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Doppelter Alarm im Belt: Seenotretter im Dauereinsatz

Fehmarn Doppelter Alarm im Belt: Seenotretter im Dauereinsatz

Ehrenamtliche Kräfte waren in Puttgarden stundenlang gefordert. Die „Emil Zimmermann“ musste auslaufen, weil ein Angler auf einem Kutter und ein Seemann auf einem Frachter dringend ärztliche Hilfe benötigen.

Ein Schwerlastkran lässt die spezielle Bergungstrage mit dem kranken Seemann aufs Boot herunter.

Puttgarden auf Fehmarn. Doppelter Einsatz im Fehmarnbelt: Zweimal innerhalb von nur fünf Stunden wurden die freiwilligen Seenotretter aus Puttgarden am Wochenende alarmiert.

LN-Bild

Ehrenamtliche Kräfte in Puttgarden stundenlang gefordert — „Emil Zimmermann“ läuft aus, weil Angler auf Kutter und Seemann auf Frachter dringend ärztliche Hilfe benötigen.

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Beide Male lief das auf dem Scandlines-Gelände liegende Seenotrettungsboot „Emil Zimmermann“ aus — mit Erfolg. Ein Seemann auf einem Frachtschiff benötigte ebenso wie ein Angler auf einem Kutter dringend ärztliche Hilfe. Die Seenotretter übergaben beide Männer sicher an den Landrettungsdienst.

„Viel Zeit für ihre Familien haben die freiwilligen Seenotretter aus Puttgarden nicht gehabt“, bilanzierte hinterher Ralf Baur von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen. Gegen 10.20 Uhr klingelte am Sonnabend der Alarm auf dem Mobiltelefon von Vormann Wolfgang Groß das erste Mal. Auf dem Angelkutter „Einigkeit“ war ein Angler gestürzt und hatte sich dabei eine stark blutende Kopfverletzung zugezogen. Daraufhin hatte der Kapitän umgehend die Seenotleitung Bremen der DGzRS um ärztliche Hilfe gebeten.

Groß und zwei weitere Seenotretter der Freiwilligen-Station Puttgarden besetzten sofort das Seenotrettungsboot „Emil Zimmermann“. Mit einem Notarzt an Bord liefen sie wenig später zum herannahenden Angelkutter. Etwa fünf Seemeilen (rund neun Kilometer) nordwestlich von Puttgarden trafen sich beide Boote.

Bei Windstärke drei bis vier Beaufort und etwa einem Meter Seegang stieg der Notarzt auf die „Einigkeit“ über und versorgte den Mann aus Berlin. Als dieser transportfähig war, übernahmen die Seenotretter den Verletzten. Gegen 12.30 Uhr meldete sich die „Emil Zimmermann“ wieder einsatzbereit auf Station.

Doch kaum saß Groß daheim im Wohnzimmer, alarmierte ihn die Seenotleitung Bremen gegen 15.30 Uhr erneut. Der Kapitän des unter liberianischer Flagge fahrenden Frachtschiffes „Favourisation“ hatte zuvor gemeldet, dass ein 40-jähriger Seemann aus den Philippinen stark unterkühlt war und über Schmerzen in der Brust klagte.

Nach LN-Information hatte er offenbar einen Herzinfarkt erlitten. Mit einem Notarzt und einem Rettungssanitäter an Bord nahmen diesmal vier freiwillige Seenotretter mit der zehn Meter langen „Emil Zimmermann“ Kurs auf den 138 Meter langen Frachter. Die beiden Schiffe liefen einander entgegen und trafen sich etwa eineinhalb Seemeilen (rund drei Kilometer) nördlich von Puttgarden.

„Der Frachter hat aufgestoppt und Lee gemacht, also uns Windschutz gegeben, sodass wir uns vorsichtig annähern konnten“, so Groß. Notarzt, Rettungssanitäter und zwei Seenotretter stiegen über die Lotsenleiter auf den Frachter über.

Dort stabilisierten sie zunächst den Patienten, bevor er auf der speziellen Bergungstrage mit Vakuummatratze liegend mit einem Schwerlastkran des Frachters auf das Seenotrettungsboot heruntergelassen wurde. Auch ihn übergaben die Seenotretter in Puttgarden an den Landrettungsdienst. Der Frachter setzte seine Fahrt nach Kiel fort.

Von den beiden Vorfällen hat am Wochenende auf Fehmarn kaum jemand etwas mitbekommen. Denn die kleine Station in Puttgarden ist — anders als die DGzRS-Liegeplätze in Grömitz oder Großenbrode — für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und auch nicht einsehbar.

Elf freiwillige Kräfte gehören zur Station Puttgarden. „Sie hat ein ziemlich anspruchsvolles Revier“, so Rolf Baur: „Unser kleines Boot und ein großer Frachter, das ist nicht ohne.“ Beim zweiten Einsatz wurden daher vier Seenotretter alarmiert. Das macht Sinn: Wenn zwei an Bord gehen, bliebe sonst eine einzige Einsatzkraft auf dem kleinen Seenotrettungsboot zurück.

Baur: „Diesmal hatten wir zum Glück keine schwere See. Die Sicherheit der Seenotretter ist bei jeder Alarmierung ganz wichtig.“

Von Gerd-J. Schwennsen

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