einem Büro, ohne Umkleideräume, ohne Duschen. Dafür hat der Club relativ moderate Mitgliedsbeiträge (ein erwachsenes Vollmitglied zahlt 950 Euro Jahresbeitrag) im Vergleich zu benachbarten Clubs. Laut Wiethüchter habe der Verein aktuell 837 Mitglieder inklusive Jugendlicher, passiver und Fern- und Zweitmitglieder. Zur Zeit – auch das zeigen die vom Vorstand vorgelegten Belege – schreibt der GCC rote Zahlen.

„Wenn wir in fünf Jahren 100 Mitglieder weniger haben, aber ein teures Clubhaus“, mahnte Jörg Schiffmann ob dieser Zahlen, „dann haben wir ein großes Problem.“

GCC-Präsident gibt Versprechen ab

Zum Schluss gelang es dem Präsidenten Wilmar von Wentzky dennoch, die Mitglieder zu beruhigen – und zwar mit einem klaren Versprechen: „Für den Fall, dass eine Satzungsänderung bezüglich Sonderkündigungsrecht nicht zustande kommt, dann will ich mich dafür einsetzen, dass die Umlage erst im Folgejahr des Beschlusses fällig wird, so dass ein Sonderkündigungsrecht gar nicht erst nötig ist.“ Jedenfalls blieb eine Kündigungswelle an diesem Abend aus.

Doreen Dankert

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