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Ostholstein Durch Schaum, Wasser und Schlamm
Lokales Ostholstein Durch Schaum, Wasser und Schlamm
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20:21 15.09.2018
Über Pontons ans rettende Ufer: Das Hindernis „Instable Islands“ ist für viele Teilnehmer eine Herausforderung. Quelle: Luisa Jacobsen
Grömitz

Ausnahmezustand an der Ostsee: Wo Strandbesucher sonst ausspannen, wird an diesem Wochenende gebrüllt, gelaufen, gekämpft und gefallen. Mehr als 9500 Teilnehmer nehmen an der mittlerweile dritten Xletix Challenge in Grömitz teil. Bei der größten Hindernis-Laufserie Deutschlands stehen drei Distanzen zur Wahl: Die längste Strecke fordert die Teilnehmer auf 18 Kilometern und 35 Hindernissen. Die mittlere Etappe bietet 25 Hindernisse auf zwölf Kilometern. Die kürzeste Strecke ist sechs Kilometer lang.

Ankommen ist das Ziel

Für die kurze Etappe haben sich Sonnabendmittag 14 Sportler des Pläner Rettungsdienstes entschieden. Erst einmal klein anfangen, denn man sei zum ersten Mal bei Xletix dabei, sagt Björn Hagge (49). Außerdem haben es auch die sechs Kilometer in sich: Klangvolle Hindernisse wie „Muddy Maniacs“, „Slippery Slope“ und „Whicked Wheels“ warten auf die Sanitäter. Vorbereitet sind sie – so einigermaßen. „Jeder hat für sich trainiert, die einen mehr, die anderen weniger“, sagt Björn Hagge. Aber immerhin: Durch den Matsch kriechen und Wände erklimmen, das kennt der 49-Jährige noch vom Bund. Außerdem haben sich die Plöner ein eher bescheidenes Ziel gesetzt. Ankommen. „Notfalls Sonntag um 18 Uhr“, sagt Teamkollege Mario Maaß.

Nichts geht ohne das Team

Im 20-Minuten-Takt starten die Teams. Während sich die einen noch beim gemeinsamen Aufwärmen in Stimmung bringen, wird andernorts schon Hindernis um Hindernis überwunden. Unten am Strand steht die „Slippery Slope“, eine steile und rutschige Wand, die nur erklommen werden kann, indem ein Teammitglied dem anderen auf die Schultern steigt. Dann wird gezogen, geklettert und geschoben. Ohne Teamarbeit kommt da keiner hoch. Für Malin Lata (25) und ihre Truppe „Weser Mudders“ eines der schwierigeren Hindernisse. Am schwierigsten findet die 25-Jährige aber die übernächste Station „Instable Islands“. Dort gilt es über Pontons zu laufen und so ein großes Wasserbecken zu überwinden. Die Pontons sind allerdings alles andere als tragfähig. Die Teilnehmer probieren verschiedene Strategien: auf allen Vieren von einem Ponton zum nächsten kriechen, sehr langsam und bedächtig einen Fuß vor den anderen setzen oder mit Anlauf drauf losrennen. Vor allem letzteres Vorgehen endet meist im Wasser.

Nass werden die Athleten aber ohnehin. Wie Tarzan müssen sie sich an Seilen über einen Graben schwingen und für alle Teilnehmer auf der mittleren und langen Distanz geht es an der Seebrücke auch noch in die Ostsee. Nach dem kurzen Bad klettern sie an einem Netz zurück auf die Seebrücke und laufen weiter – oder gehen, denn bei Xletix geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, überhaupt ins Ziel zu gelangen.

Mehr als 9500 Teilnehmer nehmen an der Xletix Challenge in Grömitz teil. Bis zu 35 Hindernisse müssen die Sportler überwinden. Dabei zählt vor allem Teamarbeit.

Auch Helfer zeigen Höchstleistungen

Deswegen schadet es auch nicht, längere Pausen einzulegen. Eine gute Gelegenheit dazu finden die Sportler an einer kleinen Versorgungsstation kurz hinter der Seebrücke. Dort warten Judith Hüttner (31), Tobias Schubert (30) und Leon Aslan (18) mit Bananen und Wasser. Im Akkord befüllt Leon Aslan kleine Becher. Seit 8.30 Uhr zapft er Wasser aus Kanistern. Immer der gleiche Ablauf, immer die gleiche Handbewegung. „Leon ist eine Maschine“, sagt Kollege Tobias Schubert. Leon grinst. „Das ist eigentlich eine entspannende Tätigkeit, ich verliere total das Zeitgefühl.“ Tobias Schubert und Judith Hüttner kümmern sich derweil darum, dass die Bananen nicht ausgehen. Etwa 30 Kisten, gut 300 Kilogramm, haben sie dabei.

„Die Versorgung ist super“, sagt Kim Posner (35), die sich zusammen mit ihrem Team, den Wikingern, ebenfalls eine Banane gönnt. Dann müssen sie auch schon weiter. Bis zum Ziel haben sie noch einiges vor sich.

Am Ende noch ein Schaumbad

Die Mühe lohnt sich. Im Ziel wartet auf die nassen, mit Matsch und Sand bespritzen Sportler das letzte Hindernis: ein Schaumbad. Ist das durchwatet, ist es vorbei. Wie es sich wohl anfühlt, die Xletix Challenge geschafft zu haben? Das Team „De Schlick Brüder“ weiß es: „sauber“.

Xletix 2019

Der größte Hindernislauf Deutschlands kommt auch 2019 wieder nach Grömitz. Von Mittwoch an gibt es Tickets auf der Webseite xletix.de. Heute starten die Teilnehmer von 10 bis 14.20 Uhr. Der letzte Zieleinlauf wird gegen 17 Uhr erwartet.

Luisa Jacobsen

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