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Ostholstein Drehfunkfeuer: Altmaier will Konflikt lösen
Lokales Ostholstein Drehfunkfeuer: Altmaier will Konflikt lösen
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23:29 17.09.2013
Windmüller um Klaus Klinckhamer (3.v.l.) trafen gestern Energiewendeminister Peter Altmaier (Mitte, CDU) und Ingo Gädechens (2.v.r.). Quelle: Foto: hm
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Heringsdorf

Bundes- Energiewendeminister Peter Altmaier (CDU) will bei der Konfliktlösung zwischen Flugsicherung und Windenergie Dampf machen. „Wir müssen pragmatische Lösungen finden, die einerseits dem Interesse der Flugsicherheit Rechnung tragen, andererseits aber auch den weiteren Fortschritten der Energiewende nicht im Wege stehen“, sagte Altmaier gestern bei einem Besuch des Drehfunkfeuers in Heringsdorf.

Einsprüche der deutschen Flugsicherung als Betreiber der Navigationseinrichtung behindern derzeit den Bau von bis zu 140 neuen Windrädern sowie das Repowering vorhandener Windparks im Bereich der 15 Kilometer großen Schutzzone um das Funkfeuer. Gemeinsam mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens informierte sich der Energiewende-Minister bei betroffenen Windpark-Betreibern im Norden Ostholsteins über die Probleme.

Mit den Betroffenen habe er sich über ein Verfahren unterhalten, „wie wir schon bald nach der Bundestagswahl die Beteiligten an einen Tisch bringen“, sagte Altmaier. Ziel sei es angesichts des Vorlaufs, den der Bau neuer Anlagen hat, dass schnell Klarheit für die Windmüller herrsche. Dazu gehöre, dass alle Fakten auf den Tisch kommen und alles transparent und nachvollziehbar ist. Alle müssten zu einem Prozess des wechselseitigen Rücksichtnehmens kommen. Er sei überzeugt, dass sich so pragmatische Lösungen für alle Beteiligten finden ließen, die alle zufriedenstellen werden. Auf Nachfrage schloss Altmaier auch mögliche Entschädigungen nicht aus. Zunächst gehe es darum, die Windräder zu bauen. Erst wenn das nicht möglich sei, „muss man über die Folgen sprechen, die sich daraus ergeben“, so der Minister.

Während einer anschließenden Veranstaltung in Burgtiefe auf Fehmarn forderte Altmaier einen nationalen Ausbauplan der Energiewende. Windräder müssten dort gebaut werden, wo der Wind wehe und wo es keinen Widerstand gebe. Das bedeute, dass der ländliche Raum wieder an der Wertschöpfung partizipiere. Die für die Energiewende erforderlichen Leitungen sollen künftig in vier statt in acht Jahren gebaut werden können. Außerdem habe die Bundesregierung 200 Millionen Euro für die Speicherforschung bereitgestellt.

Dem politischen Gegner, allen voran den Grünen, stellte Altmaier hingegen ein schlechtes Zeugnis für die bisherigen Leistungen bei der Energiewende aus. „Die Grünen sagen, die Energiewende muss gelingen, koste es was es wolle“, kritisierte Altmaier. Die Bundesregierung hingegen setze auf eine bezahlbare Umsetzung. Nur so könne Deutschland zu einem nachahmenswerten Vorbild für die aufstrebenden Industrienationen werden. „Wenn wir wollen, dass die Energiewende von Ländern wie China übernommen wird, darf sie in Deutschland nicht dazu führen, dass es nur auf Kosten des Wohlstandes geht“, sagte Altmaier.

hm

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