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Dr. Tordis Batscheider hört 2018 auf

Neustadt Dr. Tordis Batscheider hört 2018 auf

Neustadts Bürgermeisterin hat genug von den fortlaufenden persönlichen Angriffen.

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Bis zum Ende ihrer Amtszeit wird Dr. Tordis Batscheider die Verwaltung im Rathaus leiten. Wie es anschließend für sie weitergeht, lässt sie noch offen.

Quelle: Foto: Rosenkötter

Neustadt. Politischer Paukenschlag in Neustadt: Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD) steht für eine zweite Amtszeit nicht mehr zur Verfügung steht. Die Sozialdemokratin begründet dies im LN-Gespräch unter anderem mit fortlaufenden persönlichen Angriffen einzelner Stadtverordneter. Sie spricht von unschönen Gerüchten und Verunglimpfungen, die belastend seien, verzichtet aber auf Details. „Letztendlich ausschlaggebend für meine Entscheidung, die mir nicht leicht gefallen ist, war eine längere stressbedingte Erkrankung im Frühjahr dieses Jahres“, sagt Batscheider. Diese habe sie daran erinnert, dass das Leben nicht nur aus Arbeit und Politik bestehe.

So geht’s weiter

Die Kommunalwahl 2018 ist am 6. Mai. An diesem Tag wird auch in Neustadt eine neue Stadtverordnetenversammlung gewählt.

Parallel dazu könnte ein(e) neue(r) Bürgermeister(in) für die Stadt gewählt werden. Ob dies passiert, muss der Wahlausschuss der Stadt entscheiden. Am kommenden Mittwoch, 21. Mai, beschäftigt sich der Hauptausschusses mit dem Thematik.

Im Mai 2012 hatte Tordis Batscheider die Stichwahl gegen den langjährigen Hauptamtsleiter und von der CDU unterstützten Kandidaten Jens Mildner klar gewonnen (78 zu 22 Prozent). Seit Beginn ihrer Amtszeit im darauffolgenden Oktober gab es immer wieder Auseinandersetzungen um ihre Person. Insbesondere der CDU-Fraktionsvorsitzende Friedrich-Karl Kasten sowie Bürgervorsteher Sönke Sela (CDU) hatten die Verwaltungschefin öffentlich attackiert.

Im Dezember 2013 warfen sie ihr fehlende Absprachen, eigenmächtige Entscheidungen und mangelndes Vertrauen vor (die LN berichteten). Es ging um die Sperrung des Sitzungssaals sowie die Neubesetzung einer Stelle im Rathaus. Der Konflikt eskalierte daraufhin so sehr, dass der Ältestenrat der Stadt tagen musste. Im Februar 2014 sorgte die Sanierung des Bürgermeister-Zimmers für Streit.

Batscheider sagt, dass die Arbeit mit der Verwaltung gut funktioniere. „Ich habe tolle und loyale Mitarbeiter. Stress hat mir der Umgang mit der Politik gemacht.“ Sie habe nichts gegen Auseinandersetzungen um Sachthemen, jedoch verurteile sie persönliche Angriffe. „Das ist nur von wenigen Personen ausgegangen, hat aber all die Jahre über nicht aufgehört“, verdeutlicht sie.

Sie betont gegenüber den LN, dass 2018 Kommunal- und Bürgermeisterwahl anstehen und die Vorbereitungen im Hauptausschuss bereits jetzt – am 21. Juni – beginnen. „Ich hätte auch sagen können, dass ich mir alles offen halte. Da meine Entscheidung jedoch fest steht, konnte ich sie jetzt gleich verkünden“, erläutert Batscheider.

Gestern habe sie ihre engsten Mitarbeiter und die Neustädter SPD-Fraktion über den Schritt informiert. Nun hätten die Parteien ausreichend Zeit, mögliche Nachfolger zu finden. Diesem wünsche sie, dass ihm „derartige Erfahrungen erspart bleiben und sich diese wunderschöne Stadt positiv weiterentwickeln kann“.

„Neustadt hat in den vergangenen fünf Jahren einen sehr dynamische Entwicklung genommen und einen riesengroßen Schritt in Richtung Modernisierung gemacht“, erklärt sie. Die angeschobene Neugestaltung der Hafenwestseite sei „epochal“, die Ansiedlung eines Supermarktes am Markt habe zu einer Wiederbelebung geführt und auch der „längst überfällige“ Neubau der Stadtwerke gehe voran.

In den noch ausstehenden 15 Monaten möchte sie vor allem an der Behebung des enormen Investitionsstaus in der Stadt weiterarbeiten, sei es im Bereich der Schulen, oder im Hinblick auf den Bau eines modernen barrierefreien Verwaltungszentrums auf dem Klosterhof. „Ich möchte kein weiteres Flickwerk am Rathaus. Es geht darum, dass alle Bürger alle Dienstleistungen an einem Ort erhalten können“, verdeutlicht sie.

Sebastian Rosenkötter

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