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Ostholstein ETC: Sanierung und Umbau für 6,8 Millionen Euro?
Lokales Ostholstein ETC: Sanierung und Umbau für 6,8 Millionen Euro?
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20:51 07.09.2016
Das Eissport- und Tenniscentrum in Timmendorfer Strand. Quelle: Benthien

Schnell verflogen war die aufgeräumte Stimmung zu Beginn der ersten Sitzung des Timmendorfer Tourismus-Ausschusses nach der Sommerpause. Denn auf den Tisch kamen einige Zahlen, bei denen selbst die tendenziell eher großzügigen Timmendorfer schmale Lippen machten. Die Sanierung des Eissport- und Tenniscentrums (ETC) samt Teilumbau wird auf stolze 6,8 Millionen Euro brutto geschätzt, die Kosten für den Fischereihof Hemmelsdorf bleiben ein Ärgernis, und nach den ersten Vorschlägen könnten neue Kioske über 500000 Euro kosten – pro Häuschen.

Das ETC hat offenbar eine Gnadenfrist für eine weitere Saison bekommen, mehr aber auch nicht: Darauf verwies der Architekt Jörg Bever. „In Abstimmung mit dem Brandschutz des Kreises Ostholstein“ sei eine Tolerierung für ein weiteres Jahr erreicht worden, so Bever – „sonst hätte man die Halle dicht machen müssen“. Die Gemeinde führt die Geschäfte des ETC seit April dieses Jahres in Eigenregie, was zunächst für ein Jahr getestet werden soll. Die Summe von 6,8 Millionen Euro umfasse eine Sanierung vom Dach bis zur Kältetechnik und den Umbau mehrerer Bereiche, etwa der Umkleiden, erklärte Bever. Würde die Maßnahme jetzt beschlossen, könnte das ETC zum Herbst 2018 saniert sein – doch von einem Beschluss waren die Ausschuss-Mitglieder weit entfernt. Der genannte Betrag sei „nur für Eishockey eine utopische Summe“, hieß es, zunächst müsse ein Nutzungskonzept her. Das Thema soll am Montag, 26. September, weiter diskutiert werden.

Christoph Kappel vom Bauamt hatte die undankbare Aufgabe, die Zusatzarbeiten am Fischereihof vorzustellen. Ursprünglich sollte dieser mit 2,7 Millionen Euro zu Buche schlagen, wobei 750000 Euro Fördermittel vom Land kamen, mittlerweile ist jedoch die Summe von 4,3 Millionen Euro erreicht. Abbrucharbeiten, Bodenaustausch, Einbau einer Stahltreppe anstelle einer aus Holz, Probleme mit der Gebäudestatik beim Fachwerk, erneutes und dieses Mal frostsicheres Verlegen von Leitungen, Brandschutzauflagen, Blitzschutz, eine Küche für die Fischkate, Erneuerung des Dachstuhls der alten Räucherei, Einbau einer Rauchgasreinigungsanlage und dann die Verlegung der Küche des Restaurants vom Obergeschoss ins Erdgeschoss: Das läppert sich. Auch aufgrund von Planungsfehlern, darin waren sich die Ausschuss-Mitglieder einig. Nicht einkalkuliert worden sei zudem ein Parkplatz, der für weitere 500000 Euro neben dem neuen Feuerwehrhaus in Hemmelsdorf entstehen soll.

Erhöht haben sich auch die Kosten für den Hochzeitshügel, und zwar um 25000 Euro, da laut Kurbetrieb das Honorar für die Landschaftsarchitektin vergessen worden sei. Die Anlage kostet demnach insgesamt 155000 Euro, wobei 55000 Euro von der Aktiv-Region gefördert werden. Im Nachtragshaushalt finden sich weitere kleinere Posten, aber auch Ersparnisse: Das Buhnensystem von Niendorf hat bislang weniger gekostet, weil der Bereich an der Hafenmole ausgespart wurde, außerdem entfallen bestimmte Planungkosten, so dass im Nachtrag die Kredite für 2016 nur um 110000 Euro erhöht werden müssen.

Kioske zum Preis repräsentativer Einfamilienhäuser stellte danach der Planer Hans-Volker Schmidt vor. Neu gebaut werden sollen die Kioske „Milchhäuschen“, „Spielmann“ und „Grimm“, als Nachfolger präsentierte Schmidt Gebäude mit Gasträumen, großen Terrassen und Reetdächern, teilweise mit einer Firsthöhe von neun Metern, Kosten: zwischen 517000 und 555000 Euro. Auch darüber soll am 26. September weiter gesprochen werden.

 latz

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