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Ostholstein Drei Menschen an der Ostsee vom Petermännchen verletzt
Lokales Ostholstein Drei Menschen an der Ostsee vom Petermännchen verletzt
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10:43 01.07.2017
Auf der Rückenflosse und an den Kiemen haben die Petermännchen Stacheln mit Giftdrüsen. Quelle: Foto: Fotolia
Fehmarn

Sie sehen auf den ersten Blick niedlich und ungefährlich aus. Doch Vorsicht: Eine unachtsame Berührung mit dem Petermännchen kann böse und schmerzhafte Folgen haben. Der giftige Ostsee- Fisch hat in dieser Saison bereits mindestens drei Menschen vor Fehmarns Küste verletzt, warnte gestern das Kieler Gesundheitsministerium. Die Betroffenen erlitten Stichverletzungen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Ministerium warnt vor einem der giftigsten Fische Europas.

„Die Schmerzen von der Verbrühung sind ein Witz gegen die Schmerzen vom Stich.Frank Petersen,

Petermännchen-Opfer

Während der Laichzeit im Juli und August halten sich die Tiere in flachen Gewässern auf, wo sie sich im Sand eingraben. Auf der Rückenflosse und an den Kiemen haben sie Stacheln mit Giftdrüsen. Tritt man beim Waten im flachen Wasser ohne Badeschuhe auf ein Petermännchen, kann es zu sehr schmerzhaften Verletzungen kommen. Gefährdet sind auch Angler, die gefangene Petermännchen ohne Handschuhe vom Haken nehmen wollen.

Dabei gab es das Petermännchen in der Ostsee bis vor wenigen Jahren fast gar nicht. Fischereibiologe Niko Sähn vom Naturschutzverein „Haff und Huk“ (Nordfehmarn) erinnert aber an die erheblichen Salzwassereinträge aus der Nordsee, vor allem bei den großen Herbststürmen 2015. Dadurch wurden die Exoten vermehrt in die Ostsee geschwemmt.

Das Petermännchen komme normalerweise nur bis zum salzhaltigen Kattegat oder an die dänische Südseeküste. Dort gibt es sie schon länger. Sähn warnt vor Panikmache. Schon vor einem Jahr, als zwei Schweizer auf einem Kutter vor Fehmarn ein Petermännchen vom Angelhaken lösen wollten und dabei verletzt wurden (die LN berichteten), benannte er das Problem: „In den tropischen Gewässern beherzigen die Fischer das Prinzip ,Nicht anfassen!’. Doch in der Ostsee rechnet niemand mit solch einem giftigen Fisch.“

Das scheint sich aber zu ändern. Joachim Borchers aus Otterndorf an der Elbe, bis zum Wochenende auf der DRLG-Wachstation Fehmarnbelt in Altenteil im Dienst, hat die Urlauber bereits gewarnt.

Auch der erfahrene Angler Christoph Legeler aus dem Weserbergland, seit Jahrzehnten Stammgast auf Fehmarn, bestätigt ein vermehrtes Vorkommen: „Vor fünf Jahren habe ich den ersten gefangen, 2016 fünf und in dieser Saison schon vier. Das nimmt deutlich zu. Einer war direkt vorm Badestrand in einem bis anderthalb Meter Tiefe. Ich selbst habe auf dem Boot vorsorglich einen dicken Lappen liegen, damit man sich nicht sticht.“

Doch genau vor Altenteil hat es kürzlich einen auswärtigen Brandungsangler erwischt. Sein Problem war: Im Dunkeln kann man das Petermännchen leicht mit kleinen Dorschen verwechseln.

Er wurde ärztlich behandelt und weiß von einem zweiten Betroffenen, der in die Handchirurgie Lübeck gebracht werden musste.

Frank Petersen aus Hamburg fing sich vor zehn Jahren beim Angeln in Norwegen einen Stich ein. Seine Hand, berichtet er, sei bis heute geschwollen. In Norwegen werde die gestochene Stelle in heißes Wasser gesteckt, das deaktiviert das Gift. Petersen: „Die Schmerzen von der Verbrühung sind ein Witz gegen die Schmerzen vom Petermännchen-Stich.“

Gerd-J. Schwennsen und Susanne Peyronnet

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